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Trockenschuppen ist keine Burg – Landratsamt rät Gemeinde von Sanierung ab

Denkmale in Kriebstein Trockenschuppen ist keine Burg – Landratsamt rät Gemeinde von Sanierung ab

Im Kriebethaler Trockenschuppen kamen früher die Frauen der Paperwerker zum Wäscheaufhängen zusammen. Zu einem Treffpunkt wollte die Gemeinde Kriebstein dieses einzigartige Denkmal der Alltagsgeschichte nun umbauen, hatte aber die Rechnung ohne die Rechtsaufsicht des Landratsamtes gemacht.

Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) vor dem Trockenschuppen in Kriebthal. Den wollte die Gemeinde perspektivisch zum Veranstaltungsraum umbauen. Aber die Rechtsaufsicht des Landkreises rät wegen Kriebsteins knapper Kasse davon ab.

Quelle: Dirk Wurzel

Kriebethal. Der Gemeinde Kriebstein gehört ein einzigartiges Denkmal der Alltagsgeschichte – der Trockenschuppen am touristischen Parkplatz in Kriebethal. Das würde die Kommune gerne sanieren, zum Versammlungsraum ausbauen und in das ehemalige Waschhaus am Schuppen Toiletten für den Parkplatz einbauen. Der Denkmalbehörde des Landratsamtes LRA gefällt die Idee. Aber nun tritt die Rechtsaufsicht des LRA auf die Bremse.

„Aufgrund der Haushaltslage der Gemeinde Kriebstein wird in dem aktuellen Haushalts-Bescheid des Landratsamtes unter anderem darauf hingewiesen, dass insbesondere die Gemeinde ihre freiwilligen Aufgaben und die damit verbundenen Zuschüsse einer genauen Prüfung unterziehen muss. Es wird darauf hingewiesen, dass die Übernahme neuer Einrichtungen, wie zum Beispiel der Trockenschuppen, oder zusätzlicher Zuschüsse im freiwilligen Bereich mit der derzeitigen Haushaltslage nicht vereinbar wäre“, teilt Cornelia Kluge, Pressereferentin im Landratsamt, die Ansicht der Kreisbehörde zum Projekt Trockenschuppen mit. Dabei hatte sich Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) zumindest gegenüber der DAZ noch gar nicht zur Umsetzung des Projektes geäußert, sondern lediglich angekündigt, noch in diesem Jahr mit den Planungen beginnen zu wollen.

„Der Trockenschuppen in Kriebethal ist zwar nicht die Burg, aber als Zeugnis der Alltagsgeschichte sehr bemerkenswert. “ Diese Einschätzung gibt Jörg Liebig, Fachbereichsleiter im Referat Denkmalschutz des Landratsamtes. Denn die Frauen der Papierfabrik-Arbeiter haben früher dort ihre Wäsche zum Trocknen aufgehangen. Und eigens dafür ist das hölzerne Gebäude auch konstruiert: Die Wände sind nämlich nicht dicht. Leicht schräg sind die Bretter der Wand-Verschalung eingebaut. So hing die Wäsche immer im Luftzug und trocknete schneller. Ein Waschhaus gehört ebenfalls zu dem Ensemble, denn in den Zeiten vor der Waschmaschine war das Waschen Handarbeit, eine schwere obendrein.

Gut möglich, dass die Waschfrauen früher beim Zusammentreffen im Kriebethaler Trockenschuppen auch den einen oder anderen Schwatz gehalten, Kochrezepte ausgetauscht und vielleicht sogar auf die Obrigkeit geschimpft haben. In einen Treffpunkt zum Quatschen und Tanzen statt zum Wäscheaufhängen, wollte die Gemeinde den Trockenschuppen ausbauen. „Es ist ganz bemerkenswert, dass eine junge Bürgermeisterin diesem Denkmal der Alltagsgeschichte Aufmerksamkeit schenkt und sich dafür einsetzt. Gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung haben sich früher zwangsläufig die Leute im Trockenschuppen getroffen – bald kommen hier vielleicht wieder Menschen zusammen“, sagte Jörg Liebig der DAZ, als diese zuletzt über den Trockenschuppen berichtet hat. Für die Ansichten der Rechtsaufsicht, die über die kommunalen Haushalte wacht, kann er natürlich nichts.

Die Gemeinde will nun eine Sparvariante umsetzen. „Der Boden wird erneuert und eine Elektrik eingebaut. Außerdem werden größere Türen eingebaut“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler. Als Tanzdiele soll der Trockenschuppen dann nicht dienen, sondern eher als Lager. Auch von dem Plan, ins ehemalige Waschhaus Toiletten einzubauen, hat sich die Gemeinde erstmal verabschiedet.

Von Dirk Wurzel

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