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Döbeln Verdrängt Leisnig andere Projekte?
Region Döbeln Verdrängt Leisnig andere Projekte?
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00:19 29.07.2017
Feuerwehrleute: Wenn sie gebraucht werden, sind sie da. Die Feuerwehr benötigt aber auch öffentliche Mittel. Quelle: privat
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Leisnig/Roßwein/Ostrau

Jüngster Feuerwehreinsatz in Gleisberg: Die Kameraden um Wehrleiter Udo Hoffmann rücken zu einem Feldbrand aus. Das Löschen erledigen sie mit einem Gerät, das ähnlich wie ein Kärcher funktioniert. Löschfahrzeug? Fehlanzeige. Ohne die Feuerwehrförderung vom Landkreis sind die Kommunen in der Regel überfordert, wenn sie für die Feuerwehr etwas neu anschaffen möchten. Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) kann den Gleisbergern jedenfalls für die nahe Zukunft keine Hoffnung machen. Die Begehrlichkeiten sind auch anderenorts groß.

Staatsministerium soll die Richtung

Das ambitionierteste Projekt hat Leisnig auf dem Schirm: Wo der Sächsische Reiter in Bockelwitz steht, soll ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Am 31. August soll der Vergabebeschluss im Rat fallen, der Abriss im September beginnen. Das Bauvorhaben kostet schätzungsweise 830 000 Euro. Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) verfolgt das Ziel, dass die Stadt das Vorhaben nicht nur mit der üblichen Festbetragsfinanzierung vom Landkreis Mittelsachsen gefördert bekommt. Das wären bei drei neu zu schaffenden Fahrzeugstellplätzen rund 540 000 Euro. Leisnig will mehr, versucht über das Sächsische Staatsministerium des Inneren eine 90-Prozent-Förderung herauszuklingeln: Das Projekt habe Pilotcharakter: Unter anderem schließen sich mehrere frühere Wehren zu einer neuen großen zusammen. Vom neuen, strategisch günstig liegenden Gerätehaus ergäben sich die stets hoch gerühmten Synergieeffekte mit Wehren benachbarter Kommunen, über Landkreis- und Regierungsbezirksgrenzen hinweg.

Extrem hohe Förderung wäre eine Ausnahme

Dienstagvormittag führte Goth deswegen ein richtungsweisendes Telefonat mit Michael Wilhelm, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium des Innern. Wilhelms Antwort will Goth zunächst nicht öffentlich den Ratsmitliedern mitteilen. „Wir warten die schriftliche Antwort noch ab. Frühestens zur Ratssitzung Ende August kann man etwas zum weiteren Prozedere sagen“, so Goth. „Diese Art von Förderung wäre eine Ausnahme, deshalb müsste das Ministerium zustimmen. Ausreichungsstelle für das Geld ist trotzdem der Landkreis Mittelsachsen.“

Goth ist sich im Klaren darüber: Fördergeld, was nach Leisnig fließt, kann nicht im gleichen Jahr auch noch von anderen Kommunen in Anspruch genommen werden. Unter Amtskollegen sei das Vorhaben in Bockelwitz Gesprächsthema, weiß er. „Ich denke, dass bei den Bürgermeistern das Verständnis für unsere Lage und die Solidarität überwiegen.“

Feuerwehrverein Gleisberg zahlt 10 000 Euro für Eigenanteil

Wie immer geht es ums Geld, das überall fehlt. Deshalb sind zum Beispiel die Gleisberger, mit durchschnittlich 34 Jahren eine sehr junge Ortswehr, wie die Ghostbusters zum Feuerlöschen unterwegs. „Beim jüngsten Feldbrand standen erst nur 30 Quadratmeter in Flammen. Ein Hektar brannte schließlich ab. Letztlich haben wir zur Schaufel gegriffen“, sagt Hoffmann. Nächste Baustelle: Der Anbau fürs Gleisberger Feuerwehrgerätehaus. Damit die Stadt Roßwein den Eigenanteil aufbringen und die Feuerwehrförderung in Anspruch nehmen kann, überweist der Gleisberger Feuerwehrverein 10 000 Euro aus der Vereinskasse an die Stadt. Diese kann nur 2500 Euro beisteuern. Not macht erfinderisch. Dabei wollen die Gleisberger nichts Außergewöhnliches: vor allem ordentliche Bedingungen, damit sich die Kameradinnen und Kameraden am Gerätehaus für Dienst und Einsatz umziehen können.

„Was sich in Leinsig tut, wirkt sich auf Ostrau aus“

In Ostrau ist das Thema Gerätehaus ebenfalls in der Diskussion. Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) lässt durchblicken: „Natürlich schauen wir mit Spannung nach Leisnig. Was sich dort tut, wirkt sich auf unseren geplanten Anbau ans Ostrauer Feuerwehrgerätehaus aus.“

In Ostrau soll zusätzliche Stellfläche geschaffen werden, damit alle Feuerwehrfahrzeuge unter einem Dach stehen. Momentan steht zum Beispiel eins noch in einer Bauhofgarage. Aktuell liegt das Projekt auf Eis: Der schlechte Baugrund ließ die Baukosten extrem in die Höhe schießen. Eins steht fest: Ostrau wird in Kürze für den Anbau ebenfalls aus der Feuerwehrförderung des Landkreises Mittelsachsen schöpfen wollen.

Von Steffi Robak

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