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Verkalktes Hartha: Wasserwerk am Töpelberg abgerissen

Wasser fortan aus Jahna-Aue Verkalktes Hartha: Wasserwerk am Töpelberg abgerissen

Das Hochwasser 2013 überflutete das Wasserwerk am Töpelberg. Seitdem bekommen die Harthaer ihr Wasser aus der Jahna-Aue. Das hat aber einen deutlich höheren Grad an Wasserhärte. Die Anlage am Töpelberg wieder aufzubereiten, kam für die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft aber nicht in Frage.

Der Tank der Wasseraufbereitungsanlage am Töpelberg hat ausgedient, genau wie Anlage selbst.

Quelle: Sven Bartsch

Töpeln/Hartha. Mit schwerem Geschütz rückte die Baufirma Dähne aus Hartha in der vergangenen Woche an. Am Töpelberg wurden die letzten Überbleibsel des Wasserwerkes beseitigt. Weil die Anlage beim Hochwasser 2013 überflutet wurde, konnte das Werk seitdem nicht mehr genutzt werden. Bereits Anfang des Jahres wurden die Brunnen in der Nähe des Töpelwinkels zurückgebaut. Nun folgte die Wasseraufbereitungsanlage am Töpelberg. Eigentümer war die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft. Die gab jetzt auch den Auftrag zum Rückbau. Detlef Bull ist Bereichsleiter für Trinkwasser bei der Oewa. Er weiß, dass sich eine Instandsetzung nicht mehr gelohnt hätte. „Es gibt eine Versorgungskonzeption. Dort war das Wasserwerk am Töpelberg sowieso schon auf der Liste künftiger Stilllegungen.“ Grund dafür ist, dass das Wasserwerk an diesem Standort nicht mehr benötigt wird. „Durch den Bevölkerungsrückgang und nicht zuletzt auch dem Rückgang der Industrie ist der Wasserbedarf entschieden gesunken“, weiß Detlef Bull.

Fläche wird Natur zurückgegeben

Die Gebäude, in denen die Wasseraufbereitungsanlage untergebracht war, wurden abgerissen. Schließlich wurde der Tank ausgebaut. Anschließend mussten die Fundamente in der Erde weichen. Mittlerweile wurde die aufgebaggerte Fläche wieder mit Erde befüllt. Eine weitere Nutzung durch die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft ist nicht vorgesehen. „Irgendwann werden dort wieder Bäume wachsen. Die Fläche wird der Natur zurückgegeben“, so der Bereichsleiter. Die Kosten für den Rückbau der Brunnen und Wasseraufbereitungsanlage übernahm die Wasserwirtschaft.

Seit 2013 bekommen die Einwohner von Hartha ihr Wasser aus der Jahna-Aue. Und seitdem beschweren sich die Leute. Denn das Wasser ist kalkhaltiger. Der Wasserwirtschaft ist das nicht entgangen. „Den Unterschied zwischen dem Wasser aus der Anlage am Töpelwinkel und dem aus der Jahna-Aue merken Sie“, erklärt auch Detlef Bull. Die Wasserhärte ist bedeutend härter, Kalkablagerungen deutlich sichtbarer. auch wenn disich die Wasserwirtschaft darüber im Klaren ist, so verweist Detlef Bull doch auf die Trinkwasserverordnung. „Alle zulässigen Grenzwerte werden eingehalten.“

Investitionen für geringere Wasserhärte erforderlich

Ändern wird sich an der Wasserhärte künftig erstmal nichts. „Kurzfristig kann man da nichts dagegen machen“, so Bull. Langfristig schon, doch das würde erhebliche finanzielle Investitionen nötig machen. „Es müssten Aufbereitungsanlagen zur Enthärtung gebaut wären“, weiß der Bereichsleiter für Trinkwasser. „Man müsste ein komplett neues Wasserwerk errichten.“ Der anfallende finanzielle Aufwand würde auch höhere Kosten für die Kunden mit sich bringen. „Der Verband darf keinen Gewinn machen, muss aber auch wirtschaftlich arbeiten“, so Bull. Das heißt: Investiert die Wasserwirtschaft, muss ein Teil des Geldes wieder erwirtschaftet werden. Und das geht eben nur durch Erhöhung der Beiträge. Geplant ist eine solche Investition nicht. Das Wasser für die Harthaer Region kommt demnach auch weiterhin aus der Jahna-Aue. Zusätzlich kommt eine Grundmenge auch aus dem Wasserwerk Flemming. Wie Detlef Bull mitteilt, soll das langfristig aber auch außer Betrieb genommen werden.

Von Stephanie Helm

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