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Tafel Hartha: Lebensmittel werden knapper

Tafel Hartha: Lebensmittel werden knapper

Mit Trolleys und großen Einkaufstaschen strömen die Leute zum Lutherhaus in der Pfarrgasse in Hartha. Es ist Donnerstag - Tafel-Tag. Drei Mal im Monat kommt die Organisation nach Hartha und trägt dazu bei, dass die Bedürftigen über die Runden kommen.

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Und schon ist das Brot in ihrem Trolley verschwunden: Die Harthaerin Hannelore Hermann nutzt die Lebensmittelausgabe der Döbelner Tafel regelmäßig. Bis man an der Reihe ist, dauert es ein wenig. So viel Andrang herrscht im Lutherhaus zu den Terminen. Aber dann geht es ganz fix mit der Ausgabe.

Quelle: Katharina Schultz

Hartha. Lebkuchen, die niemand mehr kaufen wollte. Kokosnüsse, die nicht mehr ganz frisch aussehen - gut gekühlt liegen Lebensmittel wie diese in zahlreichen Stiegen im Kleintransporter. Noch während die drei Mitarbeiter der Döbelner Tafel dabei sind, ihre Ausbeute aus dem Großhandel in einem Raum des Lutherhauses zu platzieren, bilden sich erste Schlangen vor dem Haus.

"Manchmal reicht es für die ganze Woche", erzählt einer der Wartenden. Ein anderer nickt zustimmend. "Manchmal mal muss man noch was dazu kaufen." Die Menschen, die hier warten, kennen sich inzwischen gut.

Seit sieben Jahren gibt es den Tafel-Tag in Hartha. "Zur Anfangszeit war es noch besser. Fleisch und Fisch gibt es jetzt nur noch ganz selten", wird berichtet.

"Mit 30- und 50-Prozent-Ecken versucht der Großhandel seine Waren doch noch zu verkaufen", weiß die Projektleiterin der Döbelner Tafel, Elvira Illgen, um das Problem. An Lebensmittel wie Fleisch oder auch Käse fehlt es daher immer öfter. Inzwischen hat sich die Menge der bereitgestellten Lebensmittel so verknappt, dass es der Projektleiterin gelegen kommt, dass die Ausgabe in Hartha nicht durchgängig stattfindet, wie es in Roßwein und Waldheim der Fall ist. Auch ohne den zwischenzeitlichen Eigenbedarf der Räume durch die Kirche müsste die Ausgabe demnach einmal im Monat ausfallen.

Heute sind wieder einige abgepackte Wurstsorten dabei. Einige davon landen im Trolley von Hannelore Hermann. Ein paar Sekunden später folgen Brot, Äpfel und Joghurt. 40 Liter - das ist das Maß, das bei der Verteilung angelegt wird. "Für einen Euro bekommt man eine Einkaufstüte bei uns, die genau dieser Menge entspricht", sagt Elvira Illgen. Aber auch Trolleys sind zulässig. Die Waren selbst kosten vier Euro. "Wir achten darauf, dass jeder mit etwa gleich viel nach Hause geht."

"Es könnte schon weniger sein", meint Hannelore Hermann, als sie die vier Euro zusammen sucht. Ansonsten könne sie aber nicht klagen über das Angebot der Tafel. "Die vier Euro müssen sein", erklärt Elvira Illgen. Das Benzin, die Miete für die Räumlichkeiten in Döbeln. "Wir müssen uns schließlich auch irgendwie finanzieren."

Eine einzige Ausnahme gibt es: Das "Ein-Mal-Notfall-Paket" geben Illgen und ihre Kollegen hin und wieder doch aus, wenn jemand zu ihnen kommt und den geforderten Betrag nicht aufbringen kann.

Etwa 40 Familien nutzen das Angebot der Tafel in Hartha. Ein paar Mal lässt sich Elvira Illgen heute den Hartz-IV- Bescheid zeigen, von denen, die neu hinzukommen. "Den Nachweis braucht es unbedingt. Wir sind eine gemeinnützige Einrichtung und müssen uns da absichern, um bei einer Kontrolle nicht in Schwierigkeiten zu kommen."

Nach gut einer Stunde hat sich die Menschenmenge wieder in Hartha und Umgebung verstreut. Für die Woche, in der die Tafel nicht in Hartha ist, wurde bereits eine Lösung gefunden: Dann geht es in Fahrgemeinschaften nach Waldheim.

Katharina Schultz

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