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Döbeln Tatort Autobahn: Bremsmanöver bei Döbeln soll Nötigung sein
Region Döbeln Tatort Autobahn: Bremsmanöver bei Döbeln soll Nötigung sein
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Am Amtsgericht Döbeln war ein Mann aus der Gemeinde Klipphausen der Nötigung angeklagt. Er soll einen BMW-Fahrer auf der A 14 bei Döbeln böse ausgebremst haben. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln

Wer kennt das nicht? Kaum was los auf der Autobahn, auf der Strecke gilt kein Tempolimit, der Tacho zeigt 180, das Auto gehört zu der Sorte Fahrzeugen, die auch bei schneller Fahrt noch sicher beherrschbar sind. Und dann zieht da so ein – in der Emotionalität des Augenblickes mag man ihn „Idiot“ nennen – auf die linke Spur und bremst die zügige Fahrt.

Dieses Szenario erlebte eine Familie aus Dohna bei Pirna auf der A 14 bei Döbeln, als sie am 2. August 2016 von einem Ausflug ins Belantis zurückfuhr. Nur einen Zacken schärfer, wie das Paar jetzt im Amtsgericht Döbeln berichtete. „Ich gab Lichthupe, dachte, er hat mich nicht gesehen. Er blieb auf der linken Spur und bremste ab“, sagte der Mann, ein 36-jähriger Unternehmensberater. Er war in einem BMW unterwegs. Zunächst habe er von etwa 180 auf 80 bis 100 Kilometer pro Stunde bremsen müssen. Also hupte der 36-Jährige. Daraufhin habe der Bremser, der in einem „Hundefänger“ von Renault unterwegs war, seine Fahrt nochmals verlangsamt. „Das war dann gefühlte Schrittgeschwindigkeit“, sagte der BMW-Fahrer.

Von 50 bis 60 Kilometer pro Stunde geht die Staatsanwaltschaft Chemnitz aus, die den Renault-Fahrer aus einem Ortsteil der Gemeinde Klipphausen der Nötigung angeklagt hat. „Er beabsichtigte, den Anzeigenerstatter zu disziplinieren und nahm dabei einen Auffahrunfall billigend in Kauf“, heißt es im Anklagesatz. „Wir waren beide schockiert. Und dann saß der lachend in seinem Auto“, schilderte die Frau des Dohnaers.

Zumindest als er den BMW-Fahrer befragte, versuchte der Dresdner Rechtsanwalt Claus M. Kobold, der Verteidiger des Klipphauseners, Widersprüche in dessen Aussageverhalten zu provozieren. Dabei stellte er ihm auch die Frage, weshalb er den Sicherheitsabstand nicht erhöht habe. „Wie denn? Soll ich rückwärts fahren?“, bekam der Anwalt zur Antwort. Merkwürdig an der Geschichte ist, dass es zwei Zeugen gibt, die den Angeklagten zur Tatzeit bei einer Zusammenkunft von Fotografen in Dresden gesehen haben wollen. Einer sagte im Gericht aus, der andere ist zwischenzeitlich gestorben. Also verlas Richterin Christa Weik dessen Aussage. Der lebendige Zeuge war sich zu Beginn seiner Aussage bei Gericht noch ziemlich sicher, den Angeklagten bei diesem Treffen zu einer Zeit gesehen zu haben, als dieser eigentlich auf der Autobahn unterwegs gewesen sein müsste. Im Laufe seiner Vernehmung änderte sich das zu der Angabe, „dass der Angeklagte grundsätzlich anwesend war.“ Dieser Zeuge gab auch zu, sich im Vorfeld des Prozesses mit dem Klipphausener über die Angelegenheit und den anstehenden Gerichtstermin unterhalten zu haben.

Die Frau des Dohnaers jedenfalls hat den Renault-Hundefänger fotografiert, der sie ausgebremst hat. Dieser ist auf den Klipphausener zugelassen, ergab die Halterabfrage. Außerdem erkannten sie den Mann wieder, auch auf den Lichtbildvorlagen der Polizei. Unter anderem Umständen – etwa wenn der Prozess früher stattgefunden hätte – wäre womöglich ein Schuldspruch möglich gewesen. Nun aber, im zeitlichen Anstand von mehr als einem Jahr, lässt sich nicht mehr feststellen, ob der Angeklagte aktuell ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, wie es juristisch korrekt heißt. Ein Fahrverbot oder gar ein Entzug der Fahrerlaubnis steht bei solchen Straftaten im Verkehr nämlich immer als Nebenfolge der Tat zusätzlich zur Geld- oder Freiheitsstrafe im Raum. Richterin Weik jedenfalls zeigte sich gnädig, und stellte das Verfahren gegen den Klipphausener nach einem Rechtsgespräch mit Verteidiger und Staatsanwältin wegen geringer Schuld gegen 250 Euro Geldauflage ein. Zahlt der Mann, gilt er weiterhin als unschuldig. Fahrerlaubnis und Führerschein bleiben ihm erhalten.

Von Dirk Wurzel

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