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Döbeln Über die Praxis zum Abschluss im Schulzentrum Döbeln-Nord
Region Döbeln Über die Praxis zum Abschluss im Schulzentrum Döbeln-Nord
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20:00 04.02.2016
x Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Jürgen Sommer ist von diesem Jugendlichen begeistert. „Wenn er bei uns als einer von vier Bewerbern vor mir stünde, ich wüsste, wen ich nehme“, sagt der Service-Leiter des Autohauses Döbeln. Die Rede ist von dem 14-jährigen Dave Wiemer. Er besucht die achte Klasse des Produktiven Lernens an der Oberschule in Döbeln-Nord. Das ist eine Besonderheit der Schule, die es in der Region nur in Döbeln gibt. 2009 bis 2013 beteiligte sich die Schule an dem Schulversuch. Seit 2013 ist das produktive Lernen (PL) ein eigener Ausbildungszweig mit je einer achten und einer neunten Klasse an der Oberschule.

„Ziel des Projektes ist es, Hauptschülern, die sonst vielleicht ohne Abschluss die Schulen beenden würden, eine Brücke zu bauen zwischen schulischem Lernen und Berufsorientierung“, sagt Lehrer Axel Kühnert. „Wer in der Schule im theoretischen Unterricht Schwierigkeiten hat, kann ja immer noch ein guter Praktiker sein. Und das ist der Ansatz“, ergänzt seine Kollegin Kerstin Hickethier. Gemeinsam mit Silke Schindler und Elisabeth Lange bilden sie ein Lehrerquartett für die 15 PLer in Klassenstufe acht und die fünf PL-Schüler in Klassenstufe neun. Die Schüler kommen dabei nicht nur aus Döbeln, auch Nossen, Oschatz, Bockelwitz, Parthenstein im Muldental, Waldheim, der Ostrauer Raum oder die Gemeinden im Meißner Raum sind die Heimatorte der Schüler.

„Unsere künftigen PLer müssen sich bei uns bewerben und sie müssen dabei klar zeigen, dass sie diese Chance wollen“, sagt PL-Lehrerin Kerstin Hickethier. Nach einem Gespräch erfolgt die vorläufige Aufnahme und die Schüler müssen eine Orientierungsphase bestehen. Sie alle sind bis Klasse 7 mindestens einmal sitzen geblieben und es besteht die Gefahr, dass sie auf normalen Wege ohne Schulabschluss bleiben.

Praktisch sieht das „Produktive Lernen“ so aus: Die Schüler besuchen im dreigeteilten Schuljahr in jedem Trimester einen anderen Praktikumsplatz. Hier arbeiten sie drei Tage in der Woche ganz praktisch, ob in der Werkstatt, der Küche, im Zimmerservice eines Hotels, im Kleinbetrieb, im Friseurgeschäft. Betreut werden sie dabei von den Mitarbeitern und ihren Lehrern, die sich zudem darum kümmern, praxisbezogene Aufgaben aus dem Lehrplan für den jeweiligen Praktikumsbetrieb abzuleiten und den Schülern aufzugeben. Praxisbezogen soll dann auch an den zwei restlichen Wochentagen an der Schule weiter unterrichtet werden. „Im Autohaus Döbeln hat Dave alle Abteilungen wie Mechanik, Karosserie und die Lackiererei durchlaufen. Er ist hier richtig aufgegangen und hat sich für die Praxis richtig begeistert. Klar soll er sich nach dem Schulabschluss bei uns bewerben“, sagt Jürgen Sommer vom Autohaus Döbeln.

„Auch von den meisten anderen Praxispartnern gibt es positive Rückeldungen“, weiß Lehrer Axel Kühnert. So aus dem Krankenhaus Leisnig, dem Autohaus Ertl, dem City-Haarstudio, dem Raiffeisen-Bau und Gartenmarkt, dem Döbelner Stadtbauhof und vielen mehr. Gerade wechselten die Schüler fürs nächste Trimester bis Ostern zu neuen Betrieben. Mathe, Deutsch, Englisch und Erkundungsaufgaben sowie die Dokumentations-Mappe sind Schwerpunkte neben der praktischen Arbeit. Biologie, Physik, Chemie, Geschichte oder Geo sind etwas knapper gefasst. Der Abschluss ist dem der Hauptschule gleichgestellt.

Von Thomas Sparrer

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