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Döbeln Terror als Thema: Gefängnisdirektoren tagen in Waldheim
Region Döbeln Terror als Thema: Gefängnisdirektoren tagen in Waldheim
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10:02 06.06.2018
Die JVA Waldheim richtet die diesjährige Tagung der Bundesvereinigung der Anstaltsleiter und Anstaltsleiterinnen im Justizvollzug aus. Diese widmet sich dem Thema Terror im Strafvollzug.Foto: Sven Quelle: Bartsch
Waldheim

Waldheim hat derzeit Gäste aus ganz Deutschland. Die Damen und Herren sind aber nicht als Touristen in die Perle des Zschopautales gekommen. Sie leiten Gefängnisse und absolvieren in dieser Woche die 44. Arbeits- und Fortbildungstagung der Bundesvereinigung der Anstaltsleiter und Anstaltsleiterinnen im Justizvollzug (BVAJ).

Suizide verhindern

„Vor zwei Jahren haben wir hier 300 Jahre JVA Waldheim gefeiert. Die Erinnerung daran war eine wichtige Entscheidungshilfe, die Tagung in der schönen Stadt Waldheim abzuhalten, die wir sicher auch noch besichtigen werden“, sagte Rolf Jacob, Vorsitzender der BVAJ. Weniger schön: Als Leiter der JVA Leipzig hatte er mit dem Thema Terror im Strafvollzug schon auf leidvolle Weise zu tun. Der mutmaßliche IS-Terrorist Jaber Albakr hatte sich am 12. Oktober 2016 in der JVA Leipzig das Leben genommen. Um die Selbstmordneigung dieses Täterkreises wird es bei der Tagung gehen und darum, wie es zu verhindern ist. „Es geht dabei um Eigen- und Fremdgefährdung und das Maß an Überwachung, das verhältnismäßig ist“, sagte Rolf Jacob.

Quelle: dpa

„Wir waren auf dieses Thema nicht vorbereitet“, sagte Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). „Das Risiko Suizidalität hatten wir nicht im Bewusstsein“, sagte der Minister. Er stärkte aber dem JVA-Personal den Rücken. Es war nicht abzusehen, dass sich Albakr umbringen wird. Sebastian Gemkow sprach auch die Probleme im sächsischen Strafvollzug an: Die Gefängnisse sind zu 97 Prozent ausgelastet, der Anteil der inhaftierten Ausländer hat sich von 14 auf 28 Prozent verdoppelt. Das Personal ist knapp. „Deshalb stocken wir es um 100 Stellen auf“, sagte der Justizminister, wie der Freistaat das Problem angeht.

Verurteilte Terroristen könne auch in Waldheim sitzen

Das Problem Terror ist so fern von der JVA Waldheim nicht weg. Man denke an die Rechts-Terroristen der Gruppe Freital, die das Oberlandesgericht Dresden (OLG) zuletzt zu langen Haftstrafen verurteilt hatte. Solange sie die Kriterien des Vollzugsplanes erfüllen, können diese Straftäter ihre Haftzeit in der JVA Waldheim verbringen, wie deren Direktor Harry Kempf sagt. Bedingung für die JVA Waldheim ist die erstmalige Verurteilung zu einer mindestens zweijährigen Haftstrafe. Im November 2017 lag der Ausländeranteil in der JVA Waldheim bei 26 Prozent. Personalsorgen kennt auch Harry Kempf, es bereitet schon einige Mühe, den Dienstplan aufzustellen.

Sterben im Knast

Terroristen im Strafvollzug sind nur ein Thema der Arbeitstagung der BVAJ. „Das zweite ist: Sterben im Vollzug. Wir haben Gefangene, die zu gefährlich für die Entlassung sind, bei anderen ist durch die lange Haft die JVA das zu Hause geworden, die Bediensteten sind die Familie“, nannte Rolf Jacob ein weiteres Themenfeld der Tagung. Alter und Haft – das lässt sich gut in Waldheim an praktischen Beispielen studieren. Logisch, dass in einer Anstalt für Langstrafler auch ältere Straftäter einsitzen. Ziemlich einzigartig in der sächsischen Gefängnislandschaft ist die Station für lebensältere Gefangene im Hafthaus „Bremen“.

07Auch über das Thema Alter und Tod hinter Gittern sprechen die JVA-Direktoren auf ihrer Tagung in Waldheim. Quelle: dpa

2005 fiel die Entscheidung, im Waldheimer Gefängnis einen „Seniorenknast“ einzurichten. Aus allen sächsischen Haftanstalten können sich ältere Gefangene hierher verlegen lassen. In der Seniorenstation sind die Rentner nicht mehr der Subkultur des Regelvollzuges ausgesetzt. Außerdem können die Bediensteten besser auf die Bedürfnisse eingehen.

Von Dirk Wurzel

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