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Tunesier schmeißt mit Feuerlöschern um sich – zwei Monate Haft

Randale im Asylheim Döbeln Tunesier schmeißt mit Feuerlöschern um sich – zwei Monate Haft

Die große Mehrheit der Flüchtlinge im Döbelner Asylheim an der Friedrichstraße fällt nicht negativ auf. Für Unruhe sorgen nur wenige schwarze Schafe. So wie Amor E., der im Juli vergangenen Jahres Feuerlöscher durch die Fenster warf. Weil er betrunken und frustriert war. Das Amtsgericht Döbeln schickt den Nordafrikaner nun hinter Gitter.

Zwei Monate Haft lautete das Urteil für Amor E.. Der Tunesier hatte im Juli vergangenen Jahres im Döbelner Asylheim an der Friedrichstraße randaliert und 1000 Euro Schaden angerichtet.

Quelle: dpa

Döbeln. Tüchtig gescherbelt hat es am 28. Juli vergangenen Jahres im Döbelner Asylheim an der Friedrichstraße. Amor E. hatte neun Feuerlöscher aus der Verankerung gerissen und durch die Fenster geschmissen. Schaden: Rund 1000 Euro. Motiv: Frust.

„Ein Freund hat mir Laptop und Handy gestohlen. Ich war bei der Polizei, um ihn anzuzeigen. Die haben gesagt, ich soll am nächsten Tag wiederkommen. Ich war dann sehr angetrunken, kann mich nicht mehr genau erinnern“, sagte der Tunesier am Donnerstag in seinem Prozess im Amtsgericht Döbeln. Er räumte die Tat jedoch ein. Wegen Sachbeschädigung verurteilte ihn Richterin Marion Zöllner zu zwei Monaten Haft. Ohne Bewährung. So hatte es Staatsanwältin Angelika Rickert beantragt. „Ihre Kriminal- und Sozialprognose ist so schlecht, dass wir über Bewährung nicht mehr nachzudenken brauchen“, sagte die Anklagevertreterin.

Betrunken und vermindert schuldfähig

Seit 2011 sammelt der 37-Jährige Vorstrafen. Einen Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz für Asylbewerber, zweimal Schwarzfahrerei und eine Körperverletzung ahndeten die Gerichte jeweils mit Geldstrafen. Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte Amor E. zwei Haftstrafen kassiert, allerdings mit Bewährung. Die lief noch, als er Ende Juli vergangenen Jahres im Döbelner Asylheim randalierte. Die besonderen Umstände, mit denen er als Asylbewerber klarkommen muss, seien der Grund für sein kriminelles Verhalten, sagte er am Donnerstag in seinem Prozess. Und: „Der Alkohol ist schuld.“ Richterin Zöllner hielt dem entgegen: „Es gibt viele Asylbewerber, die nicht bei mir auf der Anklagebank sitzen, die nicht straffällig werden.“

In seinem letzten Wort als Angeklagter vor Gericht bat der Tunesier um seine Freiheit. „Geben Sie mir eine Chance, dass ich nicht ins Gefängnis muss. Ich werde mich bessern.“ Zwar milderte Richterin Zöllner die Strafe, weil Amor E. rund 2,3 Promille Alkohol im Blut hatte, als er im Flüchtlingsheim mit den Feuerlöschern randalierte. Das Gericht ging von einer „verminderten Schuldfähigkeit“ aus. Aber ums Gefängnis kommt er nach Ansicht der Richterin nicht herum. „Seit 2011 treten Sie strafrechtlich in Erscheinung. Sie haben offensichtlich nicht die notwendigen Schlussfolgerungen aus ihren bisherigen Verurteilungen gezogen“, sagte die Richterin.

Schrecken der Einrichtung schon bei Dulig Thema

Im Asylheim hat Amor E. übrigens Hausverbot. Er lebt jetzt bei unterschiedlichen Bekannten. Der Tunesier galt als Schrecken der Einrichtung, vor dem die anderen und in der großen Mehrheit nicht kriminellen Bewohner Angst hatten. Das kam jüngst in Döbeln zur Sprache, als der sächsische SPD-Wirtschaftsminister Martin-Dulig zu seiner „Küchentisch-Gesprächsrunde geladen hatte.

Gut möglich, dass Amor E. länger als zwei Monate im Gefängnis bleiben muss. Wird seine Bewährung widerrufen, kommen noch mal mindestens elf Monate drauf. Das Urteil vom Donnerstag ist noch nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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