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Döbeln Traum vom Straßencafé erfüllt
Region Döbeln Traum vom Straßencafé erfüllt
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17:22 20.10.2017
Seit August hat Tina Walter Abnehmer für ihre Kuchen, die sich leidenschaftlich gern backt. Vor ihrem Restaurierungsatelier am Körnerplatz hat sie ein kleines Straßencafé eröffnet. Bei schönem Wetter kann hier entspannt verweilt werden. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

„Wir wollten ein bisschen Amsterdam-Flair an die Mulde holen“, sagt sie und strahlt. Das Angebot wird rege genutzt und bringt ein bunt gemischtes Publikum an die drei, manchmal sogar fünf kleinen Holztischchen direkt vor ihrem Restaurierungs-Atelier.

Irgendwann musste es einfach sein. „Seit ich 16 bin, wollte ich ein eigenes Café haben“, erzählt Tina Walter von ihrer Leidenschaft. Die Eltern sind der Meinung, es wäre besser, etwas Sinnvolles zu lernen und die Tochter schließt an ihre Tischlerlehre das Restauratoren-Studium an. Möbel zu bearbeiten ist ihre erste Leidenschaft, doch der Gedanke an das eigene kleine Café geht der Wahl-Döbelnerin nie aus dem Kopf. „Immer wenn ich irgendwo unterwegs bin, schaue ich mir Cafés an“, sagt sie schmunzelnd. Sie bäckt liebend gern, für den eigenen Bedarf, doch „soviel Kuchen kann keine Familie auf Dauer essen.“ Ein Künstlercafé wäre ihr Traum, mit wechselnden Veranstaltungen. Doch das zerschlägt sich aus organisatorischen Gründen. „Man braucht ein tragfähiges Konzept.“

2012 hat Tina Walter ein kleines Haus am Körnerplatz gekauft, in das sie mit ihrem Atelier gezogen ist. Bis heute hat sie die Nummer 14 liebevoll um- und ausgebaut. „Stell doch einfach mal ein paar Tische raus und biete Kaffee an“, sagt ihre Partnerin Elke Börner irgendwann. Doch einfach so will Tina Walter nicht. Es muss auf gesunden Füßen stehen, auch wenn es nicht dem Geldverdienen dient. Sie macht sich schlau, holt sich alle Genehmigungen und legt los. Gebacken wird weiterhin mit viel Liebe und guten Zutaten, nur nicht in der heimeligen kleinen privaten Küche, sondern in einer ausgelagerten Gewerbeküche. „Die muss eben sein.“ Praktischerweise befindet sie sich in einer Wohnung am Körnerplatz, die die beiden Frauen dafür eigenhändig renoviert haben.

Das kleine Straßencafé, das Tina Walter bei schönem Wetter montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr öffnet, schlägt ein. Es gibt einen Kuchen, frisch gebrühten Kaffee aus selbst gemahlenen Bohnen und in der alten Sammeltasse, Tee und auch mal eine Gurkenlimo. Tina Walter bäckt mit Eiern von glücklichen Hühnern vom Hof ihres Vaters, mit Äpfeln und Kräutern aus dem eigenen Garten und, das ist ihr genauso wichtig, zuckerreduziert. Nach traditionellen Rezepten, die sie neu interpretiert. Das kommt an, genauso wie die zwanglose Atmosphäre, die im Sonnenschein vor ihrem Atelier herrscht. „Wir lieben es“, sagt sie selbst glücklich darüber, wie sich ihr kleines Café zum Szenetreffpunkt entwickelt, in dem die Omi neben dem Arzt sitzt, Familien mit Kindern den gegenüberliegenden Park genießen. Zeit sollte mitbringen, wer hier einkehrt.

Wenn jetzt die kühlere Jahreszeit anbricht, wird das kleine Café seltener geöffnet haben. Doch Tina Walter und Elke Börner haben auch schon Ideen für eine Wintervariante, die dort entstehen soll, wo auch die Gewerbeküche ihren Platz gefunden hat – in der Wohnung am Körnerplatz 19. Dann soll es vielleicht mal einen Filmnachmittag geben oder auch andere Veranstaltungen, beispielsweise in der Zeit im Advent. Ein Termin steht schon fest: Am Abend des 18. November gibt es ein ganz besonderes Konzert mit Obertonstimme, Klangschalen.

Von Manuela Engelmann

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