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Döbeln Übler Betrug: 31-Jährige zockt geistig Behinderten ab
Region Döbeln Übler Betrug: 31-Jährige zockt geistig Behinderten ab
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Das Amtsgericht Döbeln verhandelte am Montag die Anklage gegen eine 31-Jährige. Sie soll einen geistig Behinderten betrogen haben. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln/Rossau

Deutliche Worte fand Staatsanwältin Angelika Rickert für diese Gaunereien: „Das waren Taten zum Nachteil eines Menschen, der sich nicht wehren konnte. Das finde ich fies“, sagte die Juristin am Montag im Amtsgericht Döbeln. Dort beantragte sie, eine 31-Jährige aus Rossau zu 22 Monaten Haft Gesamtstrafe für eine ganze Reihe an kriminellen Handlungen zu verurteilen. „Bewährung kann man mit Bedenken geben“, sagte Angelika Rickert zur Frage der Strafaussetzung.

Übergrößen, Fernseher, Kaffeemaschinen

Mobiltelefone, Fernseher, Mode in Übergröße – 15 Mal nutzte Frau den geistig Behinderten aus, um diese Dinge zu kaufen beziehungsweise im Internet zu bestellen. So zum Beispiel am 3. November 2015 im Medimax in Lichtenau. Zwei Samsung-Mobiltelefone für insgesamt 1000 Euro brachte die Rossauerin auf diese Weise in ihren Besitz. Die Betrügereien zu Lasten des nicht geschäftsfähigen Geschädigten gingen weiter. Auch TV-Geräte und Kaffeemaschinen erbeutete die Angeklagte. Bis der Betreuer des geistig Behinderten merkte, das da was nicht stimmt. Er ließ das Geld auf das Konto seines Mündels zurückbuchen. So hatten am Ende die Geschäfte den Schaden.

Bitte um Bewährung

Die Angeklagte hatte etliche Tatvorwürfe zunächst bestritten. Nach Rücksprache mit ihrer Verteidigerin, Rechtsanwaltin Anja Hentke-Stets räumte die Frau dann die Vorwürfe ein. „Es ist sehr bezeichnend, dass meiner Mandantin von Anfang an der Halt gefehlt hat“, sagte die Verteidigerin mit Blick auf das schwierige Leben, besonders der Kindheit und Jugend, ihrer Mandantin. Sie sprach die Bildungsmaßnahme des Jobcenters an, die sich positiv auf die Angeklagte auswirkt. „Sie möchte auf gar keinen Fall ins Gefängnis“, bat die Verteidigerin um Bewährung.

Dicker Brocken notwendig

Richterin Karin Fahlberg kam dem nach. Ein Jahr und zehn Monate Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, gab es als Gesamtstrafe für die Betrügereien. Außerdem ordnete die Richterin 3179,15 Euro Wertersatz an. Einige Waren hatten sich bei der Durchsuchung wieder angefunden – darum die Differenz zur Schadenssumme. „Die 22 Monate sind ein dicker Brocken. Aber der ist auch notwendig“, sagte die Vorsitzende. Im Urteil gingen Geldstrafen für das Fahren ohne Fahrerlaubnis mit auf, zu der das Amtsgericht die Frau nach den Betrügereien hatte. Das aktuelle Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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