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Döbeln Tacton will Zschaitzern Satisfaction geben
Region Döbeln Tacton will Zschaitzern Satisfaction geben
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14:21 20.04.2016
Die berühmte Zunge im Rolling Stones-Logo haben sich auch Tacton aus Frankenberg zu eigen gemacht. Quelle: Internet
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Zschaitz

Wer Wolfgang Schneider in seinem Büro in einer Münchner Softwareschmiede sitzen sieht, muss nicht unbedingt den Eindruck gewinnen, dass er hier einen Rocker der ganz alten Schule vor sich sitzen hat. Mit 65 Jahren Jahren steht der Frankenberger kurz vor der beruflichen Rente. Doch mit seiner Band Tacton, mit der er seit 48 Jahren als Gitarrist auf der Bühne steht, soll es im Ruhestand erst so richtig losgehen. Die älteste Rolling Stones-Coverband des Ostens soll noch ein Stück älter werden. „In drei Monaten kann ich in Rente gehen. Dann kann man alles in Ruhe überblicken und mehr Auftritte planen“, sagt Schneider.

Fest eingeplant ist das Tacton-Konzert am Sonnabend im Gasthof „Zur Post“ in Zschaitz. Es ist nicht der erste Auftritt in dessen großem Saal. Gastwirt Adalbert Jentzsch – selbst großer Fan der britischen Dauerbrenner – stieß bei einem Konzert auf Tacton und heuerte die Band vom Fleck weg an. „Er war mal bei einem Konzert im Stadtpark in Frankenberg. Da kam er hinterher zu uns und meinte, jetzt spielt ihr mal bei mir“, erzählt Wolfgang Schneider. Mit ihm ist die Band inzwischen auf Du und hat hier mehrfach gespielt. „Wir hatten sogar mal einen Fanclub mit 70 bis 80 Leuten. Die haben dann einen Bus gechartert und sind zum Konzert nach Zschaitz gekommen“, erinnert sich Schneider.

Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg. Und in der beatfeindlichen und vom Mangel geprägten DDR auch ein steiniger. „Immer gegen AWA (Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte), ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei) und Kreiskulturreferat unterwegs“, berichtet Wolfgang Schneider aus der ersten Bandphase 1968 bis 1974. In der Schulband der Erweiterten Oberschule (EOS) in Frankenberg lernte er das Spielen, bis Gitarrist Volker Fritzsche ihn hörte und sagte, „du musst bei uns mitmachen“. Die Keimzelle von Tacton waren damals die Brüder Herbert und Diethard Enzmann aus Mittweida, die schon seit den 1950er Jahren in verschiedenen Combos gespielt hatten und zuletzt als die „Amigos“ bekannt waren. Thomas Zschockelt (Schlagzeug, Gesang) und Bernd Schmieder (Bass) komplettierten die Band. Der Name stammt laut Schneider wahrscheinlich von der Herstellerfirma der Schlagzeugbecken, kann aber auch eine Verbindung aus Takt und Ton gewesen sein.

Die Instrumente stellten allesamt die Enzmanns – für den jungen Wolfgang Schneider damals eine tolle Sache, denn eine eigene Gitarre hatte er nicht. „Die Gitarre von Herbert war eine Eigenkreation. Es mussten immer viel Knöpfe dran sein. Die meisten ohne Funktion“, erzählt er. Und auch der Weg zum Auftritt war nicht immer leicht, wie Volker Fritzsche auf der Band-Webseite beschreibt: „Tacton kam immer mit dem Taxiunternehmen Willi Härtel aus Mittweida. Ein Wolga M21 mit Anhänger. Einmal mussten wir über den Kriebsteiner Berg. Der Wolga mit seinen 3 Gängen und 60 bis 70 PS hatte da so seine Schwierigkeiten. Das Kommando von Willi lautete – Rauspringen! Und wir sind dann rausgesprungen während der Fahrt. Oben hat dann das Taxi wieder gewartet.“

Am Sonnabend wird die Anfahrt sicher weniger aufregend. Nach einer langen Bandpause haben sich die verstreuten Mitglieder 1999 wieder zusammengefunden und spielen seither mit noch drei Leuten der Originalbesetzung etwa zwölf Konzerte pro Jahr. Der-Fast-Rentner Wolfgang Schneider will das wieder aufstocken.

Tacton, Gasthof „Zur Post“, Zschaitz, Sonnabend, 23. April, 20 Uhr. Tickets unter 034324/21056. VVK 10 Euro, Abendkasse 12 Euro.

Von Sebastian Fink

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