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Döbeln Unbekannte sprengen erneut zwei Automaten in Döbeln und Roßwein
Region Döbeln Unbekannte sprengen erneut zwei Automaten in Döbeln und Roßwein
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15:02 12.01.2016
Gesprengter Zigarettenautomat in Döbeln-Nord. Quelle: Sven Bartsch
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Region Döbeln

Unbekannte Täter sprengten in Döbeln und in Roßwein in der Nacht zum Dienstag zwei Zigarettenautomaten. Es ist seit Anfang Dezember 2015 schon der fünfte Fall solcher herbeigeführten illegalen Explosionen im Raum Döbeln. Die Polizei hat diesmal einen konkreten Anhaltspunkt: die Täter verwendeten ein gestohlenes Auto.

Das kriminelle Sprengkommando trat in den frühen Morgenstunden in Aktion. In der Badischen Straße in Döbeln-Nord zerstörten sie mit einer Explosion einen Zigarettenautomaten vollständig. Diese war so gewaltig, dass es die Teile des Automaten, der an der Rückwand des Nah-Kauf-Marktes angebracht war, bis zu 25 Meter weit schleuderte. Die Täter nahmen die Münzkassette des Automaten und alle darin befindlichen Zigarettenschachteln mit. Von dem lauten Knall wachten erschrocken Anwohner auf. Zeugen sahen, wie nach der Explosion ein dunkler Audi vom Tatort davonfuhr.

Zweieinhalb Stunden später in der Roßweiner Kirchstraße: Um 4.55 Uhr flog auch dort ein Zigarettenautomat mit lautem Knall in die Luft. Die zwei männlichen Täter sammelten unmittelbar danach verstreute Tabakwaren und Bargeld auf. Aufgeschreckte Anwohner, die nachsahen, störten die Täter dabei. Die Unbekannten flüchteten – wieder mit einem dunklen Audi.

Die Polizei ermittelte inzwischen, dass es sich bei dem Fluchtfahrzeug um ein am Vorabend gestohlenes Auto handelt. Der schwarze Audi 80 mit Freiberger Kennzeichen (FG) war am Montag in der Grimmaischen Straße in Döbeln gestohlen worden. Der 35-Jährige Eigentümer hatte den 25 Jahre alten Audi dort am Montag, gegen 15.20 Uhr, abgestellt. Als er gegen 19.30 Uhr zurückkam, war der Pkw verschwunden. Der Wert des Autos beträgt etwa 2000 Euro.

Wie die Täter die Automaten sprengten, ist noch unbekannt. „Wir haben Spezialisten, die jetzt versuchen, das herauszufinden“, sagt Heidi Hennig, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. Hennig: „Die Täter könnten sich aus pyrotechnischen Erzeugnissen selbst etwas zusammengebastelt haben. Genauso ist es möglich, dass sie illegale Silvesterböller verwendeten. Diese sind durch ihren lauten Knall bekannt und haben eine erhebliche Sprengkraft.“ Auf jeden Fall ist es sehr gefährlich, was die selbst ernannten Sprengmeister da machen. In Mobendorf bezahlte ein junger Mann in der Silvesternacht 2015 das Zünden eines solchen Böllers mit dem Leben. „Solche Sprengungen von Automaten sind gefährlich für jene, die das machen und auch für Dritte, die möglicherweise hinzukommen“, sagt Heidi Hennig.

Innerhalb kurzer Zeit hat es in der Döbelner Region fünf solcher Explosionen gegeben. Anfang Dezember sprengten Unbekannte einen Metallpapierkorb an der Döbelner Fronstraße. In vier anderen Fällen waren Automaten die Angriffsziele: ein Ticketautomat Ende Dezember auf dem Leisniger Bahnhof, Zigarettenautomaten in der Nacht zum Montag in Dobernitz bei Leisnig und jetzt in Roßwein und Döbeln.

„Wir schließen einen Zusammenhang der Fälle nicht aus“, sagt Heidi Hennig. Bei den jüngsten Aktionen liegt er sogar sehr nahe, weil beide Male der dunkle Audi beobachtet wurde. Die Polizei sucht deshalb Zeugen die den schwarzen Audi 80 in der Nacht zum Dienstag in Roßwein oder Döbeln gesehen haben und Angaben zu Insassen des Fahrzeuges machen können. Hinweise nimmt das Polizeirevier in Döbeln unter der Telefonnummer 03431/ 65 90 entgegen.

Von Olaf Büchel

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