Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Trockenschuppen ist keine Burg – Landratsamt rät Gemeinde von Sanierung ab

Denkmale in Kriebstein Trockenschuppen ist keine Burg – Landratsamt rät Gemeinde von Sanierung ab

Im Kriebethaler Trockenschuppen kamen früher die Frauen der Paperwerker zum Wäscheaufhängen zusammen. Zu einem Treffpunkt wollte die Gemeinde Kriebstein dieses einzigartige Denkmal der Alltagsgeschichte nun umbauen, hatte aber die Rechnung ohne die Rechtsaufsicht des Landratsamtes gemacht.

Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) vor dem Trockenschuppen in Kriebthal. Den wollte die Gemeinde perspektivisch zum Veranstaltungsraum umbauen. Aber die Rechtsaufsicht des Landkreises rät wegen Kriebsteins knapper Kasse davon ab.

Quelle: Dirk Wurzel

Kriebethal. Der Gemeinde Kriebstein gehört ein einzigartiges Denkmal der Alltagsgeschichte – der Trockenschuppen am touristischen Parkplatz in Kriebethal. Das würde die Kommune gerne sanieren, zum Versammlungsraum ausbauen und in das ehemalige Waschhaus am Schuppen Toiletten für den Parkplatz einbauen. Der Denkmalbehörde des Landratsamtes LRA gefällt die Idee. Aber nun tritt die Rechtsaufsicht des LRA auf die Bremse.

„Aufgrund der Haushaltslage der Gemeinde Kriebstein wird in dem aktuellen Haushalts-Bescheid des Landratsamtes unter anderem darauf hingewiesen, dass insbesondere die Gemeinde ihre freiwilligen Aufgaben und die damit verbundenen Zuschüsse einer genauen Prüfung unterziehen muss. Es wird darauf hingewiesen, dass die Übernahme neuer Einrichtungen, wie zum Beispiel der Trockenschuppen, oder zusätzlicher Zuschüsse im freiwilligen Bereich mit der derzeitigen Haushaltslage nicht vereinbar wäre“, teilt Cornelia Kluge, Pressereferentin im Landratsamt, die Ansicht der Kreisbehörde zum Projekt Trockenschuppen mit. Dabei hatte sich Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) zumindest gegenüber der DAZ noch gar nicht zur Umsetzung des Projektes geäußert, sondern lediglich angekündigt, noch in diesem Jahr mit den Planungen beginnen zu wollen.

„Der Trockenschuppen in Kriebethal ist zwar nicht die Burg, aber als Zeugnis der Alltagsgeschichte sehr bemerkenswert. “ Diese Einschätzung gibt Jörg Liebig, Fachbereichsleiter im Referat Denkmalschutz des Landratsamtes. Denn die Frauen der Papierfabrik-Arbeiter haben früher dort ihre Wäsche zum Trocknen aufgehangen. Und eigens dafür ist das hölzerne Gebäude auch konstruiert: Die Wände sind nämlich nicht dicht. Leicht schräg sind die Bretter der Wand-Verschalung eingebaut. So hing die Wäsche immer im Luftzug und trocknete schneller. Ein Waschhaus gehört ebenfalls zu dem Ensemble, denn in den Zeiten vor der Waschmaschine war das Waschen Handarbeit, eine schwere obendrein.

Gut möglich, dass die Waschfrauen früher beim Zusammentreffen im Kriebethaler Trockenschuppen auch den einen oder anderen Schwatz gehalten, Kochrezepte ausgetauscht und vielleicht sogar auf die Obrigkeit geschimpft haben. In einen Treffpunkt zum Quatschen und Tanzen statt zum Wäscheaufhängen, wollte die Gemeinde den Trockenschuppen ausbauen. „Es ist ganz bemerkenswert, dass eine junge Bürgermeisterin diesem Denkmal der Alltagsgeschichte Aufmerksamkeit schenkt und sich dafür einsetzt. Gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung haben sich früher zwangsläufig die Leute im Trockenschuppen getroffen – bald kommen hier vielleicht wieder Menschen zusammen“, sagte Jörg Liebig der DAZ, als diese zuletzt über den Trockenschuppen berichtet hat. Für die Ansichten der Rechtsaufsicht, die über die kommunalen Haushalte wacht, kann er natürlich nichts.

Die Gemeinde will nun eine Sparvariante umsetzen. „Der Boden wird erneuert und eine Elektrik eingebaut. Außerdem werden größere Türen eingebaut“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler. Als Tanzdiele soll der Trockenschuppen dann nicht dienen, sondern eher als Lager. Auch von dem Plan, ins ehemalige Waschhaus Toiletten einzubauen, hat sich die Gemeinde erstmal verabschiedet.

Von Dirk Wurzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

22.08.2017 - 06:26 Uhr

Laußig und Bad Düben starten mit klaren Heimniederlagen.

mehr