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Döbeln Theater Döbeln: Zaren-Musik und Wrack-Rap im Frack
Region Döbeln Theater Döbeln: Zaren-Musik und Wrack-Rap im Frack
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20:45 05.02.2012

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Am Eingang begrüßen Josephine Schulz, Johanna Beier, Anna Löwe und Jonathan Siegmund vom Lessing-Gymnasium die rund 120 Gäste des Bühnenbällchens im Namen des Fördervereins und des Theaters. Ein großer Ball geht nicht - wegen der Bauarbeiten, und deshalb können auch nicht mehr Besucher rein. Wer aber eine der begehrten Karten ergattert hat, der wird an diesem Abend nicht enttäuscht. Denn das kleiner angebundene Bällchen kann es mit seinem großen Bruder inhaltlich durchaus aufnehmen. Die dieses Mal noch intimere Atmosphäre tut dem Ganzen sogar gut. Schauspieler und Musiker glänzen - auch weil es locker zugeht und weil man merkt, dass dieser Abend auch für sie etwas anderes ist. Die Stimmung: unbeschwert, beschwingt, leicht.

Man habe das Bällchen fein herausgeputzt, erklären Intendant Ralf-Peter Schulze und Generalmusikdirektor Jan Michael Horstmann zu Beginn des Galaprogramms. Susanne Engelhardt bringt "Memory" aus Cats, "Die ganze Welt ist himmelblau", wenn Miriam Sabba und Jens Winkelmann sie besingen. Conny Grotsch träumt als Hexe von einer Nacht mit dem Teufel. Sergio Raonic Lukovic zeigt, mehrmals an diesem Abend, raumfüllenden Bassbariton und kommt dabei zugleich flockig, witzig, spritzig rüber. Der Mann wird nicht umsonst immer wieder mal zum Publikumsliebling gewählt, gerade erst in Freiberg. GMD Horstmann führt so souverän durch das Programm, wie man ihn kennt und nicht missen möchte. Der Zar sei erkrankt, er gehe mal gucken, wer als Ersatz aus St. Petersburg gekommen ist, erzählt der GMD und verschwindet. Kurz darauf kommt er zurück - als russischer Zar, mit einer Schapka auf dem Kopf und pelzverbrämtem Mantel. Horstmann singt das Zaren-Lied "Otschi Tschjornyje", das Publikum unterstützt beim Refrain lautstark; spätestens hier sind die letzten Knoten geplatzt, die Stimmung ist bestens.

Zwischendurch versteigert Hagen Kunze Kunstwerke von Olga Scheck und Claus Vejrazka - 530 Euro gehen an den Förderverein des Lessing-Gymnasiums. Alexander Humboldt (Michael Berger) und Carl Friedrich Gauß (Andreas Pannach) gehen sich in einer Szene aus "Die Vermessung der Welt" an die Gurgel. Kleine Stücke, kurze Momente - und eine Susanne Engelhardt, die im Reifrock, dieses Mal im Gerolsteiner Look, wieder fabelhaft aussieht. Ein gelungenes Galaprogramm, das keine Längen hat.

Nach dem Buffet gibt es, wie beim großen Bühnenball, viele kleine Unterhaltungsprogramme, die sich lohnen. Michael Winler und Andreas Scholz von der Mittelsächsischen Philharmonie. tragen Frack zum "Wrack-Rap": Musik mit Autoteilen. Kotflügel, Bremsscheibe, Auspuff und Ölwanne erzeugen einen ganz eigenen Sound. Zwischendurch darf im TiB mit Willy Loew und dem Mercurius-Quartett getanzt werden, und am Ende des Abends kommen alle Besucher und Künstler wieder zusammen. Andreas Kuznick, Andreas Pannach und Herma Otto spuken im Foyer als Theatergeister herum - zusammen mit einem brillanten Jens Winkelmann, der als Jopi-Heesters-Verschnitt richtig senilen Spaß macht. Gute Laune in einer großen Stube. Ein Bällchen zwar, aber irgendwie doch ein ganz schön großes. Björn Meine

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