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Tradition: Döbelner starten beim 29. Leipziger LVB-Triathlon

Tradition: Döbelner starten beim 29. Leipziger LVB-Triathlon

Ausschlafen an einem Sonntag? Wird völlig überbewertet. Vor allem, wenn der Leipziger LVB-Triathlon ruft. In hiesigen Athletenkreisen ist der traditionelle Wettkampf am Kulkwitzer See Kult.

Leipzig/Döbeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte Tobias Dreier aufgeregt sein, versteckt der 19-Jährige seine Nervosität gut. Der junge Döbelner bestreitet heute seinen ersten Triathlon überhaupt, er kommt aus dem Schwimmsport. Gerade einmal 40 Rennradkilometer hat er in den Beinen, den Drahtesel geborgt von Remo Nitschmann. "Das wird schon werden...", sagt er sich. Dabei sein ist alles - unter diesem Motto ist heute auch Jens Engelmann dabei, bestreitet seinen zweiten Triathlon-Wettkampf und gehört damit wie Tobias Dreier zu den Frischlingen im Team. "Heute früh hab ich mir gedacht, eine Kurzdistanz hätte auch gereicht..." Doch die Döbelner haben wie 415 andere Triathleten für die Olympische Strecke gemeldet: 1,55 Kilometer Schwimmen, 42 Rad fahren und abschließend zehn Kilometer Laufen stehen deshalb heute auf dem Programm. "Mal sehen, wie es mit dem Wind ist", spekulieren die Erfahrenen, die wissen, dass beim LVB-Triathlon fast immer mit Gegenwind gekämpft werden muss - nicht nur auf dem Rad. Der See zumindest liegt an diesem Morgen recht ruhig, wie in gespannter Erwartung der Raubfische, die pünktlich um Elf das erste Mal in den Kampf ziehen.

Die erste Disziplin vor dem eigentlichen Wettkampf bleibt nicht nur dem Senior in der Gruppe Hans-Peter Klessig, sondern auch Tobias Dreier erspart, weil sie "ohne" schwimmen: Das Anziehen des im besten Fall sehr eng sitzenden Neoprenanzuges gestaltet sich für manch einen zur schweißtreibenden Angelegenheit, die ohne fremde Hilfe nicht bewerkstelligt werden kann. Naja - beim Anziehen ist Hilfe ja noch erlaubt, beim Ausziehen in der Wechselzone natürlich nicht mehr... Wer die erreichen will, muss erst einmal den Kampf im Wasser "überleben". Das beste ist: Vornweg schwimmen. Doch weil das eben nicht ganz so einfach ist und ein gewisses Tempo erfordert, ist Durchhaltevermögen gefragt. Und im Zweifelsfall: Zähne zusammenbeißen. Inmitten hunderter Raubfische setzt es immer mal einen harten Schlag, der im besten Fall keine bleibenden Schmerzen verursacht. Orientierung ist auch nicht verkehrt: Die kürzeste erlaubte Strecke finden, spart nämlich Zeit. Während Routinier Remo Nitschmann alles richtig macht und als erster Döbelner vor Johannes Größler und Silvia Schlegel (28:02), Andreas Bunk (28:17) und Peter Liebmann (28:37) nach reichlich 26 Minuten aus dem Wasser steigt, ist sich Tobias Dreier nicht ganz sicher, ob eine oder zwei Runden schwimmen angesagt waren. "Ich hab gedacht, zwei, also hab ich das Tempo am Anfang gedrosselt..." Auch gut, bleiben vielleicht ein paar Körner mehr für die verbleibenden zwei Disziplinen. Nach 29:40 Minuten hat er es dann aber geschafft, knapp sieben Minuten später folgt Hans-Peter Klessig. Bei Jens Engelmann fehlt es ein wenig an Orientierung, er schwimmt ein Umweg und verliert damit wertvolle Minuten (37:16). Egal, Jammern hilft nicht - rein in die Wechselzone, rauf aufs Rad. Auf eben demselben hat Andreas Bunk die Jagd auf Remo Nitschmann längst aufgenommen. Der kleine, vereinsinterne Zweikampf läuft... Die Wettkampfbedingungen sind heute gut wie selten: kein Regen, kaum Sonne und vor allem - weniger Wind. Nach 1:06:57 Stunden auf dem Drahtesel hat Remo Nitschmann unter den Döbelnern noch immer die Nase vorn und zischt in die Wechselzone - sein Verfolger Andreas Bunk, zwei Minuten langsamer auf dem Rad, dafür jeweils 20 Sekunden schneller in der Wechselzone, nimmt jetzt die Verfolgung zu Fuß auf. Währenddessen rollen Johannes Größler, Peter Liebmann und Silvia Schlegel zum zweiten Mal an diesem Tag in die Wechselzone - Helm ab, Laufschuhe an und weiter geht es zur letzten Disziplin. In der muss sich schließlich auch Remo Nitschmann geschlagen geben - sechs Minuten schneller läuft Andreas Bunk und erreicht damit als erster Döbelner das Ziel - in persönlicher LVB-Bestzeit. "Das lag heute eindeutig am Wind..."

Während die Routiniers des Döbelner Schwimmverein nach und nach ins Ziel kommen, ihr Finisher-Shirt in Empfang nehmen und die geschröpften Speicher mit alkoholfreiem Bier auffüllen, ist Tobias Dreier auf dem Weg, seinen ersten Triathlon zu ins Ziel zu bringen. Nach 46:45 Minuten auf der Laufstrecke hat er es geschafft - und darf bei der Siegerehrung sogar noch mit aufs Treppchen. "Als Dritter von drei Startern in der Junioren-Wertung", sagt er und lacht. Am Ende des Tages sind alle irgendwie zufrieden und relativ sicher, auch im nächsten Jahr wieder ein Teil des Kultes LVB-Triathlon zu sein. M. Engelmann

 

Döbelner Ergebnisse Olympische Distanz: 56. Andreas Bunk (13. M35 - 28:17min/1:08:18h/37:09min/2:16:22h); 73. Remo Nitschmann (23 M30 - 26:24min/1:06:57h/43:14min/2:19_46h)); 114. Johannes Größler (22. M25 - 28:02min/1:10:15h/43:08min/2:25:21); 115. Peter Liebmann (34. M30 - 28:37/1:11:16h/42:11min/2:25:21h); 12. Silvia Schlegel (28:02min/1:15:19h/46:46min/2:34:18h); 246. Tobias Dreier (3. Junioren - 29:40min/1:16:54h/46:45min/2:38:44h); 307. Hans-Peter Klessig (39. M45 - 36:30min/1:14.45h/50:05min/2:45:53h); 319. Jens Engelmann (70. M30 - 37:16min/1:13:40h/50:53min/2:46:59h)

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