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Döbeln Trendwende: Mysteriöse Auszugswelle gestoppt
Region Döbeln Trendwende: Mysteriöse Auszugswelle gestoppt
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23:26 20.10.2014
Erst im Frühjahr bezugsfertig und dennoch schon jetzt voll vermietet sind die fünf neu entstehenden Wohnungen der GWG an der Ludwig-Jahn-Straße. Quelle: Sven Bartsch
Die 100

Die gerade in den letzten Wochen wieder deutlich ansteigenden Zahlen bei den Wohnungsvermietungen kommen genau im richtigen Moment. Denn beide Döbelner Wohnungsgenossenschaften hatten bis zum Sommer ernsthaft Sorgen, dass der in den letzten Jahren anhaltende positive Trend am Döbelner Wohnungsmarkt vorbei sein könnte.

Eine mysteriöse Auszugswelle sorgte bei den Vorständen beider Genossenschaften besonders im ersten und zweiten Quartal für Sorgenfalten. "Wie die Häufung von Auszügen aus unseren Wohnungen zustande kam, können wir nicht erklären. Aber wir hatten Sorge, dass wir unsere Leerstandsquote von einem Prozent im sanierten Bereich nach oben korrigieren müssen", sagt Gisela Menzel, kaufmännische Vorstandschefin bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft. Paare, die zusammen ziehen, Familien, die ins Eigenheim wechseln, Leute, die der Arbeit hinterher ziehen. Dass ältere Mieter sterben oder ins Pflegeheim gehen, ist bei der GWG kein Hauptgrund bei der Analyse der Auszüge. Das Durchschnittsalter der Mieter in den 700 GWG-Wohnungen sank sogar von 58 auf 56 Jahre.

Zwischenzeitlich ist Gisela Menzel wieder entspannt. Die Auszugswelle ist durch eine steigende Zahl von Neuvermietungen wieder ausgeglichen worden. "Besonders im August und September hatten wir 12 bis 15 Neuvermietungen, wo sonst etwa drei Schlüsselübergaben im Monat der Durchschnitt sind", sagt Gisela Menzel. Das in den letzten Jahren komplett sanierte Carré an der Bahnhofstraße/Lindenallee/Grimmaische Straße ist komplett vermietet. Auch die an der Ludwig-Jahn-Straße durch Sanierung neu entstehenden fünf Wohnungen sind schon alle weg. "Es ist also noch Mieterpotenzial da", so die Vorstandschefin. Die neuen Mieter kommen zum Teil vom Lande, wo sie ihr Wohneigentum im gesetzten Alter verkauft haben, um nach Döbeln zu ziehen. Auch aus Hartha und Roßwein kommen Zuzüge. Familien mit Kindern suchen größere Wohnungen. Aber auch junge Leute, die in ihre erste eigene Bude ziehen, sind dabei.

Eine deutliche Zahl von neuen Mietern, die aus dem ländlichen Umland kommen, hat auch die WG Fortschritt registriert. "Mit großen Anstrengungen hat unser Team die 101 Abgänge im ersten Halbjahr durch Neuvermietungen kompensieren können. Ich bin jetzt wieder optimistisch, dass wir auch 2014 bei den Neuvermietungen leicht über den Abgängen liegen werden", sagt Stefan Viehrig, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt. Seit 2008 hält dieser Trend an. 2013 standen zum Beispiel 76 Auszügen 97 Neuvermietungen gegenüber. Die Gründe für Auszüge sind bei der WGF ähnlich wie bei der GWG: altersbedingt, Trennungen oder Zusammenzüge von Paaren. Auch Umzüge in Wohneigentum spielen eine Rolle.

Um die Leerstandsquote von aktuell 3,3 Prozent bei 1700 Wohnungen niedrig halten zu können, investiert die WGF kräftig in den Bestand. In Balkone, großzügigere Grundrisse oder altersgerechten Komfort, wie bodengleiche Duschen, Assistenzsysteme und in Freizeitangebote. "Unser Leerstand bezieht sich zum Großteil auf obere Etagen. Bis zur dritten Etage ist nahezu alles voll vermietet und es gibt sogar Wartelisten. In Döbeln-Ost I herrscht praktisch Vollvermietung", so Bernd Wetzig, Vorstand der WGF.

Thomas Sparrer

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