Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Verkauft sich Leisnig selbst? Wirbel um Kanu- und Vereinsheim
Region Döbeln Verkauft sich Leisnig selbst? Wirbel um Kanu- und Vereinsheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 13.07.2017
Geldnot macht erfinderisch: Verkauft die Stadt nun das Vereinsheim und das Kanuheim? Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Leisnig

Es sieht so aus, als stünde die Kommune Leisnig unter extremem Druck, kommunale Gebäude zu veräußern. Jetzt geht es um das Kanuheim auf der Muldenwiese und das Vereinsheim an der Chemnitzer Straße. Das sind zwei Objekte, die für die zwei großen Sportvereine, SV Leisnig 90 und VfB Leisnig, von Bedeutung für ihre Vereinsarbeit sind. Das Objekt an der Muldenwiese wird genutzt von der Abteilung Kanu des SV Leisnig 90, das Vereinsheim von den Fußballern und weiteren Sportlern, welche die Plätze und die Zimmermann-Sporthalle für ihre Trainingseinheiten und Wettkämpfe nutzen.

Verkauft sich Leisnig langsam selbst? Nicht zum ersten Mal signalisierte die Stadt, sich von kommunalen Grundstücken und Gebäuden trennen zu müssen und hat dies bereits getan. Die Stadt schnallt seit Monaten den Gürten finanziell sehr eng - freiwillige Haushaltskonsolidierung heißt das, ist vom Stadtrat abgesegnet und von der Rechtsaufsicht gern gesehen.

Schon beim Apian-Platz 3 zugeschlagen

Darunter fällt auch der Verkauf kommunaler Häuser, und zwar auch für jene, in denen auf kommunaler Ebene gesellschaftliche, soziale Arbeit geleistet wird. Eins der jüngsten Beispiele: Apian-Platz Nummer 3. Die dortige Teestube musste ausziehen, hörte damit auf zu existieren. Der dort ebenfalls früher ansässige Freizeittreff des Vereins Spielträume zog um in den früheren Schulclub. Das Büro des Caritasverbandes Meißen hat noch am Apian-Platz sein Büro, bis eine neue räumlich Lösung anderswo in Leisnig gefunden ist.

Dass der Ausverkauf nun mit Vereinsheim und Kanuheim in die nächste Runde gehen soll, ist trotzdem schwer vorstellbar. Denn ausgerechnet in diesen zwei Objekten steckt eine Menge Geld aus den Vereinskassen und auch viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder. Den Bau beispielsweise vom Vereinsheim bezahlte zu einem großen Teil der Freistaat Sachsen aus Fördermitteln. Etwa 20 Prozent brachte der Verein auf, und die Mitglieder klotzten selber tatkräftig ran. Beim Kanuheim ist die Konstellation ähnlich.

Betrifft zwei Sportvereine mit knapp 800 Mitgliedern

Diese Tatsache sorgte schon für genug Ärger und damit Diskussionsbedarf mit der diesjährigen Einführung der Nutzungsgebühren. Die Satzung ist gerade erst ein paar Monate in Kraft. Da wühlen die beiden Grundstücks-Verkaufsangebote die Leisniger um so mehr auf: Wie die jetzigen Nutzer klar kommen sollen, wenn die Gebäude jemand anderem gehören, ist fraglich. Das Kanuheim wird vom SV Leisnig 90 genutzt, der Verein hat insgesamt rund 460 Mitglieder.

Das Vereinsheim vom VfB Leisnig, mit seinen rund 300 Mitgliedern, nutzen vor allem die in dem Verein organisierten Fußballer und Tennisspieler, aber auch beispielsweise Skatspieler für ihre regelmäßigen Turniere. In den beiden amtlichen Bekanntmachungen zum Verkauf ist auch jeweils darauf hingewiesen, dass unbefristete Pacht- beziehungsweise Mietverträge bestehen. Die Grundstücke plus Gebäude werden zu Preisen zwischen 50000 und 100000 Euro angeboten.

Ausschreibungen werden aufgehoben

Rainer Künstler Vereinsvorsitzender vom SV Leisnig 90, sagt zu den Verkaufsabsichten: „Mich haben schon mehrere Leute deswegen angerufen und gefragt, was das soll.“ Ihm gegenüber habe die Stadtverwaltung signalisiert, dass es zu einem Verkauf nicht kommen solle. Der Präsident des VfB-Leisnig, Jörg Lippert, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bürgermeister Tobias Goth (CDU) dazu auf Anfrage: „In dieser Angelegenheit ist bei der Stadtverwaltung ein Fehler unterlaufen.“ Zu der Veröffentlichung hätte es nicht kommen sollen, die Ausschreibungen würden aufgehoben. Ein Schriftstück im Schaukasten am Markt soll auf diese neue Wendung hinweisen. Sowohl die Stadtratsmitglieder als auch die beiden Vereinspräsidenten seien bereits informiert.

Von Steffi Robak

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie ein Berserker soll ein 25-Jähriger im Frühjahr vergangenen Jahres auf Autos in Hartha losgegangen sein, wobei er einen Fahrer beleidigt haben soll. Das Amtsgericht Döbeln konnte den Prozess gestern nicht zu Ende führen. Der Angeklagte hat offenkundig ein seelisches Handicap und muss erstmal zum Sachverständigen.

Seit 20 Jahren fängt die DAZ-Redakteurin Steffi Robak mit ihrer Kamera „Momente des Erinnerns“ ein. So lautet auch der Name ihrer Foto-Ausstellung, die am Wochenende auf der Burg Mildenstein in Leisnig eröffnet wurde.

12.07.2017

Mit 63 Startern aus ganz Sachsen fand am Sonntag die elfte Ausgabe des Roßweiner Bergrennens in zwei Kubikklassen erneut großen Teilnehmer-Zuspruch. Das gilt auch für die Zuschauer. Die meisten Besucher hatten sich wie immer direkt am Start in Höhe des Pennymarkt-Parkplatzes versammelt.

12.07.2017
Anzeige