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Unternehmen unterstützen chronisch psychisch Kranke

Lockerer respektvoller Umgang Unternehmen unterstützen chronisch psychisch Kranke

In Leisnig ist die Kontakt- und Beratungsstelle für chronisch psychisch kranke Menschen zu einer Anlaufstelle geworden, die sie rege annehmen. In der Begegnungsstätte an der Rosa-Luxemburg-Straße haben sie ihr Domizil. Zum Adventskaffee war Bürgermeister Tobias Goth (CDU) eingeladen. Unternehmen hatten Spendengeld überbracht.

Zur Kaffeerunde in der Leisniger Kontakt- und Beratungsstelle gab es jüngst neben Plätzchen auch noch Euro.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Gemessen an ihrer jeweiligen Lebenssituation ist es scheinbar nicht zu erwarten: Die Männer und Frauen aus der Leisniger Kontakt- und Beratungsstelle (Kobs) für Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen sind in Gesellschaft fröhlich und unterhaltsam. Sie nehmen sich gegenseitig gern mal schlagfertig auf die Schippe. Aber vor allem begegnen sie sich mit Achtung. Und das ist es, was sie sich auch im Alltag außerhalb der vier Wände der Kobs wünschen: Nicht wegen ihrer Krankheiten abgestempelt, sondern mit Respekt behandelt zu werden. In der Kobs holen sie sich die Kraft dafür.

In der Runde wird viel miteinander gelacht. Und doch ist viel Raum fürs Zuhören. Zum jüngsten Adventskaffeetrinken sind neben den Leisniger Kobs-Besuchern Gäste aus Döbeln und Waldheim da. Ursula Beirau kommt zum Beispiel aus der Zschopaustadt. Mit Bus oder Bahn ist sie unterwegs. Sie ärgert sich darüber, dass es mit den Verbindungen immer schlechter wird. In Waldheim wohnte sie im Wohnheim der Arche für chronisch psychisch Kranke, bis es ihr gemeinsam mit den dortigen Mitarbeitern gelang, in einer eigenen Wohnung zurecht zu kommen. Nun wird sie im Rahmen des betreuten Außen- und Paarwohnens von der Arche Wohnstätten gGmbH betreut. „Gerade weil ich jetzt eine eigene Wohnung habe, ist es wichtig für mich, den Anschluss an andere Menschen aufrecht zu erhalten,“ sagt die 64-Jährige. Als weitgehend selbstständig lebender Mensch fühle sie sich in der Kobs gut aufgehoben. Ein junger Mann beschreibt, warum ihm die Einrichtung wichtig ist: „Wir gehen locker miteinander um. Da erträgt jeder auch seine persönlichen Schwierigkeiten ganz anders.“ Den respektvollen Umgang wünsche er sich auch außerhalb der Kobs. Trotz ihrer seelischen Beeinträchtigungen seien die Kobs-Besucher ja nicht dumm.

Der Raum unterm Dach der Begegnungsstätte bezeugt das in gewisser Weise. Da sind die Wände mit Bildern geschmückt, richtigen Kunstwerken, von den Händen der Einrichtungsbesucher. Und wie die ehrenamtliche Kobs-Mitarbeiterin Bettina Korsch bestätigt, gibt es unter den Gästen auch begnadete Köche. Einrichtungsleiterin Margitta Kluge bringt es auf den Punkt mit den Worten: „Jeder nutzt seine Fähigkeiten, um die anderen stark zu machen.“ Bei ihren Treffen unterm Dach geben sich die Kobs-Besucher gegenseitig Halt. Die Unterstützung der Einrichtung geht allerdings noch weiter, umfasst unter anderem die Begleitung in behördlichen Angelegenheiten.

Wie die Kobs-Besucher miteinander umgehen, erleben Maritha Dittmer und Jürgen Lojewski jüngst live mit. Die Geschäftsführerin der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft vom Energieversorger Envia und der Kommunalbetreuer des Gasversorgers Mitgas bringen in der Vorweihnachtszeit Geld unter die Leute. In Leisnig greifen sie der Arche Wohnstätten gGmbH als Träger der Kobs mit 500 Euro unter die Arme: Die Miete für die in der Begegnungsstätte Rosa-Luxemburg-Straße genutzten Räume muss aufgebracht werden. Eigentümer des Hauses ist die Stadt, weshalb neben Dittmer und Lojewski auch Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) in der adventlichen Kaffeerunde sitzt. Ihm ist es wichtig, dass es in Leisnig eine Einrichtung für diesen Personenkreis gibt, in so einem offenen Haus wie der Begegnungsstätte. Weil die Stadt das Gebäude zum Beispiel auch baulich erhalten muss, kann sie die Räume nicht kostenfrei zur Verfügung stellen. Deshalb, so Goth, ist die finanzielle Unterstützung aus den Reihen der Unternehmen eine wichtige Stütze. Aus Leisnig selbst gehört das DMI zu den Firmen, welche der Einrichtung regelmäßig beim Begleichen laufender Kosten helfen. Goth: „Ohne die Unternehmen wäre dieses Angebot nicht aufrecht zu erhalten.“ Unternehmen nutzen häufig die Vorweihnachtszeit, um aus den dafür zur Verfügung stehenden Fonds Geld an soziale Einrichtungen zu überbringen. So unterstützt die Mitnetz Gas die Waldheimer Kindertagesstätte Wasserplanscher mit einer Zuwendung von 2000 Euro.

Von Steffi Robak

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