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Üben für die Enkelkinder: Bürgerarbeit im Töpelwinkel

Üben für die Enkelkinder: Bürgerarbeit im Töpelwinkel

Karin Bergmann und Frank Willwandt färben und klettern seit einem halben Jahr beruflich. Im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel besetzen sie zwei Stellen als Bürgerarbeiter.

Töpelwinkel.

 

 

 

 

Überprüfen, Sichern, Klettern. So kurz und knapp fasst Frank Willwandt seine Tätigkeiten zusammen. Er ist kein Mann der großen Worte, sondern ein Mann der Tat. Zielstrebig zieht er am Kletterbogen die Schrauben nach und sichert die Jugendlichen bei ihren Kletterrouten gewissenhaft vom Boden aus ab. Dafür hat er sogar nochmal die Schulbank gedrückt und Anfang des Jahres bei der "Kletterschule Felsenfest" den Kletterschein erworben. "Die Betreuung der Kinder und die sportliche Herausforderung haben mich gereizt, deswegen wollte ich diesen Job und deswegen habe ich auch den Toprope-Schein gemacht", erklärt Willwandt. Der Toprope-Kletterschein richtet sich an Anfänger im Klettersport. Dabei wird unter anderem das Anseilen, Ablassen und richtige Sichern geprüft. Mit Hilfe dieser Qualifikation darf Willwandt als geschulter Kletterer den Kletterbogen für Gäste betreuen. "Viele Besucher klettern lieber abends, weswegen auch die eine oder andere Überstunde anfällt. Ein Problem habe ich damit natürlich nicht, weil mir diese Arbeit viel Spaß macht", sagt Willwandt. Auch mit Kindern und Jugendlichen hat er schon viel Erfahrung gesammelt. Als Freiberufler war Willwandt früher im sportlich-sozialen Bereich tätig. Er arbeitete bei einigen Kampfsportvereinen im Erziehungsbeistand. Diese Verbindung zwischen Sport und Erziehung begegnet ihm nun im Töpelwinkel wieder. "Die Bürgerarbeiterstelle hier ist optimal, da ich mit vielen Dingen schon vertraut bin", meint Willwandt.

Ganz anders sieht das bei Karin Bergmann aus. Die Bürgerarbeiterin kommt aus der Gastronomie und brachte keinerlei pädagogische Vorerfahrungen mit. Genau wie Frank Willwandt ist sie seit März 2012 im Töpelwinkel beschäftigt. "Färben mit Naturfarben" nennt sich das Projekt, an dem Bergmann beteiligt ist. "Das funktioniert wie Aquarellmalerei. Wir weichen verschiedene Pflanzen, beispielweise Walnussblätter, ein und bemalen Seidentücher mit diesen Erdpigmenten. Die Kinder sind von den Ergebnissen meist sehr begeistert", meint Bergmann. Zunächst sei die Skepsis bei der Arbeit mit Kindern zwar groß gewesen, berichtet die frühere Kellnerin, doch mittlerweile wolle sie nicht mehr weg. "Jetzt kann ich schon immer für meine zukünftigen Enkelkinder üben", schmunzelt Bergmann. Von der Gastronomie kam sie über eine Anstellung bei einem sozialen Möbelprojekt in Döbeln zu ihrer jetzigen Bürgerarbeiterstelle im Töpelwinkel. Und wenn es nach ihr ginge, sollte dies auch die letzte Station bleiben. Bis Ende 2014 läuft das Bürgerarbeiterprojekt noch, dann will Bergmann nach Möglichkeit in Rente gehen. Die Geschäftsführerin des Freizeitzentrums, Carin Lau, ist mit ihren Bürgerarbeitern sehr zufrieden: "Ich hatte große Bedenken, dass sich für die bewilligten Stellen jemand finden lässt. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass wir zwei echte Glücksgriffe gemacht haben. Bei beiden ist die Bereitschaft und der Wille immer noch vorhanden. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit." Dennis Heldt

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