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Döbeln Unwetter: Dresdner Straße wieder unter Wasser
Region Döbeln Unwetter: Dresdner Straße wieder unter Wasser
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22:58 27.05.2014
Jojo (1) hat noch keine Sorgen, wenn's mal stark geregnet hat. Quelle: Wolfgang Sens

Durch durchfahrende Lastkraftwagen wurde Wasser in einen Keller gedrückt, wie eine Anwohnerin berichtete. Die Straße wurde dann gesperrt. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer schaute sich persönlich die Lage in der Dresdener Straße an. Die Menschen vor Ort wurden unweigerlich an die Bilder vor ziemlich genau einem Jahr erinnert. "Das gibt's doch nicht. Solange hat es doch noch gar nicht geregnet", klagte eine Bewohnerin. Offenbar hatte der Pommlitz- oder Amselgrundbach - genau wie 2013 - die Wassermassen nicht aufnehmen können. Durch die Ziegelstraße schoss das Wasser abermals in die Dresdener Straße, wo das Wasser durch verstopfte Gullydeckel nicht abfließen konnte. Die Feuerwehrkameraden legten die Straßenabflüsse frei. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Auch nach Döbeln-Ost zu Marktkauf wurde die Feuerwehr gerufen, in Sorge, die Dachentwässerung des Marktgebäudes könnte den Niederschlag nicht bewältigen, was aber nicht der Fall war. Nach kurzer Kontrolle konnte die Feuerwehr dort wieder abrücken.

Eine Unwetterwarnung der Stufe Rot (dritthöchste Stufe) vor Gewitter hatte die Unwetterzentrale für die Region bis 15 Uhr herausgegeben. Bis in die heutigen frühen Morgenstunden galt eine Warnung gleicher Stufe vor Starkregen. Für die Flussgebiete von Freiberger Mulde und Zschopau hatte das Landeshochwasserzentrum Sachsen am Mittag eine Hochwasserwarnung herausgegeben, die jedoch nur die Oberläufe der Flüsse betraf. Wegen heftiger Niederschläge verzeichneten die Pegel stark ansteigende Wasserstände, zeitverzögert gab es dann auch Anstiege in den Unterläufen. Die Talsperre Rauschenbach hatte am Nachmittag ihr Stauziel erreicht, der Wasserstand in der Talsperre Lichtenberg lag noch deutlich darunter. Beide Stauanlagen befinden sich im Mittleren Erzgebirge und sind für die Flusseinzugsgebiete von Freiberger Mulde und Zschopau wirksam. Bis zu einem Vollstau verfügen beide Anlagen noch über erhebliche Reserven.

"Wir haben einen Bereitschaftsdienst des Bauhofes eingerichtet, um die Situation an neuralgischen Punkten zu beobachten und gegebenenfalls eingreifen zu können. Die Feuerwehr ist über die Lage informiert", sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher am frühen Nachmittag. Mitarbeiter des Bauhofes hätten bereits im Vorfeld Durchlässe und Gräben kontrolliert und diese Kontrollen gestern Vormittag noch einmal verstärkt. "Wir wollen vermeiden, dass Äste oder Unrat den Ablauf ansteigener Bäche behindern", so Mettcher. Als kritische Punkte nannte der Sprecher die Ziegelstraße mit Dresdner Straße sowie kleinere Fließgewässer in der Stadt, wie den Rößchengrundbach und den Bärentalbach. Am Ende stellte sich dennoch heraus: Die Überschwemmungen in der Dresdener Straße wurden erneut durch den Durchlass des Amselbaches in der Ziegelstraße verursacht. Stadtrat und Unternehmer Sven Weißflog hatte das Thema vor einem Jahr dazu gebracht, Stadtverwaltung Döbeln und Landestalsperrenverwaltung auf die Dringlichkeit eines neuen Regenrückhaltebeckens für den Bach hinzuweisen. "Passiert ist nichts. Von den Behörden ist dazu nicht mehr als Ausflüchte zu hören. Dieses Problem hätte längst behoben sein können", so Weißflog. Der Starkregen in der Nacht zu gestern hätte zudem bereits so viel Geröll angeschwemmt, dass die Gitter der Durchlässe "bereits wieder verstopft waren", erklärte der Döbelner.

In Waldheim war die Mittweidaer Straße überschwemmt. Feuerwehr und Bauhof waren vorher wegen möglicher Unwetter von der Stadtverwaltung informiert worden. "Wir haben die Hochwasserwarnung, die per Fax eingegangen ist, öffentlich ausgehängt. Im Internet war die Warnung erst später zu lesen", erklärte Waldheims Bürgermeister Steffen Blech. Er habe Joachim Kühn und Lutz Hellmuth in der Niederstadt verständigt, die wiederum ihre Nachbarn aufmerksam machen sollten. Blech: "Unmittelbar neben der Zschopau parkende Autos sollten besser weggefahren werden."

"Wegen technischer Probleme wurden die Warnungen des Landeshochwasserzentrums nur zeitverzögert im Internet dargestellt", erklärte Karin Bernhardt, Pressesprecherin des Landesamtes für Umwelt. Weswegen die Behörde die laufenden Meldungen zum großen Teil händisch in das Informationssystem einpflegen musste. Davon nicht betroffen sind die Nutzer des mobilen Nachrichtendienstes. Bernhardt: "Deren Empfänger erhalten die aktuellen Infos wie gewohnt zeitnah." © Kommentar

Thomas Lieb und Olaf Büchel

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