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Döbeln Übers Ziel hinaus
Region Döbeln Übers Ziel hinaus
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20:00 07.05.2014
Quelle: Gerhard Dörner
Region Döbeln

Wer von Döbeln nach Leipzig mit dem Zug fährt, darf die Bahncard nutzen, ist Chemnitz das Ziel, dann nicht.

Mittelsächsische Politiker und Verkehrsstrategen priesen es als großen Wurf: Der Altkreis Döbeln wechselte im Sommer 2011 vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) zum Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Es gilt seit dem für die Region Döbeln der VMS-Tarif, parallel aber auch der MDV-Tarif, wenn sich Start- oder Zielort im MDV-Gebiet befinden. Mehr Vorteile, keine Nachteile - so hieß es bislang.

Doch abgesehen davon, dass sich der eifrige Zugfahrer damit im Wirrwarr gleich zweier Verbund-Tarife zurecht finden sollte, haben ausgerechnet Bahncard-Nutzer schlechte Karten.

Die 25-jährige Mareike aus Chemnitz ist stolze Besitzerin einer Bahncard 50, die für die zweite Klasse immerhin 255 Euro kostet. Die ihr aber eigentlich nicht viel nützt, seit sie nach Döbeln zur Arbeit fahren muss. "Die Bahncard können sie vergessen. Chemnitz und Döbeln gehören beide zum Verkehrsverbund Mittelsachsen und in dem gilt die Bahncard nicht", sagt der Mann am Schalter des Chemnitzer Hauptbahnhofes. VMS-Sprecherin Silke Dinger bestätigt das auf Nachfrage: "Die Deutsche Bahn hat sich im Kooperationsvertrag zur ausschließlichen Anwendung des VMS-Tarifs bei Fahrten innerhalb des VMS-Gebietes verpflichtet. Daher kann die Bahncard auch nicht für Fahrten der Deutschen Bahn innerhalb des VMS-Gebietes genutzt werden."

Mareike aus Chemnitz müsste also für die einfache Fahrt nach Döbeln ein Verbundticket für 7,70 Euro lösen und sich Gedanken darüber machen, ob die Bahn-Card überhaupt noch Sinn für sie macht. Müsste - wenn nicht die freundliche Zugbegleiterin in der Bahn wäre, die manchen Trick auf Lager hat. "Sie lösen das nächste Mal einfach von Chemnitz bis Stauchitz. Das liegt außerhalb des VMS-Gebietes und deshalb können sie ihre Bahncard einsetzen." Macht für eine Fahrt 5,90 Euro, also fast zwei Euro weniger. Dass Mareike schon in Döbeln und nicht erst in Stauchitz aussteigt, danach kräht kein Hahn. Auch umgekehrt könnte sie auf dem Döbelner Bahnhof eine Fahrkarte nach Chemnitz lösen, mit Abfahrtsort Stauchitz.

Eine Sonderreglung im VMS-Tarif macht es möglich, wie Silke Dinger erklärt: Für Fahrten von Zielen und nach Zielen, die außerhalb des Verbundraumes liegen, gelten die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG, wenn deren Züge genutzt werden. Dinger warnt jedoch: "Wer mit der Bahncard den Fahrschein löst, hat nicht die Vorteile des Verbundtickets. Mit dem könnte man zum Beispiel zusätzlich in Chemnitz mit der Straßenbahn zum Bahnhof oder nach Ankunft in Döbeln weiter mit dem Stadtbus fahren." Das braucht Mareike aber nicht. Sie will Zug fahren, mit Bahncard. Deshalb spart sie die knapp zwei Euro pro Fahrt gern.

"Jeder Verband kann machen was er will", kritisiert Hannelore John von der DB-Agentur im Döbelner Hauptbahnhof. Sie bekomme einiges von den Fahrgästen zu hören, die von oder nach Chemnitz unterwegs sind, seit dem der Raum Döbeln nicht mehr zum MDV-Gebiet gehört. In dem kann übrigens uneingeschränkt die Bahncard genutzt werden, wie Hannelore John weiß. Weshalb das - im Gegensatz zum VMS - so möglich ist? Silke Dinger weicht aus: "Da müssen sie wohl eher beim MDV nachfragen."

Olaf Büchel

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