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Tatverdächtiger leugnet Döbeln-Mord

Tatverdächtiger leugnet Döbeln-Mord

Der mutmaßliche Mörder von Jamal Al Mortada beteuert seine Unschuld. Wie berichtet, wurde der 32-jährige Tatverdächtige am Dienstag verhaftet. Nach Angaben des Anwalts hat sein Mandant ein von mehreren Seiten gestütztes Alibi.

Döbeln. Von Björn Meine

Wie berichtet, hatte die Polizei den Mann am Dienstag verhaftet, gut vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf den Döbelner Bistro-Besitzer und Autohändler Jamal Al Mortada.

Enrico Brand, Verteidiger aus Waldheim, bereitet derzeit einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls vor - oder alternativ auf Außervollzugsetzung.Letzteres würde bedeuten, dass der 32-jährige frei kommt, aber seinen Reisepass abgeben und sich jeden Tag bei der Polizei melden muss.

Wie Brand erklärt, war sein Mandant am Abend des Mordes von etwa 19 Uhr an mehrere Stunden mit Leuten zusammen. Die tödlichen Schüsse auf Jamal Al Mortada fielen am 1. November gegen 20 Uhr im Bistro in der Döbelner Rudolf-Breitscheid-Straße.

Sein Mandant sei von 18 bis 19.11 Uhr oder 19.12 Uhr im Internet gewesen und gegen halb Acht zum Ausländerheim gegangen. Von dort habe er sich gegen zehn nach halb Acht zu Fuß in die Spielothek in der Mastener Straße begeben - die ist 15 Gehminuten oder drei Autominuten vom Bistro entfernt. "Er hat dabei mit seiner Ehefrau telefoniert, die in Paderborn wohnt", erklärt Anwalt Brand. In der Spielothek habe sich der Tatverdächtige längere Zeit mit mehreren Leuten aufgehalten - bis ein Anruf kam: Jamal wurde erschossen.

Mit zwei Bekannten sei der 32-Jährige daraufhin zum Tatort gegangen. Er sei dort vernommen und kontrolliert worden, sagt Anwalt Brand - daher existierten auch die recht detaillierten Zeitangaben, auf deren Grundlage der Anwalt ein klares Alibi erkennt. Sein Mandant sei mit dem ermordeten Jamal Al Mortada befreundet gewesen. "Er hat auch für Jamal gearbeitet." Nicht lange vor den tödlichen Schüssen hätte der Tatverdächtige mit Jamal dessen Geburtstag gefeiert.

Enrico Brand hofft nun auf die Einzelverbindungsnachweise für das Telefonat zwischen seinem Mandanten und dessen Frau sowie auf mögliche Videoaufzeichnungen aus der Spielothek.

Die Beschuldigung steht aus Brands Sicht auf wackeligen Füßen - es gebe lediglich eine Mütze mit DNA-Spuren seines Mandanten, die der Mörder bei der Tat aufgehabt haben soll. Und eine laut Anwalt inzwischen revidierte Zeugenaussage, nach der sein Mandant einige Zeit vor der Tat jemanden nach einer Waffe gefragt haben soll. Der beschuldigte Iraker streitet das ab. Sonst gebe es eigentlich nichts. "Keine Blutspuren, keine Blutflecken auf irgendwelchen Kleidungsstücken - obwohl es ein Nahschuss war." Das veröffentlichte Phantombild stimme nicht mit dem Tatverdächtigen überein.

Es gibt weitere Aspekte, die aus Sicht des Waldheimer Anwalts gegen die Schuld seines Mandanten sprechen. Am 8. November ist er in den Irak geflogen und erhielt dort einen Anruf der Polizei, die Fragen hatte. Am 13. Dezember flog er zurück nach Deutschland, am 20. Dezember wegen eines Trauerfalls wieder in den Irak. Am 27. Januar reiste er laut Brand schließlich wieder nach Deutschland. "Und das, obwohl er die ganze Zeit über Fragen von der Polizei gestellt bekommen hat." Enrico Brand kann zudem kein Motiv erkennen.

Zu den aktuellen Ermittlungen und zum weiteren Vorgehen sagt Ingrid Burghard, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, nichts. Der Tatverdächtige habe bislang nicht ausgesagt. Eine Auszahlung der ausgesetzten Belohnung von 10 000 Euro stehe derzeit nicht zur Debatte - die Festnahme des 32-jährigen Irakers sei nicht aufgrund des veröffentlichten Phantombildes zustande gekommen.

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