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Döbeln Nossener Lokomotiv-Fans bieten Eisenbahngeschichte zum Anfassen
Region Döbeln Nossener Lokomotiv-Fans bieten Eisenbahngeschichte zum Anfassen
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16:55 05.05.2017
Drehscheibe für Loks in Nossen. Quelle: Mario Hösel
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Nossen

Am Verein IG Dampflok Nossen kommen Eisenbahnfreunde heutzutage nicht vorbei. Die Interessengemeinschaft beherbergt in ihrem Domizil, dem ehemaligen Bahnbetriebswerk Nossen, den größten Bestand an historischen Lokomotiven in der Region. Vor dort aus starten auch regelmäßig die beliebten Dampfloksonderfahrten. Nun feiert der Verein sein 25-Jähriges – mit einem großen Fest am 13. und 14. Mai.

Ein viertel Jahrhundert bemüht sich die IG Dampflok nun schon, Eisenbahngeschichte zu erhalten und erlebbar zu machen. Es waren 1992 einige wenige Berufseisenbahner und Enthusiasten, die sich zu der Gemeinschaft zusammenschlossen. Auslöser war die Schließung des Bahnbetriebswerkes. Die Gründungsmitglieder des Vereins kümmerten sich um den verbliebenen Fahrzeugbestand. „Mit Erwerb der Dampflokomotive 52 8047-4 und zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden gelang es, wieder eine fahrbereite Lok im Bahnbetriebswerk zu beheimaten. Sie war bis zum Jahr 2007 vor Sonderzügen im Einsatz“, sagt Andreas Rost, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Zwischenzeitlich gastierte die schnellste Dampflok der Welt – die 18 201 – in Nossen. Durch eine Dauerleihgabe des Eisenbahnmuseums Nürnberg ist auch eine ehemalige Personenzuglokomotive, die in der Region unterwegs war, erhalten geblieben, wenn auch nicht betriebsfähig. „Die 35 1113-6 war hier in Nossen stationiert, ist zum Beispiel nach Riesa und nach Dessau gefahren und wurde Ende der 1980er Jahre außer Betrieb gesetzt.

Zurzeit ist der Lokschuppen des Vereins randvoll. Die 13 Stände sind mit großen und kleinen Dieselloks sowie mit Dampfloks belegt. Das Potsdamer Eisenbahnunternehmen Wedler Franz Logistik ist ein Mieter im Vereinsdomizil. Die Firma hat die Schnellzugdampflok 03 2155-4 in Nossen stationiert. „Uns als Verein ermöglicht das, wieder Sonderfahrten mit Dampflokzügen anbieten zu können“, erklärt Andreas Rost. Die zweite Voraussetzung bietet die Nossner Riesaer Eisenbahncompanie (NRE), die nach Abbestellung des Personenzugverkehrs zwischen Döbeln und Meißen durch die Verkehrsverbünde die Strecke übernommen hat und mit den Dampflokfreunden gut zusammenarbeitet.

Rund 30 Mitglieder zählt der Verein heute – vom Eisenbahner bis zum Arzt sind die verschiedensten Berufsgruppen vertreten. „Schwierig ist es auch für uns, junge Leute für dieses Hobby zu begeistern“, sagt Rost. Dabei geht es nicht nur um die Pflege der Lokomotiv-Technik, sondern auch um den Erhalt der Gebäude. Denn die IG Dampflok hat nach Rückzug der Deutschen Bahn AG den Ringlokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes in ihr Eigentum übernommen. Ende 2015 kamen weitere Gebäude und technische Einrichtungen hinzu – das Stofflager, die Betriebsküche, das Labor und die Achssenke. Auch die Drehscheibe für die Loks gehört nun vollständig dem Verein.

„Wir finanzieren das vor allem mit Spenden, Mieteinnahmen und Mitgliedsbeiträgen“, sagt der Vize-Vereinchef. Die IG könne sich zwar um Fördermittel über den Klosterbezirk Altzella bemühen. Doch dafür ist laut Rost zunächst einiges an Papierkram zu erledigen. Und Zeit ist knapp. Auch deshalb, weil der Verein mit Unterstützung des Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU) gerade dabei ist, ein weiteres Projekt in die Tat umzusetzen: Den „Zug in die Freiheit“. Auf dem Gelände des Ex-Bahnbetriebswerkes entsteht eine Stätte, die an die Wendezeit und vor allem an die Flüchtlingszüge erinnert, die damals voller Menschen von Ost nach West fuhren. Geplant ist eine Fahrzeughalle, die eine Dauerausstellung und einen der historischen Personenwaggons zeigen soll. Außerdem soll von dieser Halle aus ein „Pendelino“ als mobile Erinnerungsstätte in alle Regionen Deutschlands starten. In Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden hat der Verein bereits die notwendigen Gleise verlegt und den Bahnsteig gebaut. 2019 soll alles fertig sein.

Am 13. und 14. Mai öffnet die IG Dampflok Nossen am ehemaligen Bahnbetriebswerk von jeweils 9 bis 17 Uhr ihre Tore für ein Eisenbahnfest; vormittags gibt es Dampfschnupperfahrten durch den Zellwald, nachmittags nach Roßwein und Döbeln; ganztägig: Fahrzeugausstellung, Führerstandsmitfahrten, Echtdampfbahn, Draisinen, Modelleisenbahnschau; www.BwNossen.de

Von Olaf Büchel

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