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Döbeln Unermüdlich und ein wenig verrückt
Region Döbeln Unermüdlich und ein wenig verrückt
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22:35 28.08.2013
Als das Wasser weg war, war Sven Weißflog (l.) immer noch unter Strom und jederzeit und überall im Einsatz, etwa Trockner und Notstromer verteilen. Zuvor hatte er mit Baggern und seinen Mitarbeitern rund um die Uhr die Brücken gegen Treibgut verteidigt. Quelle: Wolfgang Sens

Die Helfer haben viele Gesichter. Sie sollen am 6. September im Döbelner Rathaussaal mit dem Flutstiefel 2013 ausgezeichnet werden, den die DAZ zusammen mit der Kreissparkasse Döbeln stiftet. DAZ-Leser Andreas Kaden schlug den Döbelner Bauunternehmer und Stadtrat Sven Weißflog für die Ehrung mit dem Goldenen Flutstiefel vor.

"Kennengelernt habe ich Sven Weißflog 1989 im damaligen "Neuen Forum" in der Zeit unserer friedlichen Revolution. Bereits damals war er besorgt über die bauliche Entwicklung unserer Stadt. Der Sozialismus hatte viele Ruinen und verkommene Bausubstanz hinterlassen, so dass großflächiger Abriss und der Ersatz durch architekturfreie Wohnblöcke in Aussicht stand. Dies galt es zu verhindern und die bestehenden Häuser zu erhalten und im alten Glanz erstehen zu lassen", so Kaden.

"Sven Weißflog hatte viele Ideen im Kopf und setzte in den zurückliegenden Jahren einen Großteil in die Tat um. Unsere Innenstadt wurde auch durch seine Initiativen wieder zu einer farbigen, sehenswerten Stadt. Sowohl für Döbeln als auch für Sven Weißflog gab es Rückschläge, insbesondere die Fluten 2002 und in diesem Jahr im Juni haben unserer Stadt schwer zugesetzt. Sven Weißflog hatte Probleme mit seinen Firmen und wurde durch das Hochwasser immens geschädigt. Doch er ist immer wieder aufgestanden, ließ sich nicht beirren und wie ich den Berichten in der DAZ entnehmen konnte, hat er unermüdlich in den Tagen während und nach der Flut gekämpft für Döbeln", schreibt Andreas Kaden aus der Albert-Schweitzer-Straße in Döbeln in seinem Vorschlag.

Weißflog hat selbst erheblichen wirtschaftlichen und privaten Schaden durch die Flut erlitten. Mehrere Häuser des Bauunternehmers standen unter Wasser. Trotzdem setzt er seine Prioritäten in diesen Katastrophentagen woanders. Der 49-Jährige war ein Flutheld der ersten Stunde, würde sich aber selbst nie als solcher bezeichnen und er schuftete tage- und wochenlang wie ein Berserker dafür, dass seine Heimatstadt eine Zukunft hat. Er organisierte, koordinierte in diesen Tagen, erkannte die Prioritäten an den neuralgischen Punkten. Er lenkt Helfer und Räumfahrzeuge an die Stellen, wo sie wirklich gebraucht werden. Weißflog stellt seine eigene Bautechnik zur Verfügung und steht nachts selbst an den Muldebrücken und versucht mit Baggerschaufeln das Treibgut an den Brücken im Griff zu halten. Er setzt sich auch mal über behördliche Regeln hinweg und er tat bei der Bergung eines verkeilten Abrollcontainers am Schlossberg auch Verrücktes, als er ins Wasser sprang, weil ihm das Übersetzen eines Taues mit einem Boot zu lange dauerte.

Die Verleihung der Flutstiefel wird als Festveranstaltung im Döbelner Rathaussaal am 6. September stattfinden. An dem Tag findet auch eine Dankeschönveranstaltung der Stadt Döbeln auf dem Obermarkt statt. Gaststars sind dabei Musiker des Electric Light Orchesters.

Thomas Sparrer

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