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Döbeln Über 2000 Euro abgezockt: Vogtländer nimmt Waldheimerin schamlos aus
Region Döbeln Über 2000 Euro abgezockt: Vogtländer nimmt Waldheimerin schamlos aus
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13:55 18.05.2018
Um falsche Versprechen ging es jüngst im Amtsgericht Döbeln. Eine Waldheimerin hatte ihre Gutgläubigkeit teuer bezahlt. Quelle: picture alliance / dpa
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Döbeln/Waldheim

Ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. So muss sich eine 23-jährige Waldheimerin vorgekommen sein. Sie fiel auf falsche Versprechen eines Vogtländers herein. Und bezahlte das teuer. 2200 Euro borgte sie dem Mann, sah bisher keinen Cent wieder.

Einspruch bringt kleinere Strafe

Nun beschäftigte dieser Fall das Amtsgericht Döbeln erneut. Im Februar hatte Strafrichter Janko Ehrlich den Mann im sogenannten Strafbefehlsverfahren wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 35 Euro verurteilt, weil er damals nicht zur Verhandlung erschienen war. Gegen das schriftliche Urteil hatte der Vogtländer Einspruch eingelegt. Er kommt nun etwas günstiger weg.

Bisher als Schläger aktiv

In seinem Prozess schwieg der 23-Jährige zum Tatvorwurf, nicht aber zu seinen persönlichen Verhältnissen. Er macht eine Lehre zum Straßenbauer und hat hohe Schulden. Bisher fiel er als Schläger auf, hat Vorstrafen wegen Körperverletzung. Im August vergangenen Jahres hatte er sich dann offenbar auf die Heiratsschwindelei verlegt.

Geschädigte geht zur Polizei

„Wir haben uns auf einer Internetplattform kennengelernt“, sagte die junge Frau, die in den Arche-Wohnstätten in Waldheim lebt. Sie hat ein Handicap – und war deshalb das vermeintlich leichte Opfer. „Wo wir uns dann getroffen hatten, sagte er, dass er Geld von mir braucht“, sagte die Geschädigte. Sie hob das ab und gab es ihm in mehreren Tranchen. Einmal sei sein Auto kaputt gewesen. 2200 Euro waren schließlich weg. „Dabei hat er mir gesagt, bis Freitag kriegst Du das Geld wieder“, sagte die Geschädigte. Die Summen, die sie vor Gericht angab, wichen von ihrer Aussage bei der Polizei ab. „Das ist ja schon eine Weile her“, sagte sie dazu. „Meine Oma hat mich dann drauf aufmerksam gemacht, dass das nicht geht, dass er soviel Geld von mir bekommt“, sagte die Geschädigte, weshalb sie Anzeige wegen Betruges erstattete.

Schuldenberg lastet auf jungem Mann

„Sie haben die Frau kennengelernt und das schamlos ausgenutzt. Sie dachten wohl, dass sich die Frau nicht zur Wehr setzen wird“, sagte Richter Ehrlich, als er das Urteil für den Betrüger begründete: Schuldig des Betruges in drei Fällen, 140 Tagessätze zu 24 Euro. Bei der ersten Verhandlung ohne Angeklagten im Februar kannte das Gericht dessen Einkommen nicht, weshalb es die Höhe der Tagessätze schätzte. Nun hatte es konkrete Angaben und der Lehrlingslohn ist nicht so üppig. Also sind es nun insgesamt 3360 Euro statt ursprünglich 4900 Euro Geldstrafe geworden. Außerdem ordnete der Richter den Wertersatz über die Schadenssumme von 2200 Euro an. Ob und wie er die zahlen kann, ist unklar. Ein Schuldenberg von über 20 000 Euro lastet auf den Schultern des jungen Mannes.

Betrüger will Geld zurück zahlen

Der Vogtländer hatte in seinem letzten Wort als Angeklagter die Tat indirekt eingeräumt und den Willen bekundet, der Waldheimerin das Geld zurück zu zahlen. Auch wenn er gerade nicht wisse, wie.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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