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Trockenschwimmen im Döbelner Edelstahlbecken

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Das Ziel zum vierten Advent im Döbelner Stadtbad anzubaden, ist ehrgeizig. Ein Blick in die Schwimmhalle und einer darunter zeigt das sehr deutlich.Das große 25-Meter-Becken ist leer.

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Badchef Lutz Liebmann, Stadtwerkechef Reinhard Zerge und Simone Jentzsch verbreiten am Beckenrand Optimismus.

Quelle: Wolfgang Sens

Das Ziel zum vierten Advent im Döbelner Stadtbad anzubaden, ist ehrgeizig. Ein Blick in die Schwimmhalle und einer darunter zeigt das sehr deutlich.

 

Das große 25-Meter-Becken ist leer. Nebenan das fertige neue Lehrschwimmbecken ebenfalls. "Wir haben aktuell nur Baustrom hier im Stadtbad. Ohne Strom keine Umwälzung und deshalb ist kein Wasser in den Becken, weil es sonst grün würde und wir mit der Beckenreinigung einen zusätzlichen riesigen Aufwand hätten" sagt Simone Jentzsch. Sie ist bei den Stadtwerken die zuständige Mitarbeiterin für das Bad und betreut den Wiederaufbau nach dem Juni-Hochwasser. Schon 2002 sah Simone Jentzsch das Bad versinken und kümmerte sich um die Flutschadensbeseitigung. Als das Bad im Juni wieder rund 1,30 Meter im Wasser stand, standen ihr die Tränen in den Augen. Doch die begeisterte Schwimmerin freut sich mittlerweile auf das Anbaden im neuen Lehrschwimmbecken. "Das Datum im Advent ist sehr ehrgeizig", gibt sie zu.

 

Wer nun vermutet, dass Hundertschaften von Handwerkern durch das Bad springen, liegt falsch. Gerade erst sind die Trockner heraus geräumt. Denn die Entfeuchtung der Böden und Wände dauerte viel länger als gedacht."Es geht jetzt die Tippeltappeltour. Auch wir kommen an der Bürokratie der Flutförderanträge nicht vorbei und haben die gleichen Probleme, wie die Gewerbetreibenden auf der Muldeninsel", sagt Simone Jentzsch. Ein Vorantrag liegt in Dresden. Eine Bewilligung wird in dieser Woche erwartet. Es klotzt noch nicht, es kleckert.

 

"Der Oberbürgermeister und die Stadträte in den Gremien der Stadtwerke und der Wirtschaftsbetriebe stehen hinter uns und unterstützen uns. So konnten wir vieles trotzdem schon anschieben", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Zerge. Satte 2,6 Millionen Euro Schäden hat das Juni-Hochwasser 2013 am Stadtbad und am Freibad verursacht. Während die abgehackten Wände und Fußböden im Keller trockneten, gaben sich Versicherungsgutachter die Klinke in die Hand und genehmigten die nächsten Schritte. Im Keller wird die gesamte Elektrik und die Stromverteilung über die jetzige Hochwassermarke höher gesetzt. In dieser Woche sollen die neuen Schaltschränke geliefert werden. Ebenso wird die Notstromversorgung jetzt 1,30 Meter höher installiert.

 

Ein Großteil der Pumpen wurde bereits überholt und neu gewickelt. Auch die Lüftungsanlage wird auf einem Podest höher gesetzt. Der Raum mit dieser wichtigen teuren Technik wird zudem wasserdicht abgeschottet und mit Pumpen gegen eindringendes Grundwasser versehen. "Was möglich ist setzen wir höher oder dichten es für den Hochwasserfall ab. Doch die Lüftungsanlage geht aus statischen Gründen eben nicht aufs Dach zu setzen. Wir müssen da eben andere Lösungen finden", sagt Reinhard Zerge.

 

Warum diese anderen Lösungen denn nicht schon nach dem Hochwasser von 2002 gefunden wurden? Diese Frage kann der Stadtwerkechef nachvollziehen. "2002 sei das Bad gerade saniert und kurz vor der Eröffnung von der Flut heimgesucht worden. Die Flutsanierung ist damals nach den vorhandenen Planungen fortgeführt worden. Man ging doch auch von einem Jahrhundertereignis aus, dass nicht so schnell wieder kommt", vermutet Zerge. Planer Norbert Schroeder, der die Badsanierung damals betreute, ergänzt zu diesem Thema, dass man beim Wiederaufbau des Bades nach 2002 ja auch mit der Landestalsperrenverwaltung über das geplante Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Döbeln im Gespräch war. Dabei war das Stadtbad berücksichtigt und wäre geschützt gewesen. "Dass ein erneutes und so extremes Hochwasser eintritt, bevor das Hochwasserschutzkonzept umgesetzt ist, damit hat wohl keiner rechnen können", so Norbert Schroeder.

 

Vor dem Saunagarten unterhalb der Brücke Rosa-Luxemburg-Straße wird deutlich: Das Bad ist nach der Staupitzmühle die tiefste Stelle an diesem Muldearm. Die Stadt Döbeln verhandelt gerade in Dresden darüber, dass die in dem Bereich geplante Hochwasserschutzmauer früher gebaut wird. Bei der Badsanierung denken die Stadtwerke zudem an zwei Pumpwerke in dem Bereich, um Abwasser- und Regenwasser hinter der Mauer beseitigen zu können.

 

Die Saunalandschaft im Stadtbad sieht im Moment auch nach einer reinen Rohbaustelle aus. Erst jetzt sind die Wände so weit getrocknet, dass die Installationsarbeiten beginnen können. Ob hier schon vor Weihnachten wieder geschwitzt werden kann? Reinhard Zerge will das noch offen halten.

 

Für Architekt Maik Schroeder und sein Team vom gleichnamigen Bauplanungsbüro sowie alle Beteiligten läuft jetzt viel aufwendige Detailarbeit. Die Technik, in den Wänden hinter den Duschen, die für legionellensichere Wassertemperaturen sorgt, ist nicht mehr lieferbar und muss komplett erneuert werden. Ebenso sind Fliesen, die man eigentlich nur austauschen müsste, nicht mehr lieferbar. Es muss neu bemustert werden. Viel Kleinkram, der aufhält.

 

Im Freibad soll im Frühjahr ein neues Technikhäuschen für die Pumpen- und Filtertechnik des Freibades flutsicher an den hinteren Hang gebaut werden. Ziel ist, dass zur Sommersaison 2014 das Freibad wieder eröffnen kann. Vorrang hat nun aber zuerst einmal das Hallenbad und dann die Sauna. Thomas Sparrer

Thomas Sparrer

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