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Traumberuf Bibliothekarin

Traumberuf Bibliothekarin

Anne Bünger liest für ihr Leben gern. Die 17-jährige Leseratte aus Altenhof gibt ihr ganzes Taschengeld für neue Wälzer aus und nutzt jede freie Minute, um ihre Nase in neue Abenteuer zu stecken.

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Unter Büchern in der Stadtbibliothek Leisnig. Hier ist die 17-jährige Leseratte Anne Bünger voll in ihrem Element.

Quelle: Oliver Becker

Vor allem die Bücher von John Green haben es ihr angetan. Daneben liest sie gerne andere Jugendliteratur zur Alltagsbewältigung wie "Girl online" von Zoe Sagg, aber auch Kitsch, Fußball-Literatur wie das große WM-Buch und Psychothriller für den gewissen Kick.

 

Seit Anfang des Jahres macht sie im Rahmen der Schule ein Praktikum in der Stadtbibliothek Leisnig und unterstützt die Vorbereitungen für den "Buchsommer", der am 1. Juli in Döbeln startet. Ihr Berufsziel: Bibliothekarin. Was für viele in ihrem Alter nach einem staubigen und wenig aufregenden Job klingt, ist für Bünger der Traumberuf schlechthin. "Ich finde alles in der Bibliothek spannend. Jedes Buch steht für eine andere Geschichte, die es zu entdecken gilt. Der gesamte Umgang mit dem Buch fasziniert mich", sagt sie. Die Arbeit läuft gut: "Ich bin super aufgenommen worden, bekomme nur gutes Feedback und alle Tätigkeiten machen mir großen Spaß." Wenn die Kunden ausgeliehene Bücher zurückbringen, säubert sie die Buchdeckel und sortiert sie wieder in die Regale. "Daneben entwerfe ich Plakate für Aufsteller oder schaue, ob Bücher ersetzt werden müssen, wenn es Doppelexemplare gibt und wir eine Spende bekommen", erklärt die 17-Jährige.

 

Als sich die Schülerin in der neunten Klasse für einen Beruf entscheiden musste, riet ihr die Mutter - selbst ein begeisterter Bücherwurm - zu einem Praktikum in der Bibliothek, da sie viel lese und Bücher liebe. Bünger: "Meine Mutter leiht regelmäßig Bücher aus. Sie und Frau Otto, die Chefin der Bibliothek, sind gute Bekannte." Daraufhin schnuppert sie für eine Woche zum erste Mal Bücherluft in der Leisniger Stadtbibliothek. "Ich stand damals ein Jahr vor meinem Realschulabschluss und brauchte für meine Bewerbungen nach der Schule ein Praktikum. Die Arbeit mit den Büchern hat mich davon überzeugt, Bibliothekarin zu werden", erklärt die Bücher-Verrückte. 2014 macht sie ihren Schulabschluss. Da viele Bibliotheken jedoch einen Fachoberschulabschluss für Medien und Informationsdienste verlangten, geht sie nun für zwei Jahre auf das Berufliche Schulzentrum Döbeln-Mittweida und besucht dort den Fachoberschulgang in der Richtung Wirtschaft und Verwaltung. Gerade ist sie in der elften Klasse und hat noch ein Jahr vor sich. Im Rahmen der Schule absolviert sie zugleich ein zweites Praktikum in Leisnig - dieses Mal über das gesamte Schuljahr hinweg, zwei Tage die Woche: "Ich bin immer donnerstags und freitags von 8 bis 16 Uhr hier."

 

Nach ihrem Abschluss strebt sie eine dreijährige Ausbildung zur Bibliothekarin an, die von den Büchereien selber angeboten wird. Beworben hat sie sich auch schon. Bünger: "In der Ausbildung werden kaufmännische Fertigkeiten und die Kundenbetreuung erlernt. Ich habe mich in Leipzig und Dresden an Universitätsbibliotheken beworben, denn da hat man einen sicheren Arbeitsplatz."

 

Derzeit recherchiert sie für den Buchsommer. "Ich schaue, welche Bücher zum Thema passen und bestellt werden müssen und überlege mir Fragen, die den Schülern zum Inhalt gestellt werden können", so Bünger. Der Bücherwurm findet es gut, dass Kinder mit der Aktion zum Lesen animiert werden. Die Gefahr, dass sich die Schüler nach einer Eins in Deutsch im Unterricht zurücklehnen, sieht sie nicht, da das nur eine Teilnote sei. Für eingefleischte Leseratten wäre die Note nur ein Randaspekt. Dass in Zukunft alle nur noch e-Books lesen, kann sich Bünger nicht vorstellen. "Ich halte ein Buch lieber in der Hand und kaufe es eher, anstatt es auszuleihen."

Oliver Becker

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