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Döbeln Anzeige: Keine Gnade mit dem Hundegenadenhof-Betreiber
Region Döbeln Anzeige: Keine Gnade mit dem Hundegenadenhof-Betreiber
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13:47 11.03.2018
Der ehmemalige Gnadenhof in Jahna wird ausgräumt. Quelle: Sven Bartsch Fotograf
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Jahna/Ostrau/Delmschütz

Die Tierschützer, die in Jahna selbst einen Hundegnadenhof mit guten Bedingungen für alte Tiere einrichten wollen, trafen auf erschreckende Zustände im Untergeschoss des Mehrfamilienhauses: Beißender Uringestank, zerfetzte Möbel und jede Menge Dreck. „So wie er dort Hunde gehalten hat, hat das mit Tierschutz nichts zu tun. Die Tiere waren von früh bis abends im Haus eingesperrt, durften nur kurz mal raus“, schildert Marlies Przybilla die Umstände.

Ihre Einschätzung teilt offenbar auch ein Tierschutzverein aus Sachsen-Anhalt. Dieser stellte bei der Polizeidienststelle in Magdeburg eine Strafanzeige gegen Betreiber Christiaan Danhoff wegen des Zustandes der Hunde in Jahna. „Sie wollten wohl einige der Hunde dort abholen“, sagt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU), dem die Anzeige vom Polizeirevier Döbeln mit der Bitte um Aufklärung mehrerer Fragen weitergeleitet wurde. „Wir haben umgehend eine Anfrage ans Veterinäramt gestellt, um eine Kontrolle auf dem neuen Hof von Herrn Danhoff in Delmschütz durchzuführen“, fügte Schilling hinzu.

Dorthin ist der gebürtige Südafrikaner nach seinem Auszug aus Jahna hingezogen (die DAZ berichtete). Nach Schillings neuesten Informationen will er dort zwar keinen offiziellen Hundegnadenhof mehr betreiben. „Aber der Amtstierarzt war vor Ort und meinte, dass einer privaten Hundehaltung von bis zu zehn Hunden nichts im Wege steht“, sagt Schilling. Das will die Verwaltung dennoch um jeden Preis verhindern, zumal zur Gemeinderatssitzung in dieser Woche erneut Delmschützer Anwohner wegen ihrer Sorgen vor dem Hundehalter anwesend waren. Und erst recht, seitdem Schilling eine Liste der Hunde in Delmschütz vorliegt. „Da sind zwei Dobermänner und ein Pitbull dabei, also Kampfhunderassen“, sagt der Bürgermeister.

Neben der Einschaltung des Veterinäramtes will Schilling weitere Geschütze auffahren. So hat er im Abwasserzweckverband (AZV) bereits angezeigt, dass das Haus in Delmschütz nicht über eine vollbiologische Kleinkläranlage verfügt wie vorgeschrieben. Zudem sei Danhoff trotz Umzug noch nicht mit neuer Adresse bei der Verwaltung gemeldet – ebenso nicht wie seine Hunde, für die auch Steuern zu zahlen sind.

Unterstützen will Schilling dagegen das Ansinnen des Tierheims Ostrau, sich artgerecht und mit offizieller Genehmigung um maximal 15 Hunde auf dem bisherigen Gnadenhof in Jahna zu kümmern. Zumal die Kommune trotz der am kommenden Dienstag geplanten Einwohnerversammlung (19 Uhr, Vereinshaus Jahna) nur bedingt über ein Einspruchsrecht verfügt. Denn über die Nutzung entscheidet der Landkreis. Die Gemeinde hat nur ein Anhörungsrecht. „Mit der finanziellen Unterstützung des Eigentümers für den Tierschutz, wird es dort immer einen Interessenten geben. Mit unserem Tierheim pflegen wir eine gute Partnerschaft und könnten dort einfacher Einfluss nehmen als auf einen Fremden“, sagt Schilling deshalb.

Um Vorurteile und Spannungen im Ort abzubauen, will die Tierheimleitung um Mario Becker und Marlies Przybilla auf der Einwohnerversammlung ihr Vorhaben offen darlegen und alle Fragen beantworten. Tierpflegerin Yvonne Jasinski, die auf dem Hof leben und sich um die Hunde kümmern soll, wird ebenfalls dabei sein.

Von Sebastian Fink

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