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Temposünder öfter unter Beobachtung

Obermarkt in Döbeln Temposünder öfter unter Beobachtung

Seit die Stadt einen neuen Mitarbeiter im Ordnungsamt hat, heißt es, werde verstärkt geblitzt im Stadtgebiet. Auffällig ist in der Tat: Auf dem Obermarkt in Döbeln ist der dunkelblaue Skoda Roomster gefühlt häufiger anzutreffen als früher. Was den einen ärgert – weil er teure Fotos von sich bekommt, freut andere. Diejenigen nämlich, die sich bei Polizei und Ordnungsamt darüber beschweren, dass in der verkehrsberuhigten Zone die Wenigsten tatsächlich zur Verkehrsberuhigung beitragen.


Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Eben das, sagt Döbelns Ordnungsamtschef Jürgen Müller, sei einer der Gründe, warum der neue Messbedienstete jetzt öfter mal die gute Stube der Stadt heimsucht. „Das macht er nicht auf eigene Faust“, so wie es ihm manch verärgerter Temposünder unterstellt, sondern auf Anweisung des Ordnungsamtes. „Die grobe Richtung geben der Bürgermeister und ich vor“, bestätigt Jürgen Müller. Es gebe Punkte, die regelmäßig beobachtet würden – Schulen, Kindergärten, Unfallschwerpunkte. Und eben auch verkehrsberuhigte Zonen.

Erst am Dienstag war der dunkelblaue Skoda wieder auf dem Obermarkt zu sehen. Beziehungsweise in der Straße des Friedens, schräg gegenüber der Bäckerei. Da allerdings waren es nicht die Temposünder, denen die Aufmerksamkeit des Messbediensteten galt, sondern denjenigen, die an der Postkreuzung verbotenerweise das Rechtsabbiegegebot missachten. Auch dieser Einsatz ist Beschwerden aus der Bevölkerung zuzuschreiben. Wer an der Ampel auf der Straße des Friedens in Richtung Markt geradeaus fahren will, statt wie vorgeschrieben rechts abzubiegen, blockiert den Verkehrsfluss, indem er alle ihm folgenden Fahrzeuge am Weiterfahren hindert.

Zurück zur verkehrsberuhigten Zone. Die ist auf Döbelns Obermarkt nicht ohne Grund eingerichtet worden, sagt Jürgen Müller und erklärt, dass es sich dabei schließlich um einen gravierenden Eingriff in den Straßenverkehr handelt. Denn: In diesen Zonen, in denen theoretisch 7 Kilometer pro Stunde die Geschwindigkeitsobergrenze für motorisierte Straßenverkehrsteilnehmer sind, gilt der Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme. „Egal welcher Verkehrsteilnehmer, ob Radfahrer, Autofahrer, Fußgänger – alle sind hier gleichberechtigt", erklärt Jürgen Müller. Also: Autos haben abzustoppen, wenn Fußgänger gelaufen kommen. Was in einer verkehrsberuhigten Zone sehr wahrscheinlich ist – deshalb nämlich ist sie als solche ausgewiesen. „Eigentlich dürfte man hier Fußball spielen“, verdeutlicht Jürgen Müller, wie diese Zonen einzuordnen sind und warum es gefährlich ist, wenn sich Autofahrer nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten.

Auf dem gesamten Obermarkt, angefangen von der Einmündung Stadthausstraße, einschließlich Straße des Friedens bis Höhe Fronstraße und bis zum Ende der Kleinen Kirchgasse, ist es Pflicht – wie beispielsweise auch vor dem Schulzentrum in Döbeln-Nord – Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Nun ist es schwer, diese tatsächlich zu messen, aber Fakt ist: „30 km/h sind definitiv viel zu schnell.“ Viele würden noch wesentlich zügiger über den Obermarkt fahren, auf dem übrigens gemäß seiner verkehrsrechtlichen Widmung außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen Parkverbot gilt – auch ohne, dass dies mit einem extra Verkehrsschild ausgewiesen werden müsste.

Diese Sünder zur Ordnung zu rufen, ist Aufgabe der Vollzugsbediensteten, von denen die Stadt inzwischen vier, statt bisher zwei hat. Aufgestockt wurde, weil das Ordnungsamt Verkehrsaufgaben wahrzunehmen hat und das abzudeckende Straßennetz immer umfangreicher geworden ist. Kontrolliert werden beispielsweise der ruhende Verkehr, Grünanlagen, Spielplätze.

Dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht mehr mit der Ausstellung der Bußgeldbescheide hinterherkommen, weil Dank der neuen Mitarbeiter sehr viel mehr Vergehen aufgenommen werden, stimme aber nicht. „Das schaffen die schon“, sagt Jürgen Müller mit einem Lächeln.

Von Manuela Engelmann

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