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Döbeln Über 1000 Menschen rennen in Döbeln für krebskranke Kinder
Region Döbeln Über 1000 Menschen rennen in Döbeln für krebskranke Kinder
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21:50 29.04.2016
Über 1000 Läufer zeigten viel Herz und liefen im Stadion am Bürgergarten für einen guten Zweck – den Verein „Sonnenstrahl“, der krebskranken Kindern hilft. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Der diesjährige „Lauf mit Herz“ war wieder ein Rekord-Ereignis. 1048 Läufer rannten am Freitag im Stadion am Bürgergarten insgesamt 15 524 Runden. Zusammengenommen ergibt das eine Strecke von rund 6210 Kilometern. Im vergangenen Jahr waren es mit 14 662 Runden 200 Kilometer weniger.

„Wir jagen hier keinen Rekorden hinterher, sondern freuen uns, wenn wir das Niveau halten können“, sagte Michael Höhme, Direktor des Döbelner Lessing-Gymnasiums, das auch den 16. Spendenlauf zugunsten krebskranker Kinder organisiert hatte. Was die Höhe der Spendensumme angeht, hat der „Lauf mit Herz“ das Niveau mehr als gehalten: Knapp 26 000 Euro brachte der Benefizsport ein.

60 000 Kronen

Nicht nur in Döbeln drehten die Läufer für einen guten Zweck ihre Runden. Auch in der Döbelner Partnerstadt Vyškov in Südmähren (Tschechische Republik) gab es einen „Lauf mit Herz“. Der Döbelner Spendenlauf ist zu einem Exportschlager geworden. In Vyškov organisiert das dortige Gymnasium, die Partnerschule des LGD, den „Lauf mit Herz“, dessen Einnahmen ebenfalls krebskranken Kindern zugute kommen. Während das in Döbeln eingenommene Spendengeld zum Dresdner Verein „Sonnenstrahl“ fließt, profitiert vom Spendenlauf in Südmähren ebenfalls ein Verein, der sich in Brno um krebskranke Kinder kümmert. Das alles weiß Schulleiter Michael Höhme, der im vergangenen Jahr in Vyškov mitgelaufen ist. Am Freitag hatte er seine Lehrerkollegin Yvetta Hoferova angerufen und sich erkundigt, wie der „Lauf mit Herz“ in Vyškov gelaufen ist: 60 000 Tschechische Kronen hat der eingespielt, was nach aktuellem Wechselkurs rund 2 220 Euro sind.

Unter den über tausend Döbelner Läufern war auch Stephanie Meier. Die Sozialarbeiterin hatte sich dem Team vom Autohaus Ertl angeschlossen. „Ich bin 17 Runden gerannt. Es waren viele viele Leute“, berichtete sie. Es gehört bei ihr zur guten Tradition, am Lauf mit Herz teilzunehmen. Unter den 353 Teams waren elf vom „Sonnenstrahl“-Verein. Carsten Schmidt aus Dresden hat für ein solches Team 16 Runden geschrubbt, sein dreijähriger Sohn Max eine und seine achtjährige Tochter zwei.

Das DAZ-Team dreht 44 Runden

Neben 16 Schulen, wie dem LGD, dem Luther-Gymnasium Hartha und der Grundschule Roßwein hatten auch unzählige Firmen und Sportvereine ihre Mannschaften ins Rennen geschickt. Zum Beispiel der Pflegedienst Brambor, die Max Knobloch Nachfolge GmbH und die Beiersdorf AG, um nur einige zu nennen. Für die Döbelner Allgemeine Zeitung schwitzten die Redakteure Stephanie Jankowski und Thomas Sparrer sowie René Helm, der an diesem Tag die Tätowiermaschine gegen die Laufschuhe tauschte. Die DAZ-Läufer legten insgesamt 44 Runden zurück und die Mitarbeiter der Zeitung spendeten insgesamt 40 Euro für den Verein Sonnenstrahl.

Für diesen ist das in Döbeln erlaufene Geld eine wichtige Einnahmequelle. Zumal der Verein eine steigende Anzahl von Krebserkrankungen bei Kindern registriert. „Wir merken das an einer steigenden Nachfrage unserer Angebote“, sagt Antje Herrmann, Geschäftsführerin des Vereins. Der hält nicht nur bestimmte Angebote für die Geschwister von krebskranken Kindern bereit. Auch spezielle Nachsorge-Angebote bietet er an. Für ganz wenig Geld können die Kinder nach der Behandlung ins Aktiv-Camp fahren. „Da geht es darum, die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein nach der langen Krankheit zu stärken“, erläutert Antje Herrmann. Sport spielt dabei eine wichtige Rolle, zum Beispiel das Klettern.

Neue Therapie

Auch Elternwohnungen in der Nähe des Dresdner Universitätsklinikums „Carl Gustav Carus“ bietet der Verein an. „Wir haben von sieben auf neun Wohnungen erhöht“, sagt die Sonnenstrahl-Geschäftsführerin. Seitdem es an der Dresdner Uniklinik die neue Protonenbestrahlung gibt, lassen viele Eltern aus ganz Deutschland ihre Kinder dort behandeln. Und wollen während der Therapie natürlich in der Nähe der kleinen Patienten sein.

Elternwohnung, Geschwister-Projekt, Aktiv-Camp – die vielfältige psychosozialen Arbeit der Sonnenstrahl-Mitarbeiter kostet natürlich Geld. Und ein Großteil davon stammt aus Döbeln.

Von Dirk Wurzel

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