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Triathlet Martin Schulz aus Döbeln konzentriert sich auf die Paralympics

Rio kann kommen Triathlet Martin Schulz aus Döbeln konzentriert sich auf die Paralympics

Martin Schulz hat in den zurückliegenden fünf Jahren alles gewonnen, was er als Paratriathlet auf der Sprintdistanz gewinnen konnte. Jetzt hat der 26-jährige Döbelner in Lissabon zum vierten Mal seinen Europameistertitel verteidigt und nimmt konzentriert Kurs auf die Paralympics im September in Rio de Janeiro.

Martin Schulz hat seit 2012 alles gewonnen, was er international gewinnen konnte.
 

Quelle: : DTU/ Jo Kleindl

Leipzig/Döbeln.  Martin Schulz hat in den zurückliegenden fünf Jahren alles gewonnen, was er als Paratriathlet auf der Sprintdistanz gewinnen konnte. Jetzt hat der 26-jährige Döbelner in Lissabon zum vierten Mal seinen Europameistertitel verteidigt und nimmt konzentriert Kurs auf die Paralympics im September in Rio de Janeiro.

Den Platz im deutschen Rio-Team kann ihm keiner mehr nehmen. Martin Schulz, der ohne linken Unterarm in der Klasse PT4 (leichte Behinderung) antritt und das Ranking für die Paralympics anführt, ist hochmotiviert was seinen Start in Rio de Janeiro angeht. Und ja, natürlich möchte er auch dort Gold holen, wo der Triathlon erstmals zum olympischen Programm gehört. „Es wäre gelogen, wenn ich etwas anderes sagen würde“, meint Schulz. „Ich will ja nicht nur nach Rio, um dort dabei zu sein.“ In seinem Fall wäre das tatsächlich Tiefstapelei. Seit er 2012 das erste Mal als Paratriathlet internationales Parkett betreten hat, ist er nur einmal Zweiter geworden. Vergangenes Jahr bei der Weltmeisterschaft – als ihm ein Reifenplatzer den Titelgewinn vermasselte. Nachlässig mache ihn der permanente Erfolg nicht. Im Gegenteil. Es motiviere ihn immer aufs Neue. Doch gleichermaßen steigt der Erfolgsdruck . Nicht nur der von Außen, sondern auch sein eigener. „Natürlich wird keiner offen sagen: ’Du musst in Rio Gold holen!’ Aber insgeheim ist die Medaille eingeplant“, weiß der 26-Jährige, der bei den Leipziger Stadtwerken arbeitet. „Der Leipziger Olympiastützpunkt will mit seinen Paratriathleten zwei Medaillen gewinnen, eine davon in Gold.“ Keine Frage, wer das Edelmetall in die Messestadt holen soll.

Die Konkurrenz in Lissabon souverän distanziert

Martin Schulz’ Leistungskurve zeigt nach verletzungsreichen Monaten seit etwa zehn Wochen wieder steil nach oben. In Lissabon legte er ein Rennen hin, dass nicht nur dem Ergebnis nach richtig gut lief. Er hat nicht nur gewonnen. Er ist selbst sehr zufrieden. „Alles hat gepasst, die Renneinteilung, die Wechsel haben super geklappt, ich bin mit allen drei Disziplinen richtig glücklich.“ Nach 59:54 Minuten hatte der Döbelner die zweitschnellste Gesamtzeit des Tages über die Sprint-Distanz (0,75km Schwimmen, 20km Radfahren, 5km Laufen) erzielt und seine Konkurrenten der PT4 – den Spanier Jairo Ruiz Lopez und Dauerrivalen Yannick Bourseaux (FRA) – souverän distanziert. „Ich bin zwar vom Level her noch nicht dort, wo ich gern wäre, aber es muss ja bis September auch noch eine Steigerung möglich sein.“ Dass Martin Schulz auch diesmal wieder den EM-Titel geholt hat, zeigt, dass er auf seinem Gebiet schlichtweg der beste Europäer ist. Und da Europa durchaus eine starke Konkurrenz im Paratriathlon ist, sollte das ein guter Gradmesser in Richtung Übersee sein.

Triathlon unter anderen Rahmenbedingungen

Wie es nach Rio sportlich weitergeht für den jungen Wahl-Leipziger, der auch 2016 für den SC DHfK in der Triathlon-Bundesliga antritt, steht noch in den Sternen. „Ich weiß es noch nicht so genau“, sagt er selbst und will erst nach den Paralympics, auf die er die letzten vier Jahre hingearbeitet hat, so richtig darüber nachdenken. Er liebt den Triathlon und will auch weitermachen, doch vielleicht unter anderen Rahmenbedingungen als jetzt, wo doch vieles andere auf der Strecke bleibt. „Außerdem muss die Gesundheit mitspielen.“ Natürlich ist Martin Schulz mit seinen 26 Lenzen noch jung, doch „ich mache das ja auch nicht erst seit zwei Jahren. Und es ist die Frage, wie sich alles weiter vereinbaren lässt mit dem Job zum Beispiel.“ Was Olympia angeht, könnte er sich auch sagen: „Einmal ist keinmal.“ Und vielleicht auch die nächsten Spiele in Tokio 2020 ins Visier nehmen. Außerdem, denkt er, „habe ich mein Potenzial auf der Kurzstrecke noch nicht ausgeschöpft. Läuferisch und auf dem Rad ist noch mehr drin.“

Jetzt aber kommt erst einmal Rio und dafür hat ihn sein Arbeitgeber von Juli bis September freigestellt. „Das ist klasse und hilft wirklich sehr.“ Dann kann er sich ausschließlich auf sein Training konzentrieren und zwischen den Einheiten auch mal Luft holen.

Von Manuela Engelmann

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