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Döbeln Tausende Döbelner in Feierlaune
Region Döbeln Tausende Döbelner in Feierlaune
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00:18 21.06.2017
Spaß auf der Berg- und Talbahn zum Döbelner Stadtfest. Quelle: Gerhard Dörner
Döbeln

Als hätte der Wettergott von Stunde zu Stunde mehr Gefallen am Stadtfest gefunden, ließ er im Laufe des Wochenendes den Wind immer weiter nachlassen und die Sonne immer kräftiger scheinen. Hatte es am Freitag zwischenzeitlich noch Regen gegeben, feierten Tausende Döbelner und ihre Gäste am Sonnabend und Sonntag in der Innenstadt im Freien bei Nonstop-Livemusik und Showprogramm auf den Bühnen, jeder Menge Kaltgetränke und gutem Essen.

Dass es ein besonderes Stadtfest war, hatte sich schon beim gemeinsamen Bierfassanstich am Freitagabend von Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer und seinem tschechischen Amtskollegen Karel Goldemund aus Vyskov gezeigt. Döbeln feierte an diesem Wochenende nicht nur sich selbst, sondern auch 25 Jahre Städtepartnerschaft mit dem tschechischen Nachbarn.

Spiel, Spaß und eine Menge Musik lockten am Wochenende die Gäste auf den Ober- und Niedermarkt.

Bevor das Fest am Sonnabendnachmittag so richtig Fahrt aufnahm, lud Egerer schon um 11 Uhr in den Ratssaal des Rathauses zu einer Festsitzung, zu der neben der tschechischen Delegation auch Bürgermeister Bernhard Ilg aus der Partnerstadt Heidenheim sowie die Döbelner Stadträte und weitere Gäste – zusammen rund 100 Besucher – eingeladen waren. Die Delegation der Partnerstadt Unna hatte kurzfristig absagen müssen, die Franzosen in Givors feierten selbst ihr Stadtfest und konnten deshalb nicht kommen. Besondere Gäste waren die früheren Bürgermeister beider Städte, Kamil Kral und Matthias Girbig, die einst die Partnerschaftsurkunde 1992 unterzeichnet hatten.

Es geht um Mitgefühl und Beistand

Egerer lobte in seiner Rede die gelebte Partnerschaft mit Vyskov, aber auch den anderen Partnerstädten in den vergangenen 25 Jahren, und nannte die Hilfe bei den Hochwassern 2002 und 2013 als Beispiele sowie den regen Austausch von Kindern beispielsweise alle zwei Jahre zum Kinderchor-Festival in Vyskov. „Ein Beispiel ist auch die zeitgleiche Durchführung der Sportveranstaltung Lauf mit Herz. Der Erlös unterstützt krebskranke Kinder und deren Eltern. Im Sinne von Vaclav Havel, dem die deutsch-tschechische Aussöhnung wichtig war, geht es hier um so wertvolle Belange wie Mitgefühl und Beistand“, sagte Egerer.

Auch die Big Band der tschechischen Partnerstadt, die auf der Empore des Ratssaals Platz genommen hatte, fand Eingang in seine Rede. An deren Ende legte der langjährige Big Band-Leiter Mojmír Bártek ein spontanes Posaunensolo aufs Parkett. Er und sein Mitstreiter am Piano, Tomás Dorazil, standen wenig später im Mittelpunkt, als sie die extra für den Anlass komponierte „Sonate für Döbeln“ vortrugen – ein durchaus kurzweilig-jazziges Stück, dass künftig Eingang in Döbelns Liedgut finden und häufiger bei Veranstaltungen zu hören sein könnte. Dazu bekam Egerer eine Plastik des Vyskover Künstlers Tomis Zedník überreicht, der im September erstmals im Rathaus ausstellen wird.

Goldemund froh über enge Verbindung

Karel Goldemund entschuldigte sich zu Beginn seiner Rede dafür, dass, obwohl sein Nachname deutsch sei, er seine Rede auf tschechisch halten müsse. Per Dolmetscherin ließ er wissen, dass es „nicht nur eine Partnerschaft auf dem Papier“ sei und bedankte sich für die enge Verbindung zwischen den Schulen der Städte und der beiden Feuerwehren. „Ich hoffe auf ein erfolgreiches Stadtfest, gute Laune und einen ruhigen Sommer“, sagte Goldemund zum Abschluss.

Erstens und zweitens setzten die Döbelner anschließend um. Besonders auffällig: die vielen Angebote für Kinder und Jugendliche auch außerhalb des wieder sehr gut besuchten Kinderfestes der Stadtwerke Döbeln und des Rummels auf dem Edeka-Parkplatz. Ob begehbare Seifenblasen auf einem Pool am Obermarkt, Ponyreiten in der Stadthausstraße oder die Wasser-Autoscooter in der Breiten Straße – die Ideen kamen an.

„Von den Tretautos auf dem Wasser war mein Urenkel William begeistert. Da habe ich das erste Mal erlebt, dass er bockig wurde, weil er nicht nach Hause wollte“, erzählte Irene Ludwig über den dreijährigen Spross. Auch das Hochkarussell „Aviator“ am Obermarkt kam gut an. „Das ist besser als Riesenrad, weil man besser kucken kann und es ist viel schneller“, lobte Annett Schmidt kurz nach einer Runde mit ihrer Tochter. Das Karussell dürfe gern wiederkommen, meinte sie noch. Ebenso wie das Stadtfest im nächsten Jahr.

Von Sebastian Fink

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