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Tillich schreibt Grußwort für Hartha

Deutsche Einheit Tillich schreibt Grußwort für Hartha

Der Dirndl-Tanz der Harthaer Black Diamonds mag am Tag der Einheit vor allem die Gäste aus dem bayrischen Landsberg gefreut haben. Aus Waldheims Partnerstadt war Besuch da, zudem aus Fröndenberg und Siofok. Auf die Party, die der Freundeskreis Sachsenkreuz seit einigen Jahren ausrichtet, wurde zuletzt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich aufmerksam.

Gäste aus sechs Städten stießen in Hartha auf die deutsche Einheit an.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Ein buntes Band der Einheit wurde am gestrigen Feiertag in der Harthaer Stadtkirche geknüpft. Zum Gottesdienst hatte Waldheims Pfarrer Reinald Richberg einzelne Stücke des farbigen Bandes an die rund 100 Gottesdienstbesucher ausgegeben und forderte sie dazu auf, die Enden miteinander zu verknoten.

Das lange bunte Band schmückte anschließend den Pavillon auf dem Festgelände an der Dresdener Straße. Dorthin hatte es neben Harthaern auch Gäste aus den umliegenden Städten und deren Partnerstädten gezogen.

Vereine aus dem Sachsenkreuz gestalten das Fest mit

Der Waldheimer Volkschor eröffnete das Fest. Die Black Diamonds tanzten für die Gäste, eine Karatevorführung war zu sehen und Linedancer aus Hartha und Leisnig traten ebenfalls auf. Aus allen drei Kommunen vom Städtebund Sachsenkreuz stellten Aktive aus den Vereinen das vor, womit sie gemeinsam ihre Freizeit verbringen. An den Ständen präsentierten sich ebenfalls die Städte und ihre Vereine.

Zum Tag der Sachsen mit Stanislaw Tillich im Gespräch

In der Umgebung war das Fest, das seit mehreren Jahren der Freundeskreis Leisnig-Hartha-Waldheim organisiert, vielleicht nicht ganz das einzige größere Fest zur deutschen Einheit, aber es war auf jeden Fall das Einzige, an dessen Gäste sich Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ein persönliches Grußwort sandte. Darin schreibt er unter anderem: „Nach dem Aufbruch in die Freiheit kam für Viele eine Zeit der Anstrengung und Enttäuschung. Manche sahen ihre Wünsche und Hoffnungen getäuscht. Die massenhaft erlittene Arbeitslosigkeit hat bei vielen seelische, aber auch materielle Wunden hinterlassen, die bis heute nicht geheilt sind. Dass Betriebe, von denen einige zu den besten in der Welt gehörten, plötzlich Schrott gewesen sein sollen, hat die Beschäftigten dort bitter gekränkt. Auch das gehört zur Geschichte der deutschen Einheit.“

Geschichten des Zusammenwachsens nicht vergessen

Dass der Landesvater ausgerechnet auf das Harthaer Fest aufmerksam wurde, kann Dietmar Hack aus Waldheim erklären. Zusammen mit vier weiteren Mitstreitern aus dem Freundeskreis Sachsenkreuz, wie er die 15-köpfige Gruppe selbstbewusst nennt, hatte er in diesem Jahr zum Tag der Sachsen in Löbau Stanislaw Tillich persönlich angesprochen. Die beiden blieben in Kontakt.

Tillich schreibt über die Begegnung sowie den Freundeskreis Sachsenkreuz: „Es ist eine der unzähligen Geschichten vom entschlossenen Aufbruch in die Einheit in Freiheit und vom Zusammenwachsen von Ost und West, die wir niemals vergessen sollten.“

Städtepartnerschaften benötigen Initialzündungen

Dietmar Hack hatte zusammen mit seinem Freund Jost Handrack einst die Städtepartnerschaft zwischen Waldheim und Landsberg mit aus der Taufe gehoben. Der ehemalige Waldheimer Handrack lebt seit vor der Wende in Landsberg. Die Wende brachte beide wieder zusammen.

So wie die Harthaer Gäste aus ihrer Partnerstadt Fröndenberg zum Fest begrüßten, hatten die Waldheimer die Landsberger sowie Siofoker eingeladen. Ein regelmäßiger Gast zu den Festlichkeiten ist beispielsweise Harry Reitmayr, in Landsberg der Beauftragte für die Städtepartnerschaften. Mit dem Waldheimer Bürgermeister a.D. Steffen Blech verbindet den CSU-Mann eine langjährige Freundschaft. Damit Städtepartnerschaften erhalten bleiben, bedürfe es über die Jahre hinweg immer mal wieder eines neuen Initials. „Sonst schlafen sie ein, und das wäre für alle Seiten sehr schade.“ Den Fassbieranstich überließ der vierschrötige Bayer übrigens wie selbstverständlich dem Harthaer Bürgermeister. Nur das zünftige „Ozapft is!“rief dann doch der Landsberger in die Menge.

Von Steffi Robak

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