Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Umnutzung des Schlecker-Marktes: Ostrau lehnt Spielothek erneut ab
Region Döbeln Umnutzung des Schlecker-Marktes: Ostrau lehnt Spielothek erneut ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:30 23.06.2016
Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling ist zuversichtlich, dass der Spielotheks-Antrag nun endgültig abgelehnt wird. Quelle: Natasha Allner (Archiv)
Anzeige
Ostrau

Eine Gemeinderatssitzung der besonderen Art war das letzte Zusammentreffen der Ostrauer Räte vor der Sommerpause am Dienstagabend im Feuerwehrgerätehaus Noschkowitz. Aufgrund des letzten Vorrundenspiels der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der EM in Frankreich gegen Nordirland wurde der öffentliche Sitzungsbeginn kurzerhand um 35 Minuten nach hinten verschoben. Mit Leinwand und Grillwurst schauten sich die Räte die Ausstattung der Feuerwehr und dann den deutschen Sieg an, bevor sie zur Tat schritten.

Ein wichtiger Punkt, der bereits zum zweiten Mal auf der Tagesordnung stand: Die Entscheidung über die Einrichtung einer Spielothek mit zwölf Automaten im ehemaligen Schlecker-Drogeriemarkt im Gewerbegebiet Ostrau. Zur Erinnerung: Bereits in der Sitzung am 5. April hatten die Gemeindevertreter den Antrag von Olaf Krahl aus Wetterwitz bei Grimma vorliegen, den seit Jahren leerstehenden Markt umzunutzen. Damals lehnten sie ab und Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) gab den Hinweis, dass für die Einrichtung einer Vergnügungsstätte im Gewerbegebiet ein neuer Antrag nach Bauplanungsrecht gestellt werden müsse, mit dem eine Ausnahmegenehmigung verbunden sei.

Darum bemüht sich Olaf Krahl aktuell, hat die Unterlagen bereits neu beim Landratsamt eingereicht. Doch die Ausnahme im Bebauungsplan des Gewerbegebiets zuzulassen liegt hier im Ermessen der Gemeinde, erklärte Schilling. Und wie erwartet lehnten die Räte das Vorhaben erneut ab. Zwar hat das Landratsamt in dieser Frage das letzte Wort. Doch Schilling bekräftigte auch am Tag nach der Sitzung, dass er optimistisch sei, das Thema nun vom Tisch zu haben. „Die planerische Absicht im Gewerbegebiet wird durch das Ansinnen von Herrn Krahl nicht erfüllt. Und wenn unsere Ermessensentscheidung rechtskonform ausgeübt wird, hält sich das Landratsamt normalerweise auch daran.“ Die endgültige Entscheidung wird innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate erwartet.

Schilling begründete die Haltung der Gemeinde einerseits mit der Größe des Marktes, die mit 144 Quadratmetern als Spielothek eher einer „kerngebietstypischen Vergnügungsstätte“ entspräche und somit nicht in ein Gewerbegebiet im ländlichen Raum passe. Andererseits wolle man lieber produzierendes, verarbeitendes oder dienstleistendes Gewerbe dort etablieren. „Darin, einfach nur das Objekt voll zu machen, sehe ich auch keinen Sinn. Wir haben hier eine Verantwortung gegenüber der Gemeinde“, sagte Schilling, der sich zudem um die jüngeren Ostrauer sorgt. „Es gibt auch eine Jugendeinrichtung in der Nähe. Und wenn ich gefährdet bin, macht es schon einen Unterschied, ob ich mobil sein muss und extra woanders hinfahre oder das direkt vor der Tür habe.“

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Drogen und Schreckschusswaffen wie auf diesem Symbolfoto fanden die Polizeibeamten am Mittwoch in Döbeln. 65 Polizisten sowie Drogen- und Sprengstoffspürhunde waren bei der Großrazzia im Einsatz, die für einiges Aufsehen in der Stadt sorgte.

23.06.2016

Der eine drischt den anderen krankenhausreif und als der aus dem Krankenhaus kommt, drischt er weiter auf ihn ein. Das fand Staatsanwältin Angelika Rickert am Mittwoch im Amtsgericht Döbeln ein starkes Stück und forderte, den Schläger für acht Monate wegzusperren. Mit den Schlägen endete auch eine langjährige Jugendfreundschaft.

22.06.2016

Seit vergangener Woche ist die Uferstraße in Döbeln wieder frei befahrbar. Doch nachdem sie für die umfangreichen Arbeiten am Flutgraben hinterm Busbahnhof gebraucht wurde, bietet sie nun ein recht kahles Bild. Denn die alten Laubbäume entlang der Uferpromenade mussten im Zuge der Bauarbeiten gefällt werden. Doch das soll nicht so bleiben.

22.06.2016
Anzeige