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Ums Schloss Ehrenberg soll wieder ein Park entstehen

Alte Wege neu gemacht Ums Schloss Ehrenberg soll wieder ein Park entstehen

Das Schloss Ehrenberg in seiner ganzen Pracht zeigen derzeit nur Bilder und Postkarten. Aber immerhin soll der Park um das verfallene Anwesen neu erstehen. Den Beginn will Hausherr Pier Giorgo Furlan mit einem Rundweg machen. Gemeinde und Landratsamt unterstützen ihn.

Um Schloss Ehrenberg soll wieder ein Park mit einem Wegenetz entstehen. Darum unternahm Hausherr Pier Giorgo Furlan (r.) gemeinsam mit der Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler und Denkmalschützer Dr. Stefan Dähne eine Exkursion in den Wald. Das Schloss selbst ist derzeit eine Ruine. Nur Bilder und Postkarten zeigen seine einstige Pracht, wie in unserer Montage.
 

Quelle: Maria Euchler/Dirk Wurzel, Montage: Sven Bartsch

Ehrenberg.  Der Wald um Schloss Ehrenberg war neulich Austragungsort einer kleinen Exkursion. Ein Künstler, eine Bürgermeisterin und ein Denkmalschützer liefen dort umher, kraxelten Hänge hinauf, sahen sich um. Pilze suchten Pier Giorgo Furlan, Maria Euchler und Dr. Stefan Dähne aber nicht. Es ging um den ehemaligen Park des Schlosses, der mittlerweile ein Wald ist, und um die Frage, ob und wie man diesen wieder zum Park umgestalten kann. Das hat Pier Giorgo Furlan vom Förderkreis Centro Arte Monte Onore nämlich vor. Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler vertritt gewissermaßen die Eigentümerin des Waldes, denn der gehört der Kommune. Sie unterstützt das Vorhaben. Auch Dr. Dähne, Gebietsreferent bei der Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes, steht dem ebenfalls positiv gegenüber.

Die kleine Bastei im Ehrenberger Wald

Allerdings kann Pier Giorgo Furlan im Busch nicht einfach schalten und walten, wie er will. Maria Euchler: „Dafür muss man den Wald erst wieder in einen Park umwidmen. Dazu müssen wir auch eine Ausgleichsfläche finden.“ Zunächst geht es um einen Rundweg um das Anwesen Schloss und Rittergut. „Hier hat das Landratsamt bereits grünes Licht gegeben. Her Furlan darf ihn freischneiden“, sagt Maria Euchler. Weiterhin geht es darum, die alten Wege und Sichtbeziehungen wieder herzustellen.

„Schauen Sie hier: Ich nenne es unsere Bastei“, sagt Pier Giorgo Furlan und zeigt Denkmalschützer Dr. Dähne ein halbrundes Plateau aus augeschüttem Boden und halbkreisförmiger Stützmauer. „Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Burg Kriebstein“, sagt der Künstler. Wenn da nicht die großen Bäume wären...

Auch um einen guten Blick von den Wegen auf Schloss Ehrenberg geht es bei dem Park-Projekt. Dafür ist aber noch Planungsarbeit nötig. Das verfallene Kleinod interessierte Dr. Dähne besonders, der den Verfall bedauerte. Pier Giorgo Furlan, der bereits Stall und Wohnhaus des zum Schloss gehörigen Rittergutes saniert und zum bekannten Kunst- und Kulturzentrum ausgebaut hat, kann sich vorstellen, die Ruine einmal zu sichern und die alten Mauern auf diesem Weg zu erhalten. Als Vorbild sieht er die Ruine des Klosters „Heiliges Kreuz“ in Meißen, die auf diesem Weg der Nachwelt erhalten wird. Der Ehrenberger Italiener Furlan hat etliche steinerne und ander dingliche Zeitzeugen aus der Ruine geborgen und stellt sie in einem kleinen Museum aus. So gerät das Schloss nicht in Vergessenheit.

Verfall seit Ende der 80er

Dessen Geschichte ist eng mit der Burg Kriebstein verbunden. Ehrenberg gehörte zu den herrschaftlichen Besitzungen von Kriebstein. Als dessen Burgherr Georg von Carlowitz starb, fiel der Ehrenberger Besitz an Christoph von Carlowitz, einen seiner vier Söhne. Er ließ das Schloss bauen, Grundsteilegung soll 1563 gewesen sein. Weil er hochverschuldet starb, fiel das Anwesen sozusagen in die Konkursmasse und hatte in den folgenden Jahren wechselnde Besitzer. Von 1861 bis zur Bodenreform 1945 gehörte das Schloss der Familie Sahrer von Sahr. Nach der Bodenreform – die kommunistischen Machthaber in der Sowjetischen Besatzungszone hatten die Familie enteignet – zogen Neubauern ins Schloss. 1948 fiel der Kapellenflügel dem Abriss zu Opfer. Im jetzt nur noch als Ruine vorhandenem Teilstück wohnten bis gegen Ende der 1980er Jahre Leute. Der Park stammt aus dem Jahr 1873.

Denkmalschützer Dr. Dähne nahm von seiner Exkursion viele Eindrücke mit. Und Pier Giorgos Furlans Bitte um einen finanziellen Zuschuss. Dr. Dähne gab dazu keine Zusage, versprach aber, sich zu kümmern.

Von Dirk Wurzel

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