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Und der Taschenstuhl kommt mit

Nach zwölf Jahren geht Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Stecher in den Ruhestand Und der Taschenstuhl kommt mit

Andrea Stecher, zwölf Jahre Verwaltungsmitarbeiterin in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig, geht in den Ruhestand. Verabschiedet wurde sie von ehemaligen Kolleginnen, Mitgliedern des Gemeinderates und ihren drei Bürgermeistern. Die Kita-Knirpse trällerten Ständchen und zum großen Glück tauchte auch ihr „Taschenstuhl“ wieder auf.

Die Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig arbeiten in Gemeinschaftsverwaltung.

Quelle: Montage/Wolfgang Sens

Zschaitz. Zschaitz. Andrea Stecher ist nun offiziell Rentnerin. In der Gemeindeverwaltung Zschaitz-Ottewig gab sie nach zwölf Jahren den Staffelstab an Mandy Härtner weiter. Aus dem Amt wurde sie von ihren drei Bürgermeistern verabschiedet. Immo Barkawitz erklärte: „Als mein Vorgänger sie eingestellt hat, hat er es richtig gemacht. Sie hat mir die ersten Schritte der Bürgermeisterei beigebracht, als ich hier anfing. In der Zschaitz-Ottewiger Verwaltung ist man oft allein - Andrea Stecher hat sich als Einzelkämpferin und wahres Multitalent bewährt.“ Vieles habe die Mitarbeiterin ganz allein managen müssen. Sie sei mit allen Bürgern ausgekommen und habe zu ihnen einen ganz besonderen Draht aufgebaut. Der Bürgermeister von Zschaitz-Ottewig wünsche der 63-Jährigen, dass der Ruhestand eine gewisse Eigendynamik entwickle und sie mehr Zeit für ihre Hobbys wie Malerei und Lesen habe. „Es wird sicher etwas dauern, bis Andrea Stecher im Ruhestand wirklich angekommen ist. Ich habe sie gegen eine Jüngere getauscht, das wird mir in diesem Fall hoffentlich keiner übelnehmen“, scherzte Barkawitz.

Stechers früherer Chef und Ex-Bürgermeister Horst Saupe hielt sich kurz: „Ich wünsche dir alles Gute und danke für die geleistete Arbeit.“ Dirk Schilling würdigte die „gute Zusammenarbeit und faire Kooperation“. Der Bürgermeister von Ostrau, welches in Verwaltungsgemeinschaft mit Zschaitz-Ottewig agiert, führte fort: “Jetzt, bei der Übergabe, ist uns aufgefallen, wie viel Andrea Stecher uns abgenommen hat. Es war ein gutes Miteinander und wir wünschen für die kommende Zeit alles Gute.“

Eine große Feier hatte die sichtlich gerührte Andrea Stecher nicht haben wollen, konnte aber nicht verhindern, dass neben ehemaligen Kolleginnen und Mitgliedern des Gemeinderats auch ein Trupp Knirpse aus der Kindertagesstätte „Waldpatzen“ ein paar Ständchen trällerten und mit ihrer Kita-Leiterin Ina Beier ein liebevoll gestaltetes Plakat zum Abschied überbrachten. Besonders rührend war, was die Kleinen „ihrer Frau Stecher“ wünschten: „Dass du immer in Ruhe einkaufen kannst“ und „Zeit hast, uns zu besuchen“. Ina Beier betonte: „Wir haben so viele Jahre gut zusammengearbeitet, da ist etwas gewachsen. Ich werde dich vermissen.“ Apropos vermissen: Andrea Stecher stellte all die Jahre bei Arbeitsantritt ihre Tasche auf einen kleinen Holzstuhl, der vor Jahren aus der Kita in Goselitz gerettet wurde. Als Stecher aus dem Urlaub kam, war das Mini-Möbeln verschwunden. „Kaputt gegangen“, wurde ihr suggeriert. Doch nun stand das hölzerne Stühlchen, generalüberholt und mit Pinseln und Farbdosen präpariert wieder vor Andrea Stecher - mit dem Hinweis, dass sie sich um die letztendliche Gestaltung doch selbst bemühen dürfe.

Andrea Stecher sieht ihrem Ruhestand gelassen entgegen: „Am Montag wird mir noch nichts fehlen. Da habe ich ein volles Haus, denn zahlreiche Gäste haben sich für Weihnachten angekündigt. Danach gilt meine Aufmerksamkeit meinem Garten, den will ich auf Vordermann bringen. Zudem möchte ich mich mehr dem basteln widmen und weiterhin meinem Reha-Sport frönen, um meinem Rücken Gutes zu tun. Nur die letzten Tage hier war ich etwas aufgeregter: Habe ich auch an alles gedacht...?“ Zu ihren Erinnerungen gehört auch diese: „Als ich die Stelle bekam, war ich überglücklich. Ich kümmerte mich zuvor als ABMlerin um Aussiedlerkinder. Die Zusage war für mich ein wunderbares Geburtstagsgeschenk.“

Von Natasha G. Allner

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