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Döbeln Trennung von langjährigem Partner: Miskus ist raus
Region Döbeln Trennung von langjährigem Partner: Miskus ist raus
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01:29 07.12.2018
Kampf ums Burg- und Altstadtfest Leisnig: Wie geht es 2019 weiter? Quelle: Miskus
Leisnig

Die Stadt Leisnig hat für 2019 dem Verein Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus) für das Burg- und Altstadtfest abgesagt. Das bestätigt auf Anfrage der Miskus-Geschäftsführer Olaf Hanemann gegenüber dieser Zeitung. „Bei der Auswertung des Festes von 2018 waren wir mit dabei. Dass die Stadtverwaltung das Fest unter anderem finanziell neu denken möchte, wurde uns gegenüber bereits signalisiert. Wir akzeptieren das“, sagt Hanemann im Namen des Vereins.

Ein Fest mit historischen Anstrich und vielen liebenswerten Facetten

Für den Verein hatte die Mitwirkung am Altstadtfest auch eine kommerzielle Komponente, sprich: Es war eine Einnahmequelle. Für die Dienstleistung, einige kulturelle Programmpunkte zu bestreiten, zahlte die Stadt an den Verein Geld, legte dafür einen beträchtlichen Teil der Organisation in andere Hände.

Nicht der erste Einschnitt

Einen ähnlichen Einschnitt hatte es in der Geschichte des Leisniger Burg- und Heimatfestes schon einmal gegeben. Paula Jana Herold aus Dippoldiswalde, mit ihrer Bertholdin-Produktion professionelle Veranstalterin für historisches Theater, mittelalterliche Feste, Konzerte und mehr, war jahrelang Partner der Stadtverwaltung, wenn es um das mittelalterliche Flair des Festes ging.

Von dem Unternehmen trennte sich die Stadt schon vor einigen Jahren, aus finanziellen Gründen, denn richtig professionelle Arbeit kostet eben auch ordentlich Geld. Der Einschnitt blieb regelmäßigen Festgästen damals nicht verborgen, auch wenn die Stadt gemeinsam mit dem in Mittweida ansässigen Verein Mittelsächsischer Kultursommer einiges zu kompensieren versuchte.

Schon mal Ärger wegen Terminverschiebung

In der Zusammenarbeit ging die Stadt 2017 sogar so weit, dass der Altstadtfest-Termin verschoben wurde zugunsten des Miskus: Der Verein hatte noch ein weiteres großes Fest im Monat August in einer anderen Stadt zu bestreiten und wollte niemandem absagen. Der verschobene Termin sorgte bei ehrenamtlichen Organisatoren für Verstimmung.

Miskus und Stadt zwei Jahrzehnte lang ein Team

Mehr als 20 Jahre lang, also die ganze Zeit über, hatte der Miskus die Stadt Leisnig bereits beim Burg- und Altstadtfest begleitet, zuletzt unter anderem zum 20-jährigen Jubiläum vor zwei Jahren, als zum Beispiel ein eigens aus diesem Anlass veranstalteter großer Festumzug zu organisieren war.

Zuletzt gab es aus der Leisniger Bevölkerung Kritik am Fest. Unter anderem wurde bemängelt, es sei immer das Gleiche. Zudem riss die Diskussion darüber, dass zu dem Fest Eintritt gezahlt werden muss, nie ab. Insgesamt steht nun zur Debatte, eine alternative Konzeption zu finden. Wie diese aussehen kann, ist seit den Wochen nach dem diesjährigen Fest im Gespräch. Dass es dringend Veränderungen geben muss, hat nicht allein einen finanziellen Hintergrund.

Junge Mitorganisatoren rücken nur spärlich nach

Wie bereits berichtet, haben unter den zum Fest organisatorisch und auch zu Veranstaltungen aktiven Gruppen und Vereinen einige das Problem, dass sie schlicht zusammen mit ihrem Fest um zwanzig Jahre gealtert sind. Junge Leute rücken hingegen nur spärlich in die Riege der Aktiven nach.

Zunächst lässt Bürgermeister Tobias Goth (CDU) nun unter den Ratsmitgliedern in nicht öffentlicher Runde diskutieren, in welcher Form es das Altstadtfest weiter geben kann. Momentan wird darüber noch beraten.

Ob mit einem anderen Anbieter statt dem Miskus oder generell in einem anderen Rahmen gefeiert wird, ist noch völlig offen. „Wir wären schon gern in Zukunft wieder mit dabei, schätzen wir doch sehr das Engagement der Leisniger Bürger, insbesondere der Vereine, für ihr Fest“, sagt Hanemann. „Wir haben gerne mit den Leisnigern zusammen gearbeitet.“

Von Steffi Robak

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