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Döbeln Umweltminister Thomas Schmidt besucht Meinsberger Kurt-Schwabe-Institut
Region Döbeln Umweltminister Thomas Schmidt besucht Meinsberger Kurt-Schwabe-Institut
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00:21 27.01.2018
Umweltminister Thomas Schmidt (r.) lässt sich ein System, mit dem der pH-Wert des Bodens schnell vor Ort gemessen werden kann, erklären. Quelle: Sven Bartsch
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Meinsberg

Das Kurt-Schwabe-Institut (KSI) in Meinsberg hat in den vergangenen sechs Jahren fast sechs Millionen Euro investiert und in annähernd gleicher Zeit das zur Verfügung stehende Jahresbudget verdoppelt. Das offenbarte am Mittwoch Institutsleiter Prof. Dr. Michael Mertig, als der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) vorbeischaute, um sich selbst ein Bild der Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu Sensoren für Umwelt und Landwirtschaft zu machen.

„Dass wir ein hochexzellentes und weltweit aktives Institut mitten im ländlichen Raum haben, freut mich“, so der Minister. „Es geht jedoch nicht nur um die wissenschaftlichen Erfolge, sondern auch um die Förderung von jungen Leuten. Damit wird hier die Basis für zukünftige Wissenschaftsgenerationen geschaffen.“ Von den derzeit 40 Mitarbeitern seien neun Doktoranden, wie Mertig betonte. „Wir sind ein geistiges Zentrum in der Region“.

Zusammenarbeit mit Unternehmen

Doch das KSI setzt nicht nur auf Forschung, sondern arbeitet auch direkt mit Unternehmen zusammen. In der Region ist das derzeit unter anderem die Agricon GmbH aus Ostrau. Gearbeitet wird an einem kompakten Messsystem, das – etwa an ein Fahrzeug angebracht – direkt vor Ort und somit ohne wochenlangen und zudem teuren Weg über ein Labor den pH-Wert des Bodens auswerten kann – eine wichtige Voraussetzung für die Dosierung von Dünger. Das Konzept überzeugt den Umweltminister: „Wir reden viel über Verbote von Düngemitteln. ich möchte stattdessen intelligente Lösungen wie diese bieten können.“

Bei der Reinsdorfer Agrargenossenschaft ist Meinsberger Sensortechnik direkt im Biogasprozess im Einsatz, um dort etwa den Essigsäuregehalt zu messen. „Wir werden dafür mit Substraten versorgt. Zwischen uns ist eine richtige Symbiose entstanden“, freut sich Mertig. „In all diesen Bereichen wird das Potenzial weiter wachsen. Wenn wir uns entsprechend entwickeln wollen, brauchen wir diese Sensortechnik“, sagt der Umweltminister. „Mit Instituten wie dem KSI haben wir die große Chance, die Wertschöpfung in Sachsen zu halten.“

Weltweit gefragte Expertise

Denn Bedarf besteht und wächst praktisch weltweit. Das zeigen nicht zuletzt die international angelegten Projekte, an denen das KSI mitwirkt. So wirken die Meinsberger unter anderem an einem Forschungsprojekt mit der chinesischen Millionenstadt Chongqing und deren Universität mit, das sich um die Qualitätssicherung von Wasser dreht. Auch bis nach Südamerika haben Mertig und Kollegen bereits ihre Fühler ausgestreckt. „Ich habe gehört, dass es im gesamten Land nur 50 Stellen gibt, an denen das Grundwasser kontrolliert wird. Dort ist also noch viel zu tun“, so der Institutsleiter.

Ebenfalls beteiligt sei man an Hypos – einem durch den Bund geförderten Innovationsprojekt, bei dem es darum geht, Wasserstoff in die Wirtschaft zu bringen. „Ich leite dort ein Projekt mit zwölf Industriepartnern zur Sicherheitssensorik. Denn Wasserstoff ist bekanntermaßen in bestimmten Konzentrationen besonders explosiv“, erläutert Mertig.

Als Mitglied des Center for Advancing Electronics der Technischen Universität Dresden stricken die Meinsberger mit Hilfe von DNA-Molekülen spezielle Strukturen die sowohl für sogenannte Neuro-Antennen als auch für den Bau von Sensoren im Institut eingesetzt werden.

Verstärkter Austausch in Zukunft

In Zukunft plant das KSI, weiterhin verstärkt auf den Austausch mit anderen Einrichtungen und Unternehmen setzen. Als einen nächsten Schritt in diese Richtung wolle Schmidt eine Veranstaltung im Rahmen von Simul+ nach Meinsberg holen. Dabei handelt es sich um eine Initiative des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, die verschiedenste Akteure zusammenbringt, um Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung strategisch zu begleiten.

Von André Pitz

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