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Verbotenes Feuerwerk: Waldheimer soll 3000 Euro Geldstrafe zahlen

Justiz Verbotenes Feuerwerk: Waldheimer soll 3000 Euro Geldstrafe zahlen

Um es mal richtig krachen zu lassen, hatte sich ein Mittdreißiger aus Waldheim Pyrotechnik aus Polen kommen lassen. Aber der Zoll hatte den Internethandel aus dem Nachbarland im Visier – vor allem dessen Kundschaft.

Es kann recht teuer werden, sich in Deutschland nicht zugelassene Pyrotechnik im Internet zu bestellen und liefern zu lassen. Davon kann jetzt ein Waldheimer ein Lied singen.

Quelle: picture alliance / dpa

Waldheim/Döbeln. Der Zoll hat ein Auge drauf, was die Leute im Internet bestellen. In Deutschland verbotenes Feuerwerk zum Beispiel. Davon zeugte ein Prozess im Amtsgericht Döbeln am Freitag.

„Mit dieser Pyrotechnik kann eine Menge passieren, wie damals in Mobendorf. Ein Krater und der Schnee blutrot – da sind Bilder in der Akte, die vergessen Sie nicht“, sagte Strafrichter Janko Ehrlich, der einen Mann aus Waldheim wegen eines Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu 60 Tagessätzen á 50 Euro Geldstrafe verurteilt hatte. Den tragischen Fall aus Mobendorf – in der Silvesternacht 2014 hatte sich ein 19-Jähriger vorm Gasthaus Wiesenmühle ein Großfeuerwerkskörper gezündet und sich dabei in die Luft gesprengt – kennt der Richter, weil die Staatsanwaltschaft die polnische Betreiberin des Internethandels der fahrlässigen Tötung angeklagt hatte. Bei diesem Versandhandel hatte sich der junge Mann Pyrotechnik bestellt, die in Deutschland nicht zugelassen ist. Darum ist der Umgang damit strafbar. Es sei dann, man hat eine Erlaubnis. Die Polin bekam ihre Geldstrafe per Strafbefehl und akzeptierte diese.

1000 Euro für verbotene Knallerei

„Ich kann mich für mein Verhalten nur entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich meine Familie gefährdet habe“, sagte der Angeklagte im aktuellen Sprengstoff-Prozess. Er hatte die Tatvorwürfe umfassend eingeräumt. Mehrfach hatte er sich bei einem polnischen Online-Shop im Internet Feuerwerk bestellt, das in Deutschland nicht zugelassen ist. Feuerwerk, das bei Höhenfeuerwerken zum Einsatz kommt. Mit Abschussvorrichtungen in die Luft geschossen, zündet eine Zerlegeladung die Bombe und verteilt die Effekte am Himmel. Außerdem fand der Zoll bei dem Mann vier solche Feuerwerksbomben, als er das Haus des Waldheimers durchsuchte und stellte die Pyrotechnik sicher. Insgesamt hatte er knapp 1000 Euro für das Knallzeug ausgegeben.

Aber wie waren die Ermittler dem Mittdreißiger überhaupt auf die Spur gekommen? Strafrichter Ehrlich gab in der öffentlichen Hauptverhandlung die Antwort: „Das Hauptzollamt hatte einen Tipp bekommen, dass es da so einen Betrieb gibt, der Feuerwerk verschickt. Der Zoll hat sich dann diejenigen genauer angesehen, die dort bestellt haben.“ Dazu gehörte der Waldheimer.

Online-Shop noch immer im Netz

Der Mann ist nicht vorbestraft, ist berufstätig und Familienvater. Er habe das Feuerwerk für den Eigenbedarf zu Silvester gekauft. „Aber warum so früh im Jahr?“, fragte Richter Ehrlich nach. „Weil es da billiger ist. Ab November ziehen die Preise an“, lautete die nachvollziehbare Antwort des Angeklagten. In seinem Geständnis versuchte er gar nicht erst, die Sache schönzureden. Das rechnete ihm der Richter positiv an. Weil die Anzahl der Tagessätze der verhängten Geldstrafe 90 Stück nicht überschreitet, gilt der Waldheimer im landläufigen Sinne nicht als vorbestraft. Denn ins Führungszeugnis kommen nur Verurteilungen zu über 90 Tagessätzen Geldstrafe oder mehr als drei Monaten Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Online-Shop verkauft nach wie vor Feuerwerk übers Internet. Mit illegaler Pyrotechnik haben es die Ermittlungsbehörden auch in der Region immer mal wieder zu tun. Im November vergangenen Jahres hob die Polizei in Gleisberg ein Sprengstofflager aus. Die Beamten fanden zehn Kilogramm Sprengstoff in mehreren hundert illegalen Feuerwerkskörpern. Der 22-jährige Tatverdächtige soll die Teile laut Landeskriminalamt ebenfalls über das Internet bezogen haben.

Von Dirk Wurzel

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