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Döbeln Totalschaden nach Brand in Leisnig: Katze rettet Familie vor den Flammen
Region Döbeln Totalschaden nach Brand in Leisnig: Katze rettet Familie vor den Flammen
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00:34 01.10.2015
Kleiner Schutzpatron: Katze "Muschi" weckte Antje Reinwardt und Marcus Rost nachts in der brennenden Wohnung auf. Seitdem bekommt sie ganz viele Leckerlis. Quelle: Melanie Steitz
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Die Ursache ist noch unklar. "Haben Sie denn auch genügend Handtücher?", fragt eine ältere Frau. "Nein, vielen Dank. Wir sind erst einmal gut versorgt," wiegelt Reinwardt ab, die kurz vor dem Entbindungstermin ihres zweiten Kindes steht. Schon macht die nächste Bekannte halt - jeder will helfen.

Auch im Netz wurden Spendenaktionen von besorgten Bürgern initiiert. Heiko Schmidt möchte bei der Sparkasse Döbeln ein Spendenkonto eröffnen. "Beim Hochwasser 2002 hat es auch funktioniert", erläutert der 25-Jährige.

"Ihre ganze Existenz hängt an dem Haus", bestätigt Nachbarin Karla Fischer. In den unteren beiden Etagen befand sich der Friseursalon, worin das Paar 16 Mitarbeiter beschäftigte; oben die Wohnung. Fischer kennt die Familie. Zehn Häuser entfernt habe sie das Feuer nicht bemerkt, nur die Sirenen gehört. "Meine Güte, wer denkt denn schon, dass es hier brennt", sinniert Fischer bestürzt. Am nächsten Morgen auf dem Weg zum Bäcker habe es arg nach Verbranntem gerochen, obwohl die Flammen längst versiegt waren. "Finanziell ist das bestimmt schlimm", sagt sie. Man wisse ja nicht, wie viele Kredite in das Haus gesteckt wurden.

Schon zu DDR-Zeiten gab es den "Elite"-Friseursalon an der Ecke der Colditzer Straße 4. Vor ungefähr sechs Jahren übernahmen Antje Reinwardt und Marcus Rost den Laden, änderten die Raumstruktur und sanierten kräftig. "Klassischer Totalschaden", resümierst Rost knapp, zündet sich eine Zigarette an. "Wir sind froh, erst einmal alle Mann heil heraus gekommen zu sein", sagt seine Frau. Die Katze, ihr Schutzpatron, habe das Paar geweckt. "Sie sprang nachts gegen die Türen und randalierte wie wild im Flur." Dann sei alles sehr rasch gegangen: der Sohn wurde aus dem Kinderzimmer geholt, die Handtasche der Frau geschnappt und nur in T-Shirt und Jeans bekleidet rannten alle die Treppe hinunter, auf die Straße.

Nun hat die Familie eine Ausweichwohnung gefunden. Mit der Stadt steht sie in ständigem Kontakt, so Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Ein neuer Friseursalon sei angedacht, der konkrete Ort nicht spruchreif. Vorerst muss das Gutachten der Versicherung abgewartet werden. "Das Wochenende war hart", sagt Reinwardt, "aber nun sehen wir Licht am Ende des Tunnels." Auch Goth ist hoffnungsvoll. "Ich habe viel gelebte Solidarität mitbekommen", lobt er.

Immerhin ist die Straße wieder beidseitig befahrbar. Nur der Gehweg bleibt umzäunt. Statiker Ralf Klingenberger gab gestern grünes Licht. Nicht äußere, sondern innere Schäden am Dachgeschoss seien ausgeprägt, die Standsicherheit somit gewährleistet.

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 29.09.2015

Melanie Steitz

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