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Döbeln Totes Kalb in Eichardt – Veterinäramt bestätigt Gesetzesverstoß
Region Döbeln Totes Kalb in Eichardt – Veterinäramt bestätigt Gesetzesverstoß
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05:00 06.10.2016
Totes Kalb im Stall des Eichardter Landwirtschafts-Hofes. Quelle: Privat
Eichardt

Mindestens ein totes Kalb und Schweine, die offenbar vor Hunger quieken – was sich in den zurückliegenden Tagen auf dem Landwirtschaftshof am Ortseingang von Eichardt abgespielt haben muss, lässt nicht nur Tierfreunde erschaudern.

Die Döbelner Allgemeine Zeitung erhielt anonyme Hinweise und Fotos, die eine ordnungsgemäße Tierhaltung auf dem Hof mehr als in Frage stellen. Die Bilder zeigen zum Beispiel ein totes Kalb und ein Schwein, das am Rücken verletzt ist. Die Tiere sollen teilweise so laut und anhaltend gerufen haben, dass sich Anwohner angeblich erbarmten und sie aus den Ställen des unbewohnten und halb verfallenen Hofes ließen, damit sie außerhalb etwas zu fressen finden.

Bei dem Halter der Tiere soll es sich um einen Mann aus der Region handeln, der aber etliche Kilometer weg von dem Eichardter Hof wohnt „Der Halter ist dem Landratsamt bekannt. Das Veterinäramt war mehrfach in diesem Jahr vor Ort in Eichardt, zuletzt am 6. September“, erklärte der Sprecher der Kreisverwaltung, André Kaiser, auf Anfrage. Es seien Auflagen hinsichtlich der Tierhaltung gestellt und auch kontrolliert worden. André Kaiser: „Eine erneute Kontrolle war in Kürze geplant, die durch die Informationen nun vorgezogen wird.“

Das war vor dem langen Wochenende. Das Veterinäramt handelte zügig und stellte tatsächlich ein totes Kalb in einem der Ställe fest. „Der Tatbestand wird als Ordnungswidrigkeit behandelt. Das tote Kalb muss entsorgt werden. Es wurde gegen mehrere Gesetze und Verordnungen verstoßen. Es ist aber kein Straftatbestand gegeben. Insofern bringen wir das nicht zur Anzeige“, informierte der Landratsamts-Sprecher nach der jüngsten Kontrolle. Mittlerweile sollen sich keine Schweine mehr im Gut befinden. Neue Hinweise deuten aber auf ein zweites totes Kalb hin. Der Mann, der offenbar der Halter der Tiere ist beziehungsweise war, gab sich bei einem Anruf kurz angebunden: „Kein Kommentar. Fragen sie beim Landratsamt nach.“

Auch Großweitzschens Bürgermeister Ulrich Fleischer kennt den Hof am Dorfrand von Eichardt als „Ort der Ärgernisse“. Etliche Autowracks sollen sich auf dem Gelände befinden, die aber nicht (alle) dem jetzigen Nutzer, sondern auch Vorbesitzern zuzuschreiben seien. „Die Gemeinde hat dort schon mal teilweise aufgeräumt und auch Tore verschlossen, damit sich das Areal nicht weiter zu einer Müllhalde entwickelt.“ Was Ulrich Fleischer ganz genau weiß, ist, dass der Nutzer keinesfalls auch der Eigentümer des Hofes ist. „Das Gut gehört dem Freistaat und das Sächsische Immobilien- und Baumanagement verwaltet es.“ Es handele sich um ein Fiskalerbe, dass der Freistaat angetreten habe. Fleischer: „Nur leider kümmert er sich zu wenig darum.“

Von Olaf Büchel

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