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Döbeln Verein pachtet Wunderburg
Region Döbeln Verein pachtet Wunderburg
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14:17 15.04.2016
Quelle: Olaf Büchel
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Rosswein

Es ist beschlossene Sache: Der Verein Wunderburg Roßwein darf das gleichnamige Areal im Osten der Stadt pachten. Früher beliebter Aussichtspunkt, möchte der Verein das Felsplateau als solchen wieder aktivieren. In der Ratssitzung gab es jedoch Bedenken, weil für das Areal Natur- und Vogelschutz besteht.

Der Pachtvertrag betrifft eine etwa 5000 Quadratmeter große, längliche Fläche, die sich vom Aussichtspunkt an der Felskante oberhalb des Garagenhofes in Richtung Norden erstreckt. Der Vertrag ist auf zehn Jahre Pacht angelegt und beinhaltet einen jährlichen Pachtzins. Diesen will aber die Stadt dem Verein nicht in Rechnung stellen, sondern als Förderung gewähren. „Nach Vertragsunterzeichnung ist der Verein bemüht, zunächst die Verkehrssicherung der Aussichtsplattform zu errichten, wobei eine Freigabe für Besucher erst nach Bestätigung durch einen unabhängigen Sachverständigen stattfinden wird“, heißt es im Beschlussvorschlag, der den Stadträten zum Thema am Donnerstagabend vorlag. Tatsächlich sind die Zugänge zum Plateau gesperrt. Auf einem Schild ist zu lesen, das dies aus Sicherheitsgründen erfolgte und mit dem Bau eines Zaunes so schnell wie möglich begonnen werden soll. Es gibt zwar keinen Unterzeichner, aber die Schilder stammen vermutlich vom Verein.

Ganz ohne Probleme sehen einige Stadträte die geplante Wiederbelebung der Wunderburg jedoch nicht. Vor allem weil das Gelände oder zumindest ein Teil davon zu einem so genannten FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) gehört und es auch als Vogelschutzgebiet gilt. „Ist es nicht bedenklich, wenn es dann da oben vielleicht Partys gibt, gegrillt wird und der Publikumsverkehr zunimmt. Sollte das nicht vor Abschluss des Pachtvertrages geklärt werden?“, fragte CDU-Stadtrat Siegfried Barth. Hubert Paßehr (CDU) stellte sogar den Antrag, den Beschluss über die Verpachtung solange zurückzustellen, bis genau bekannt ist, welche Wunderburg-Flächen zum FFH- und Vogelschutzgebiet gehören. Stadtrat Rico Söhnel (CDU-Fraktion): „Ich bin oft auf der Wunderburg und finde nicht gut, was da passiert. Ist die Stadt involviert, wenn da Bäume umgesägt werden? Einen richtigen Mehrwert für die Stadt kann ich nicht erkennen.“

Natürlich müsse sich der Verein mit der Naturschutzbehörde abstimmen, was auf der Wunderburg geht und was nicht, sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Das sei aber kein Grund, die Initiative des jungen Vereins zu bremsen. „Dort sollen doch keine Flächen versiegelt werden“, sagte der Bürgermeister. Auch Steffen Thiele (SPD-Fraktion) gehört zu den Unterstützern: „Wenn Leute was für die Stadt tun wollen, sollten wir sie doch nicht behindern. In der Sächsischen Schweiz gibt es auch Naturschutzgebiete und dort laufen jedes Jahr Tausende durch.“ Stadtrat Jens Schmidt (CDU-Fraktion) sieht es ähnlich, bedauerte aber, dass in der Ratssitzung kein Vertreter des Vereins anwesend war: „So hätten schon einige Unklarheiten ausgeräumt werden können.“ Heinz Martin ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die 300 Euro, die der Verein für die Haftpflichtversicherung selbst tragen soll, müsste bei so einem Engagement eigentlich die Stadt übernehmen.“

Letztlich lehnte der Stadtrat den Antrag Paßehrs auf Vertagung mehrheitlich ab und beschloss bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung, dem Pachtvertrag zwischen Stadt und Verein zuzustimmen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich junge Wunderburg-Freunde aus Roßwein um Heike Jentzsch-Fichtner und Tino Striegler in einer Ausschusssitzung der Stadt vorgestellt und über das Vorhaben, den Aussichtspunkt Wunderburg wieder zu aktivieren, berichtet. Mittlerweile ist die Vereinsgründung erfolgt und durch Eintragung ins Vereinsregister bestätigt.

Von Olaf Büchel

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