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Döbeln Unternehmer und Gastronom wecken Sonnenhof Ossig aus Dornröschenschlaf
Region Döbeln Unternehmer und Gastronom wecken Sonnenhof Ossig aus Dornröschenschlaf
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15:32 27.02.2018
In den Sonnehof Ossig zieht wieder Leben ein. Dafür sorgen der Döbelner Unternehmer Thomas Partzsch und Old-Town-Wirt Markus Weinert. Quelle: Archiv
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Döbeln/Ossig

Der Sonnenhof in Ossig erwacht nach zwölf Jahren aus seinem Dornröschenschlaf. Dafür sorgen Unternehmer Thomas Partzsch und Gastronom Markus Weinert. Der Mitinhaber des Old Town Pubs in Döbeln hat dafür die Landhotel Sonnenhof GmbH gegründet. Diese wird das riesige Anwesen betreiben. Am Montag unterschrieb Markus Weinert bei Thomas Partzsch die Pachtverträge.

Der Inhaber der Unternehmensgruppe Partzsch besaß bereits das umliegende Gelände, wo die Partzsch Spezialdraht GmbH ihren Sitz hatte. Im vergangenen Herbst erwarb er den im Jahr 2000 für rund 15 Millionen D-Mark zum Landhotel ausgebauten Sonnenhof. Nach nur drei Jahren Betrieb gingen in dem nagelneuen und damals auf höchstem Niveau ausgebauten Gastronomiekomplex 2003 nach der Insolvenz die Lichter aus.

Und auf der Wiese äst das Dammwild

Wie im Märchen der Gebrüder Grimm wucherte der Innenhof und die gepflasterten Parkplätze rund um den Vierseithof zu. Doch die Banken, welche die Insolvenzmasse verwalteten, ließen das Gebäude nicht verfallen. Es wurde die ganze Zeit immer beheizt. Wochenlang haben Mitarbeiter der Gartenbaufirma Klawathi das Gelände nun freigeschnitten und wildgewachsene Bäume entfernt. Im Inneren des Sonnenhofes finden sich hochwertig eingerichtete Hotelzimmer, eine komplette Hotelausstattung und das alles kaum genutzt, als wäre es über zwölf Jahre konserviert worden. Selbst die Kegel- und die Bowlingbahnen und die unterirdische 50-Meter-Schießanlage funktionierten auf Knopfdruck. Jetzt lassen Markus Weinert und Thomas Partzsch alles grundreinigen, neu renovieren und technisch auf den neuesten Stand bringen. „Ich wollte gern, dass das Haus wieder betrieben wird. Für Veranstaltungen, Weiterbildungen und Schulungen unserer Firmengruppe suchte ich zudem Möglichkeiten, diese Gäste, Kunden und Veranstaltungen an einem Ort zu bündeln“, schildert Partzsch seine Beweggründe, das Hotelanwesen zu kaufen. Eine runde Million Euro will er in die Wiedebelebung des riesigen Komplexes investieren und sieht in Markus Weinert dafür den passenden Partner und Pächter.

Der junge Mann hat ihn mit seinem breit aufgestellten Konzept für das neue Landhotel Sonnenhof in Ossig überzeugt. Das Restaurant mit seinen 70 Plätzen wird frische Küche mit regionalen Produkten von Erzeugern aus der Umgebung bieten, und das an sieben Tagen in der Woche zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Kaffeetrinken und zum Abendessen. Die 29 Zimmer mit insgesamt 55 Betten will er auf Drei-Sterne-Plus-Niveau bringen. Ein gläserner Fahrstuhl und barrierefreie Toiletten und Bäder sollen die Anlage behindertengerecht machen. Im Hof entsteht ein Biergarten. Im Haus 2 mit Sauna, Solarium und Fitnessstudio wird es zwei großzügige Suiten und komfortable Landhauszimmer geben. Im Haus 3 finden sich Konferenz- und Tagungsräume sowie Räume für Familienfeiern. Geplant ist zudem noch ein Saalanbau mit bis zu 250 Plätzen. Auf dem weiträumigen Gelände soll auf 1,2 Hektar Dammwild äsen. Ein öffentlicher Kinderspielplatz ist ebenso geplant.

24 Arbeitsplätze entstehen

Neben Firmenfeiern, größeren Veranstaltungen, Hochzeiten und Familienfeiern will sich das Landhotel Sonnenhof auch als Hotel für Motorradtouristen mitten in Sachsen etablieren. Dazu wird es extra Unterstellmöglichkeiten für die Tourenmotorräder geben, samt Hochdruckreiniger für die Maschinen, Werkzeug für die lockere Fußraste und Trockenraum für die Bikerkluft. Auf dem Parkplatz der Hotelanlage entstehen zudem vier Caravanstellplätze mit Ladestation, Möglichkeiten zur Entsorgung der Bordtoilette.

Zur Galerie
Impressionen des Sonnehofes.

Am 3. September soll im neuen Landhotel Sonnenhof in Ossig die Wiedereröffnung sein. Dieses sportliche Ziel haben sich Besitzer Thomas Partzsch und Pächter Markus Weinert gesetzt. Mit ausschließlich einheimischen Firmen der Region wird das „Dornröschen-Schloss“ jetzt runderneuert. „Ab Juni gehen wir im Internet mit einem Reservierungsportal online“, so Markus Weinert. Zudem hat er vergangene Woche Dr. Ralf Lange vom Klinikum Döbeln und Verwaltungsdirektorin Dr. Sigrun Mühle durch den Sonnenhof geführt. Denn auch das Klinikum sucht immer wieder Räume für Seminare und Platz für Gäste und Veranstaltungen.

Hintergrund Sonnehof

Mit Millionen-Beträgen hatten im Jahr 2000 die Eigentümer das Objekt herausgeputzt. Aus dem ehemaligen Bauernhof entstanden ein Bildungs- und Seminarzentrum sowie ein Hotelkomplex, der neben Gästebetten über Restaurant, Bowlingbahn, Fitnessraum und über eine Schießanlage verfügt. Mit Liquiditätsproblemen des damaligen Betreibers, des Vereins Interschool, begann zur Jahrtausendwende auch schon wieder der Niedergang des Bildungszentrums und des Hotels. Am Ende soll auf der Einrichtung eine Belastung von mindestens 15 Millionen Euro bestanden haben. Im Juli 2002 meldete der Verein Interschool Ossig Insolvenz an. Ein Jahr später schloss das Hotel. Vorübergehend war ein Bildungsträger Nachmiete. Seit Januar 2005 steht der Komplex vollständig leer. Mehrere Male gab es vermeintliche Käufer und Investoren, ein Verkauf kam aber erst im Herbst 2015 an den Döbelner Elektromaschinenbau-Unternehmer und größten Arbeitgeber der Region, Thomas Partzsch, zustande.

Insgesamt 24 Leute wird das Landhotel Sonnenhof beschäftigen. Mit 13 Interessenten ist Markus Weinert bereits im Kontakt. Neben Hotel- und Restaurantfachleuten sollen auch Bäcker und Konditoren ins Team, muss ein ausgebildeter Schießmeister zum Betrieb der Schießanlage angestellt werden. „Die Mitarbeitersuche läuft gerade an“, so der Betreiber. Das Old Town Pub in Döbelns Innenstadt betreibt Geschäftspartnerin Denise Klette mit ihm zusammen weiter. Wenngleich Markus Weinert vorrangig mit dem Sonnenhof und dem Cateringbereich des Old Town Pubs zu tun haben wird. Dieser Bereich war in der Küche des Old Town Pubs aus alle Nähten geplatzt und wird mit zwei Mitarbeitern nach Ossig umziehen. Am Sonnenhof werden dafür die Küchenkapazitäten und modernste Küchentechnik eingebaut. Zudem wird es einen komfortablen Logistikbereich für die Lieferungen und für das Ausliefern der Buffets außer Haus geben. „Ich bin voller Vorfreude, denn ich weiß, was der Sonnenhof für Potenzial hat“, strahlt der 36-jährige Familienvater.

Von Thomas Sparrer

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