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Döbeln Ungnader tischlert in Berlin
Region Döbeln Ungnader tischlert in Berlin
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11:33 27.06.2017
In der Sittener Tischlerei von Torsten Ungnader (links) ist kein Möbelstück wie das andere. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

Im zwanzigsten Jahr des Firmenbestehens leitete Inhaber Torsten Ungnader einen neuen Schritt in der Unternehmensentwicklung in die Wege: Das Unternehmen hat nun einen Vertrieb in Berlin, will von dort aus zunehmend bundesweit agieren.

Momentan ruhe das Geschäft der Möbelmanufaktur auf vier Säulen. Das Hauptaugenmerk liege auf der Privatkundschaft aus der Region. Jedoch fungiert das Unternehmen in dem Leisniger Ortsteil Sitten zu einem großen Teil als Dienstleister für andere Tischlereien.

VIP-Bereich in Red Bull Arena gebaut

Diese beauftragen die Sittener mit der mechanischen Bearbeitung von Holz, welches sie dann weiter verbauen. „Häufig wickeln wir für andere Tischlereien sogar schon ganze Projekte ab, ohne dass unser Name dabei in irgend einer Form auftaucht“, so Ungnader weiter. Als viertes Standbein gehören eigene Projekte zum Portfolio, wofür mit Architekturbüros zusammen gearbeitet wird. Für Porsche in Leipzig hat Ungnader bereits gebaut, außerdem in der Red Bull Arena den VIP-Bereich ausgestattet.

Ein weiteres dieser Großprojekte ist der jüngste Auftrag in Berlin. In einem Neubau für einen international agierenden Folienhersteller sollen knapp 100 Büros eingerichtet werden. Für rund eine halbe Million Euro ging der Auftrag an Raumeffekt in Sitten. Es ist der größte in der bisherigen Unternehmensgeschichte.

Diese begann mit dem Um- und Ausbau eines ehemaligen Bauernhofes. Das war im Jahr 1996, und seitdem hat sich das Unternehmen zu einem der am modernsten eingerichteten der Branche entwickelt.

Manufaktur: Kein Möbelstück wie das andere

Sämtliche mechanische Holzbearbeitung läuft computergestützt. Dennoch kommt hier nichts von der Stange. Die Bezeichnung Möbelmanufaktur geht nach Ungnaders Worten auf die Tatsache zurück, dass keins der Möbelstücke, die die Werkstatt verlassen, einem anderen gleicht. Wer bei Ungnaders etwas bauen lassen möchte, bekommt den Entwurf am Computerbildschirm so vorgestellt, als würde er sich in einem dreidimensionalen Raum bewegen – sozusagen bereits in dem neuen Zimmer, welches so erst in der Zukunft existieren wird.

Ungnader will des Unternehmen mit dem Schritt in Richtung eigenen Vertrieb in der Bundeshauptstadt für eine Zeit wappnen, in der nach der aktuellen Hochkonjunktur seiner Meinung nach wieder ruhigere Zeiten einkehren werden. „Momentan decken wir häufig Kapazitäten anderer Tischlereien ab, die sich unsere Unterstützung holen.

Jedes Jahr wird ausgebildet

Flaut die Konjunktur wieder ab, sind wir natürlich die Ersten, die von diesen Unternehmen nicht mehr beauftragt werden. Sie bewältigen dann ihre Anträge ohne uns. Für diese Zeit wollen wir dann wieder selbst am Markt präsent sein und müssen jetzt etwas dafür tun.“

Momentan beschäftigt das Unternehmen 15 Mitarbeiter. Drei Lehrlinge werden ausgebildet. Jedes Jahr werde ausgebildet, und mittlerweile würden die Bewerberzahlen wieder leicht steigen, nachdem es in manchen Jahren zuletzt gar keine Bewerbungen gegeben hatte. Ungnader: „Es liegt auch daran, dass mittlerweile auch nicht mehr so viele Handwerksunternehmen gern selbst ausbilden.“

Von Steffi Robak

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