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Vereinschef des UHC Stephan Müller im Portrait

Vereinschef des UHC Stephan Müller im Portrait

Kinder spielen in seiner Biografie eine große Rolle. Auch wenn Stephan Müller selbst nur einen Sohn hat - es waren meist die Kleineren, die dem Döbelner Anstöße für Lebensentscheidungen gaben.

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Stephan Müller - vom Fußball zum Floorball. Sportler war der fast 40-Jährige eigentlich immer. Jetzt führt er ihn auch administrativ aus: Als Vorsitzender von Döbelns einzigem Bundesliga-Verein.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. "Alter Körper, aber junger Geist", kündet auf seiner Facebook-Seite vom Kind im Manne Stephan Müller. 40 wird er in zwei Wochen. Vom "alten Körper" ist nichts zu sehen. Durchtrainiert, fit sieht er aus. Ein Sportler durch und durch. Selbst beim Döbelner SC jahrelang in der Landesliga-Mannschaft als Fußballer aktiv. Gefürchtete Flügelzange. Die Züge intensiv gelebter Tage in seinem Gesicht stammen aus der Jugendzeit. "Mit 20 habe ich feiern wollen. Heute sind andere Dinge wichtiger. Ich habe sehr bald andere Schwerpunkte für mich gesetzt", fasst der Döbelner die zweite Hälfte seines bisherigen Daseins knapp zusammen.

Darüber gibt es mehr zu erzählen. Müllers Schlüsselerlebnis war der Zivildienst. Als ausgebildeter Werkzeugmacher absolviert er den im Kinderhaus Am Holländer. "Zurückgeblickt muss ich sagen, dass das meine schönste Zeit war. Kinder sind dankbarer als Erwachsene. Und man sieht ihnen ihre Dankbarkeit auch an. Die Begeisterungsfähigkeit von Kindern hat mich immer fasziniert". In Stephan Müller wuchs die Sehnsucht nach einem eigenen Kind. Mit 22. Er sprach seine Freundin Claudia - die er gerade drei Monate kannte - drauf an. Max wurde geboren, als er 23 Jahre alt war. Der tiefergelegte Sportwagen wird gegen eine Familienkutsche getauscht. Das Trio bildet, was Müller "ein großes Glück" nennt. Die Familie hat ihm "immer den Rückhalt für die Entscheidungen gegeben, die ich so getroffen habe. Ohne dieses Verständnis - auch meiner Eltern - wäre vieles nicht gegangen", ist der End-Dreißiger dankbar.

Dazu gehört auch die Übernahme des Chefpostens bei den Bundesliga-Floorballern des UHC. Anfang des Jahres übernahm er den von Cornelia Hoffmann. Müller: "Ich habe da echt lange drüber nachgedacht. Sowas machst Du nicht nebenbei. Das Kind auf die Welt gebracht haben die Hoffmanns und ich war mir nicht sicher, ob ich das schaffe, weil ich kein Freund von halben Sachen bin." Die Begeisterung für die finnische Sportart hat ihn letztlich überzeugt. Und, dass Sohn Max selbst Floorballer geworden ist. "Ich habe ihn mit acht Jahren mal mit ins Fußballstadion mitgenommen. Wollte ihn für irgendeine Vereinssportart begeistern. Für ihn war Fußball nix. In der Grundschule Nord hat er eine AG Unihockey besucht und war Feuer und Flamme", erzählt Stephan Müller, wie auch für ihn die Spur zu der Sportart gelegt wurde, deren Bezeichnung Unihockey ein typisch deutsches Produkt ist. "So nannten es die Germanen, als sie den Sport von den Finnen importierten. Es gibt auch noch eine dritte Bezeichnung: ,Inebendi' - innerhalb der Bande- Aber Floorball ist korrekt und mittlerweile verbreitet."

Inebendi steht Müller eher selten. Seit 2006 aber regelmäßig daneben. Als aus der WSG Döbeln-Nord, als erster Verein mit Unihockey-Mannschaften, der UHC Döbeln herausgelöst wird, steigt auch der heutige Vorsitzende ein. "Ich habe kleinere Aufgaben im Hintergrund erledigt. Und bin immer mehr reingewachsen." Im Laufe der Zeit lernt er Floorball kennen - und lieben. Beschäftigt sich intensiv mit den Ursprüngen. Begleitet die Nationalmannschaftsspieler aus Döbeln zu Turnieren. Dass er dabei viel rumkommt, ist ein "schöner Nebeneffekt". Dass Max es bislang nicht ins Deutschland-Team geschafft hat, "berührt mich keineswegs. Es geht darum, dass er Spaß hat. Druck üben wir als Eltern überhaupt nicht aus. Uns war es wichtig, dass er Sport macht. Weil man im Verein Freunde kennenlernt."

Dass ist es auch, was ihn an den UHC bindet. "Die Kerle gerade in der Bundesliga-Mannschaft sind alles Typen. Richtige Typen. Das macht Spaß. Man ist gern zusammen. Wächst miteinander", schwärmt der gebürtige Döbelner, der aus seiner Heimatstadt nie weg wollte. Für den Vereinsvorsitz hat er sich letztlich aus drei Gründen entschieden. In dieser Reihenfolge - Erstens: "Meine Familie war einverstanden". Zweitens: "Ich bin verrückt genug dafür". Drittens: "Mir liegt was dran, den schlafenden Riesen zu wecken". Der schlafende Riese. Floorball in Deutschland. "Eine Sportart mit viel Potenzial, das erst geweckt werden muss", glaubt Müller, der - neben seinen ehrenamtlichen Aufgaben - als Gebietsverkaufsleiter bei der Leipziger Handelsgesellschaft arbeitet. "Ich bin mit dem Wechsel aus der Metallverarbeitung bei Syko Döbeln zur Verkaufsbranche in die Spuren meines Vaters getreten. Ich war ziemlich skeptisch am Anfang. Inzwischen will ich nichts anderes mehr - ich rede gern. Das liegt mir."

Nebenberuflich will er noch einiges. "Ich möchte eine starke Nachwuchs-Abteilung. Kinder sind die Basis eines ­Vereins, um dauerhaft an der Spitze zu ­bestehen. Wir brauchen ein Gerüst, das uns von unten nach oben stark macht. Darauf liegt mein Fokus." Kinder, sie ­inspirieren Stephan Müller. Mit dem UHC hat er mit knapp 40 wieder ein "junges Pflänzchen", das er großziehen kann.

Thomas Lieb

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