Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Thomas Gatzemeier hat wieder einen Roman geschrieben

Thomas Gatzemeier hat wieder einen Roman geschrieben

Was für Söhne! Döbeln hat Heckel, Döbeln hat Kretzschmar, Döbeln hat Gatzemeier - Maler von mindestens nationalem Ruf. Letzterer, der einzige noch lebende der Drei, versucht sich seit einiger Zeit auch als Romanautor.

Voriger Artikel
A 14: Konflikte nicht ausgeschlossen
Nächster Artikel
Döbeln: Ampelstopp und Linksabbieger in der Zwingerstraße

Thomas Gatzemeier ganz und gar als Maler bei dieser 2010 entstandenen Aufnahme. Seit seinem ersten Roman "Der Sekretär", der in Döbeln spielt, hat der Künstler sich immer mehr aufs Schreiben verlegt.

Quelle: Klaus Lorenz

Döbeln. Während in Thomas Gatzemeiers erstem Roman Döbeln Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist, wird diese Aufgabe im neuen Buch Leipzig zuteil. Was nicht heißt, dass seine Heimatregion darin überhaupt keine Rolle spielt. "Der Roman endet in Döbeln, an der Autobahnabfahrt", so der Autor gestern am Telefon. Die Hauptfigur des Buches, Edgar Wünschel, will hier seine Jugendliebe aus den 1970er Jahren besuchen... Auch Leisnig kommt im Buch vor. Dort trifft sich Wünschel mit einem Freund von früher, der jetzt Künstler ist. Dass Gatzemeier die Handlungsorte bisher immer an seine Lebensstationen im Osten verlegt hat, hat seinen Grund. "Zu Karlsruhe fällt mir immer noch nichts ein, vielleicht in 20 Jahren. Entfernung ist für einen Schriftsteller wichtig."

Eingefallen ist Gatzemeier diesmal eine Story über einen Banker und übers Finanzwesen. Edgar Wünschel, eigentlich Mathematiker, fängt an der Frankfurter Börse als Aktienhändler an, um nicht arbeitslos zu werden. Er macht Karriere. Nach der Wende bekommt er ein lukratives Jobangebot in Leipzig. Er übernimmt den Eigenhandel einer Bank. Als Wünschel die wertlos gewordenen Hypothekenkredite der Dubliner Zweigstelle seiner Bank bewerten soll, wird ihm das Lug- und Trug-System bewusst, in dem er sich bewegt.

"Ich hatte schon oft mit Bankiers zu tun, als Käufer meiner Bilder. Ich habe Vorstandschefs kennengelernt und Handelsräume gesehen", beschreibt Gatzemeier einen gewissen Hintergrund. Aber: "Der Roman ist eine ausgedachte Geschichte, die jedoch immer auch etwas mit der Realität zu tun hat. Vielleicht ist sie das Substrat der Wahrheit." Möglicherweise sei das Buch ein Sinnbild für "die immer wieder kehrenden Finanzkrisen, die aus der Gier des Menschen entstehen".

Exklusiv wird Gatzemeier in den nächsten Tagen seinen neuen Roman bei einer Lesereise auf einem Kreuzfahrtschiff vorstellen, das von der Karibik bis nach Hamburg fährt. Ob er danach, wie schon beim "Sekretär", auch in Döbeln vorlesen wird, steht noch nicht fest. "Wenn ich gefragt werde, komme ich bestimmt." Überhaupt sei er zurzeit mehr Schriftsteller als Maler. "Ich habe schon immer geschrieben, mied aber Veröffentlichungen aus Angst, zu sehr zu dilettieren. Ein Freund hat mich dann genötigt, das erste Buch herauszugeben." Nun kann Gatzemeier nicht mehr davon lassen. Der dritte Roman ist bereits in Arbeit. Olaf Büchel

Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen!, Roman, 256 Seiten, Eigenverlag Soll und Haben, Karlsruhe, ISBN 978-39813423-3-8, ab 24. Februar im Buchhandel.

❏ Thomas Gatzemeier wurde 1954 in Döbeln geboren. Er absolvierte eine Lehre zum Schrift- und Plakatmaler und arbeitete als Steinmetzgehilfe, bevor er von 1975 bis 1980 Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierte. Seine Lehrer waren Arno Rink und Volker Stelzmann.

❏ Von 1980 bis 1986 war der Künstler freischaffend in Döbeln tätig. Bereits 1984 erhielt er Ausstellungsverbot in der DDR. Zwei Jahre später wurde er ausgebürgert und kam mit seiner Familie nach Karlsruhe.

❏ Seit etwa sechs Jahren betreibt Thomas Gatzemeier neben seinem Atelier in Karlsruhe auch wieder ein Atelier in Leipzig.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

22.08.2017 - 06:26 Uhr

Laußig und Bad Düben starten mit klaren Heimniederlagen.

mehr