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Döbeln Todesopfer nach Brand in Waldheim
Region Döbeln Todesopfer nach Brand in Waldheim
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23:00 01.11.2012

"Gegen 3.15 Uhr sind wird zum Einsatzort gerufen worden", teilte Waldheims Feuerwehrchef Falko Bartz mit. Alarmiert wurden sowohl die Feuerwehr, als auch die anderen Bewohner des sanierten Gründerzeithauses. Die Familie, die eine Etage unter der Brandwohnung lebt, hatte das Feuer bemerkt. "Die Familie wollte heute früh ganz zeitig in der Urlaub nach Ägypten fliegen. Deswegen war sie schon wach. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn sie den Brand nicht so schnell entdeckt hätte", sagte Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU).

Damit der Brandherd so schnell wie möglich gelöscht werden konnte, wurden zusätzlich die Wehren aus Massanei, Schönberg sowie Hartha und Wendishain gerufen. Das komplette Haus musste wegen der Löscharbeiten evakuiert werden. Um die Bewohner zu versorgen, wurden zwei Schnelle Einsatzgruppen des Deutschen Roten Kreuzes Hainichen-Döbeln und der Johanniterunfallhilfe Döbeln durch das Notarztteam hinzugerufen. "Wir haben am Einsatzort die Versorgung der Bewohner und der Rettungskräfte übernommen", teilte Rene Illig, Einsatzleiter beim DRK mit. Vor allem warme Decken und warme Getränke reichten die Helfer an die Bewohner und Feuerwehrleute aus. "Gegen 7.30 Uhr war der Einsatz für uns beendet. Wir haben dann die Wohnung an die Polizei übergeben", erklärte Gemeindewehrleiter Bartz.

Zur Brandursache wollte sich vor Ort weder die Polizei noch die Feuerwehr äußern. "Aus bisher unbekannter Ursache", lautete die gestrige Botschaft aus der Polizeidirektion Westsachsen (PD). Auch die Todesursache ist noch nicht geklärt. "Die Ermittlungen dazu werden noch geführt", erklärte die Pressestelle der PD in Leipzig.

Nach Informationen dieser Zeitung sollte die Wohnung des Opfers in Kürze zwangsgeräumt werden. "Es hat vermehrt Beschwerden wegen Ruhestörung durch den Mieter gegeben, weswegen das Mietverhältnis beendet werden sollte", bestätigte eine Mitarbeiterin des Vermieters, die Fundament-Haus GmbH in Mittweida. Nachbarn erzählen, dass der vermeintliche Brandverursacher häufig im stark alkoholisierten Zustand gesehen wurde. In der Wohnung selbst sei öfter lautstark gefeiert worden. Vermutungen der Mieter, dass dem Mitbewohner bereits der Strom abgeklemmt worden sei, dementierte das Mittweidaer Unternehmen. "Der Energieversorger hat uns versichert, dass Strom angelegen hat. Auch die Bezahlung der Miete ist soweit geregelt gewesen - das Geld kam direkt von der Arge. Mietrückstände gab es in dem Sinne also nicht. Aber eben immer wieder Probleme", erklärte die Mitarbeiterin des Vermieters in Mittweida. Ein älterer Mann aus der Nachbarschaft erzählte vor Ort in Waldheim, er habe in den vergangenen Tagen nur noch Kerzen in der Wohnung glimmen gesehen.

Bis auf das 36 Jahre alt gewordene Opfer konnten sich alle Hausbewohner - dank der schnellen Reaktion der Familie - rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei Bewohnerinnen (27 und 45 Jahre alt) musten wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus verbracht werden. Die Verkaufsleiterin der Fundament Haus GmbH, Heike Herold, ergänzte gegenüber der DAZ, dass sich Vertreter der Firma noch gestern mit den Mietern des Hauses unverbindlich in Verbindung gesetzt haben, die zwischenzeitlich eine Bleibe bei Freunden oder Verwandten beziehungsweise - durch die Stadtverwaltung Waldheim vermittelt - im AOK-Bildungszentrum fanden. Denn neben der Wohnung, in der der Brand ausbrach, sind nunmehr zwei weitere nicht bewohnbar. Nach Angaben von Bürgermeister Steffen Blech sei bei den unmittelbaren Untermietern die Decke komplett durchgebrannt. In der anderen Wohnung gebe es durch das Löschwasser einen erheblichen Schaden. "Wir selbst können den Mietern vorerst keinen entsprechenden Ersatz in Waldheim anbieten. Wir werden sicher die Hilfsangebote der Stadt annehmen müssen", teilte Herold weiter mit. Die Kommune selbst versucht über die stadteigene Tochter Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Unterkünfte zu vermitteln.

Heiko Stets, Thomas Lieb

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