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Unwetter wütet: Stromausfälle, Schlamm auf Straßen und umgestürzte Bäume

Unwetter wütet: Stromausfälle, Schlamm auf Straßen und umgestürzte Bäume

Extremer Niederschlag mit Starkregen und Hagel sowie kurzzeitig sehr starker Sturm bescherten den Kameraden gleich mehrerer Feuerwehren am Freitagabend alles andere als einen geruhsamen Start ins Wochenende.

"Wir hatten am Freitag zwischen 20.30 Uhr und Mitternacht vier Einsätze", sagte gestern Lutz Hesse von der Freiwilligen Feuerwehr Döbeln auf Anfrage der DAZ. Auch die Ortswehren von Limmritz und Stockhausen mussten ausrücken.

 

Die Gründe: das Unwetter, das aus Südwesten heranzog, hatte etliche Bäume zu Fall gebracht, die beseitigt werden mussten und zudem große Mengen Schlamm auf die Straßen gespült. "Bei Technitz waren Felder gerade frisch abgeerntet worden. Durch den Starkregen lief von dort Schlamm bis hinunter ins Dorf und auf die Ortsdurchfahrt", schildert Hesse. Die Einsatzkräfte spritzten die Straße wieder sauber.

 

Bäume waren am Neudorfer Birkenweg, bei Forchheim, Technitz, am Wöllsdorfer Ring und Schweta umgestürzt. Zum Teil blockierten die Stämme Straßen und behinderten so den Verkehr. Die Feuerwehrleute mussten mit Motorsägen ran, die umgekippten Bäume zerteilen und beiseite räumen, so dass der Verkehr wieder fließen konnte.

 

Auf der Autobahn 14 in Höhe Großweitzschen kam gegen 20.30 Uhr der Verkehr kurzzeitig fast zum Erliegen. Der Sturm peitschte die Bäume, die sich bedrohlich bogen. Große Äste flogen umher, wie durch ein Wunder wurde keines der Autos beschädigt. Wegen der großen Regenmenge in kurzer Zeit, schaffte es die Autobahnentwässerung nicht, das Wasser sofort abzuleiten. Es kam zu Aquaplaning. Weil sich alle Kraftfahrer im Bereich zwischen Leisnig und Döbeln-Nord sehr besonnen verhielten und die Geschwindigkeiten deutlich drosselten, gab es keine Unfälle.

 

Mockritzer ohne Strom

 

Aufgrund der schweren Gewitter kam es im Netzgebiet des Energieversorgers Envia sowohl am Freitag als auch am Sonnabend zu Stromausfälle in Mockritz und Umgebung.

 

Der erste Stromausfall ereignete sich in der Nacht von Freitag zu Sonnabend in der Zeit von 22.15 bis 0.50 Uhr. "Betroffen waren rund 3300 Kunden in Teilen von Mockritz und dem Umland. Die Wiederversorgung erfolgte durch Umschaltung auf andere Stromleitungen. Die defekte Stromleitung zwischen Gadewitz und Zschaitz, die den Stromausfall ausgelöst hatte, ist inzwischen repariert worden", informierte gestern Stefan Buscher, Sprecher der Mitteldeutschen Netzgesellschaft (Mitnetz) Strom, die das Envia-Netz in der Region betreibt.

 

Den zweiten Stromausfall gab es am Sonnabend in der Zeit von 7.30 bis 18.40 Uhr. Rund 2000 Kunden in Teilen von Mockritz und der Umgebung waren betroffen. Die meisten von ihnen mussten nicht bis zum Abend ohne Energie ausharren. Der Großteil der Kunden hatte bis 8.30 Uhr wieder Strom. Die Wiederversorgung erfolgte auch in diesem Fall durch Umschaltung auf andere Stromleitungen.

 

Für 140 Kunden in Teilen von Mockritz, Tronitz und Zschepplitz lag allerdings bis 18.40 Uhr kein Strom an, weil dort keine Umschaltung auf die in Frage kommende andere Leitung möglich war. "Denn auch an dieser Leitung gab es eine Störung", erklärte Buscher. Folglich musste in Zschepplitz die defekte Freileitung, die für den Stromausfall verantwortlich war, zunächst repariert werden, bis der Strom wieder fließen konnte.

 

Kabelmesswagen gerät in Brand

 

"In Mockritz und Tronitz gestaltete sich die Suche nach der Fehlerstelle an dem in der Erde verlaufenden defekten Stromkabel als sehr schwierig. Erschwerend wirkte sich zudem ein technischer Defekt des für die Fehlersuche eingesetzten Kabelmesswagens aus, der in Brand geraten war und ersetzt werden musste", schildert der Mitnetz-Sprecher die Probleme.

 

Nach Ortung der Fehlerstelle wurden in Mockritz und Tronitz drei Notstromaggregate angeschlossen, die die Stromversorgung für die Betroffenen sicherstellten. Die Monteure reparierten gestern das defekte Stromkabel und bauten die Notstromaggregate im Anschluss wieder ab.

Olaf Büchel

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