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Überzeugendes Neujahrskonzert der Mittelsächsischen Philharmonie

Überzeugendes Neujahrskonzert der Mittelsächsischen Philharmonie

Alle Jahre wieder die gleiche spannende Frage: Was wird Jan Michael Horstmann, was werden die Musiker der Mittelsächsischen Philharmonie diesmal beim traditionellen Döbelner Neujahrskonzert veranstalten? Denn Kenner wissen längst, dass der Unterhaltungswert bei den musikalischen Reisen zum Jahresbeginn wesentlich größer ist als beim via TV übertragenen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Döbeln.

 

 

 

 

Diesmal also Italien - das Land der südlichen Sonne und der Zitronen, das Land von Pasta und Mafia. Ja richtig, der Mafia: Denn Horstmann betrat den Konzertort als Chef eines Chicagoer Italo-Syndicats - mit Ledermantel, Hut, Sonnenbrille und dicker Zigarre, auf der Suche nach einer "guten Seele" in seinem Heimatland Italien. Postwendend dann die Verwandlung zum Generalmusikdirektor, damit die Reise mitsamt Publikum und Autobus für alle ohne behördlichen Zwischenfall vonstatten gehen konnte.

Schöne Idee, tragend auch in gut zweieinhalb Stunden. Denn Sergio Raonic Lukovic, der Gesangssolist des Konzertes, spielte lustvoll mit. Nach der Pause sprang er aufs Pult, dirigierte die Philharmoniker zu Gioacchino Rossinis Arie "Miei rampoli femminini" aus "La Cenerentola", während der in Ketten gelegte und geknebelte Dirigent erstmal auf sich aufmerksam machen musste, ehe er doch den Stab übernahm und sich der Bariton aufs Singen beschränkte.

So etwas wollen die Zuhörer erleben, und darum ist das Neujahrskonzert Jahr für Jahr das bestbesuchte musikalische Ereignis weit und breit. Das Tanzhaus Central, das wegen der Bauarbeiten im Döbelner Theater noch bis Ende der Spielzeit als Ausweichkonzertstätte fungiert, platzte aus allen Nähten und hat nun wohl endgültig seine Feuertaufe für Hochkultur bestanden. Denn die Akustik ist im proppevollen Zustand besser als gemeinhin behauptet.

Ach ja, Musik gab's natürlich auch im Neujahrskonzert - und anders als bei der (Originalton Horstmann!) "Konkurrenzveranstaltung in Wien" nicht nur Tönernes vom Operetten-Gott Johann Strauß junior. Schon Ruggero Leoncavallos Prolog aus "Der Bajazzo" ließ das Orchester in schönsten Farben leuchten, bei Franz von Suppes launischer "Tarantella" vor der Pause konnten die Musiker ihrem Affen ordentlich Zucker geben, Arthur Sullivans Ouvertüre zum Musical "The Gondoliers" strömte erstaunlich dunkel und warm grundiert.

Klangvoller Höhepunkt im zweiten Teil schließlich Julius Fuciks gewaltiger "Florentiner Marsch", den gerade die Blechbläserfraktion mit sicht- und hörbarer Begeisterung bot. Das ließ fast vergessen, das natürlich trotzdem noch jede Menge Musik von Strauß auf dem Programm stand: Unbekannteres wie die "Maskenball"-Quadrille beispielsweise, Hits wie "Rosen aus Süden" oder das übliche "Unter Blitz und Donner" als eine von drei Zugaben, die sich das begeisterte Döbelner Publikum erklatschte. Isabella Ardani

-Standpunkt

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