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Döbeln Taube mit Ölzweig für Kirche von Tragnitz
Region Döbeln Taube mit Ölzweig für Kirche von Tragnitz
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15:04 09.03.2018
Im Tiegelguss-Verfahren wird die Tragnitzer Glocke in der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit und Gebrüder Edelbrock in Gescher gegossen. Quelle: Foto: Hans-Jürgen Rockmann
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Tragnitz/Gescher

Die dritte und letzte Glocke für den Kirchturm von St. Pankratius in Tragnitz ist frisch gegossen. Bereits am Montag fuhren die Kirchenvorsteher Hans-Jürgen Rockmann und Horst Neumann, die Pfarrerin Katja Schulze sowie Marianne Neumann in das 550 Kilometer entfernte nordrhein-westfälische Gescher. Somit waren sie trotz des schlechten Wetters vormittags pünktlich zum Guss in der Glockengießerei.

Tiegelguss bei 1100 Grad Celsius

Pfarrerin Katja Schulze und die Gemeindeglieder begleiteten den Gussvorgang mit ihren Gebeten, als die Glockenspeise aus dem Tiegel in die Form floss. In der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit und Gebrüder Edelbrock kühlt die Glocke nun langsam ab. Erst wenn dieser Vorgang beendet ist, wird auch der Klöppel angepasst.

„An diesem Tag war unsere Glocke die einzige, die in dieser Werkstatt gegossen wurde. Es war für uns ein sehr eindrückliches Erlebnis“, schildert Katja Schulze. Vor drei Jahren waren die Formen der damals bereits gegossenen zwei Glocken in Erdgruben eingegraben. Die Glockenspeise wurde über Rinnen aus dem Schmelzofen hinein geleitet.

Dieses Mal kam mit dem Tiegelguss ein Verfahren zur Anwendung, welches das Gießen an sich sehr gut sichtbar macht. Aus dem Tiegel mit dem geschmolzenen Metall wurde dieses direkt in die Form gegossen. Die Glockenbronze, bestehend aus etwa 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn, hatte beim Guss eine Temperatur von etwa 1100 Grad Celsius.

Glockenguss noch im Reformationsjahr

„Als Kirchengemeinde, die seit 1. Januar dieses Jahres den Namen Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Leisnig-Tragnitz trägt, freuen wir uns, dass der Guss noch im bedeutenden Reformationsjubiläumsjahr 2017 erfolgen konnte“, so die Pfarrerin weiter. Beim Guss der ersten zwei Glocken, die schon im Kirchturm von St. Pankratius hängen, war die Kirchgemeinde Tragnitz noch eigenständig gewesen, die Turmsanierung und besonders das Hochziehen der Glocken ein herausragendes Ereignis in der Geschichte der Kirchgemeinde.

Mit der Gestaltung der Glockenzier beauftragte der Kirchvorstand Maria Ondrej vom Atelier für Radierungen in Leipzig. Die Glocke wird als Motiv eine Taube mit einem Ölzweig im Schnabel tragen sowie ein umlaufendes, ebenfalls aus Ölzweigen bestehendes Band.

Künstlerin modelliert Motive vor Ort

„Das Motiv wurde wie jene für die zwei anderen Glocken bereits vor Jahren gewählt“, so die Künstlerin. Ihr sei es wichtig gewesen, bei der Auswahl auf Symbole zurück zu greifen, die sich an anderen Stellen in dem Gotteshaus bereits finden lassen. Außerdem wird an der Glocke ein Spruch zu lesen sein, der ebenfalls vollständig rings herum verläuft. Er lautet: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Die Leipziger Künstlerin hatte sich vor dem Guss der Glocke in der Gießerei in Gescher aufgehalten, um vor Ort die Motiv-Reliefs sowie den umlaufenden Schriftzug auf die Glockenform aufzumodellieren.

Glockenweihe am Ostersonntag

Die beiden schon zuvor gegossenen Glocken tragen als Motive das Gottesauge und eine Kreuzigungsszene. Die drei Vorschläge hatte Ondrej als Gesamtentwurf abgegeben. „Es hat mir großen Spaß gemacht, diese in der Kirche bereits vorhandenen Motive in meiner eigenen Handschrift für die Tragnitzer Glocken umsetzen zu dürfen“, sagt sie. So wie bereits bei den zwei ersten Glocken wolle sie erneut gern dabei sein, wenn die dritte Glocke auf den Kirchturm befördert wird.

„Dankbar sind wir allen, die Geld gespendet und gebetet haben, so dass diese dritte Glocke nun ebenfalls gegossen werden konnte“, sagt Pfarrerin Katja Schulze. Zum Festgottesdienst am Ostersonntag 2018 soll die Glocke in Tragnitz geweiht werden.

Von Steffi Robak

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