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Döbeln Treibhausverein bietet Nähcafé und Fahrradselbsthilfewerkstatt
Region Döbeln Treibhausverein bietet Nähcafé und Fahrradselbsthilfewerkstatt
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17:26 16.03.2017
Christine Tappendorf, Florian Thiele und Cindy Berger (v.l.) bieten beim Treibhausverein Hilfe zur Selbsthilfe im Nähcafé und der Fahrradwerkstatt an. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt des Treibhausvereins haben Cindy Berger (26), Florian Thiele (36) und Masoud Eskandari (31) wieder belebt. Seit Anfang März bietet das Trio jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr Hilfe zur Selbsthilfe rund ums Zweirad an. „Wir wollen den einheimischen Dienstleistern keine Konkurrenz machen. Was wir bieten ist Anleitung, es selbst zu tun“, sagt Florian Thiele. Dazu haben die Drei die alte Werkstatt im Keller des Hauses der Demokratie an der Döbelner Bahnhofstraße 56 wieder in Gang gesetzt. An der Wand hängen alle notwendigen Werkzeuge. Dazu gibt es von Masoud (31) fachliche Unterstützung. Der vor zwei Jahren aus dem Iran geflüchtete junge Mann ist von Beruf Zweiradmechaniker. Seine Ausbildung wird hier aber nicht anerkannt. Die Zeit bis der anerkannte Flüchtlinge nochmal eine Ausbildung beginnen kann, hat er zum Deutschlernen genutzt. Jetzt arbeitet er ehrenamtlich in der Fahrradwerkstatt und hofft bald eine Ausbildungsstelle zu finden. „Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt es an praktischen Fähigkeiten, wenn es um ihr Fahrrad oder Moped geht“, hat Florian Thiele festgestellt. Dann sind sie in der Selbsthilfewerkstatt richtig, wenn etwa die Gangschaltung vom Drahtesel streikt. Unter den ersten, die ihr Fahrrad komplett neu aufbauen, ist eine Junge Frau, Anfang 30.

Doch beim Fahrradreparieren muss es nicht bleiben. Christine Tappendorf (57) bietet an jedem Mittwoch zwischen 18 und 20 Uhr in den Räumen über dem Café Courage ein Nähcafé an. Auch hier gilt mit Anleitung zur Selbsthilfe können Kleidungsstücke repariert, enger oder weiter gemacht oder komplett neu entworfen werden. „Wir sind bei unseren Treffen meist zehn bis zwölf Leute. In der Mehrzahl Frauen und ein paar Flüchtlinge aus der Mastener Straße“, erzählt Christine Tappendorf. Von den Männern aus Pakistan können die anderen dabei vieles abschauen, denn Nähen ist in Pakistan Männerdomäne. Und sie nähen im Akkord. Nähcafé heißt das ganze aber nicht umsonst. Denn es geht auch ums gegenseitige Kennenlernen bei Kaffee oder Tee. Die Verständigung erfolgt in Englisch, Deutsch oder mit Händen und Füßen. Wichtige Begriffe rund ums Nähen hat Christine Tappendorf bildlich an eine Tafel gepinnt.

Mit einer weiteren Idee stehen Cindy Berger und Florian Thiele schon in den Startlöchern. Ab Mitte des Jahres soll es mittwochs vor dem Nähcafé das Repaircafé geben. Dort können unter Anleitung kaputte Sachen repariert werden, statt sie wegzuwerfen. In einer solchen Einrichtung in Leipzig haben die beiden schon einen Partner gefunden, der auch bei rechtlichen Fragen zur Gründung dieses neuen Selbsthilfeangebotes hilft. Für alle drei Angebote suchen die Betreiber jederzeit Spender für Stoffe, Material oder Werkzeuge oder auch einfach nur Menschen, die gern ihre Erfahrungen weitergeben wollen.

Von Thomas Sparrer

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